Wichtige Dokumente über ehemalige Auschwitz-Mitarbeiter gefunden
Zwei Deutsche haben in einem polnischen Kanal in Niederschlesien, der 1945 von den abrückenden Deutschen zugeschüttet worden war, drei Kisten mit wertvollen Dokumenten gefunden und diesen nach Deutschland gebracht. Die Dokumente beinhalten Informationen über Mitarbeiter im Konzentrationslager Auschwitz.
Das Museum auf dem Gelände des ehemaligen Kzs will nun Anzeige gegen die beiden Deutschen erstatten, da der Transport von Polen nach Deutschland ohne Erlaubnis erfolgte. Die Dokumente, die unter anderem Wehrpässe und über 100 Personalakten von ehemaligen Mitarbeitern des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau enthalten, seien von großer Bedeutung: „Die Unterlagen können wahrscheinlich dabei helfen, Menschen zu identifizieren, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben“, so ein Sprecher des Museums. Sie gelten als wichtiges Beweismaterial für den erst kürzlich begonnenen Ermittlungsprozess des Instituts für das nationale Gedächtnis (IPN), das nach noch lebenden Mitarbeitern des Lagers sucht.
Über den Fund informierte der Sammler Mieczyslaw Bojko die Medien. Er war von den beiden Deutschen um Hilfe bei der Suche gebeten worden, dafür soll er 5000 Euro erhalten haben. Laut seiner Aussage beschäftigten sich die beiden, die aus dem Schwarzwald stammen sollen, intensiv mit der Geschichte der nationalsozialistischen Besatzung Polens. Sie hätten viele Informationen gehabt, auch über den Fundort. Wo sich die Dokumente derzeit befinden, was sich aus ihnen herauslesen lässt, und was bei einem möglichen Gerichtsverfahren gegen die beiden Deutschen herauskommen wird, bleibt abzuwarten.
Julia Rienäcker
Datum: 23.1.2012
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:
Auschwitz, Konzentrationslager, Dokumente, illegaler Transport
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