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Wiener Ausstellung über NS-Morde an Behinderten erneuert


In Wien wurde die Ausstellung über die Pflegeanstalt „Am Steinhof“ erneuert. Hier befand sich in der NS-Zeit das Wiener Zentrum zur systematischen Tötung und Vernachlässigung behinderter Menschen. 

Am vergangenen Mittwoch wurde im Wiener Otto-Wagner-Spital die erneuerte Dauerausstellung „Der Krieg gegen die ‚Minderwertigen’ – zur Geschichte der NS-Medizin in Wien“ eröffnet. Die Ausstellung befasst sich mit dem Schicksal von 7.500 Menschen, die in der Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ umgebracht wurden, darunter auch 800 Kinder und Jugendliche.

Bereits 2002 existierte eine provisorische Ausstellung, die sich den 600 Opfern der „Kindereuthanasie“ widmete. Die Gesundheitsstadträtin der Stadt Wien bedauerte bei ihrer Eröffnungsansprache, dass der verantwortliche Chefarzt des Spitals Heinrich Groß noch nach dem Krieg Karriere machte und leider kurz vor seiner Verurteilung verstarb.

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny sprach von dem schwierigen Umgang mit dem „absolut Bösen“, aber betonte auch, dass die Ausstellung darauf ausgerichtet ist, sehr spät an das Schicksal der Opfer zu erinnern, die bis in die 1990-er Jahre quasi vergessen wurden.  

Die Ausstellung spiegelt den neuesten Stand der Forschung wieder und dokumentiert dabei auch die Rolle der Wissenschaft, speziell der Anthropologie. Dabei wird speziell die Tötung von 3.200 Patienten im Rahmen der „Aktion T4“ und die so genannte „Euthanasie“, der durch systematische Vernachlässigung und Mangelernährung 3.500 Menschen zum Opfer fielen, beleuchtet.

Die Erneuerung der Ausstellung kostete etwa 50.000 Euro. Bislang ist sie nur unter der Woche geöffnet; über eine Ausweitung auf das Wochenende wird aber nachgedacht. Zudem soll bald auch eine überarbeitete Website zur Verfügung stehen.

Datum: 03.07.2008
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Wien, Nationalsozialismus, Euthanasie

 
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