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Yad Vashem stellt Bildarchiv ins Netz


Die Holocaust-Gedenkstätte „Yad Vashem“ hat mit Hilfe des US-Unternehmens Google sein Bildarchiv für alle zugänglich ins Internet hochgeladen. Interessierte weltweit haben nun online Zugang zu über 130.000 Fotos die im Zusammenhang mit der Judenverfolgung stehen. 



"Wir konzentrieren uns darauf, neue innovative Wege zu finden, um die enorme Datenmenge in unseren Archiven für eine globale Zielgruppe zugänglich und durchsuchbar zu machen", sagt Avner Shalev, der Vorsitzende von Yad Vashem. Mit dem neuen Bildarchiv erhoffe man sich vor allem, auch junge Menschen zu erreichen.

Das Onlinearchiv soll allen, die sich mit dem Holocaust beschäftigen, als wertvolle Quelle dienen. Egal, ob aus allgemeinem Interesse oder weil jemand mehr über Familienangehörige erfahren möchte, deren Geschichten in der Gedenkstätte aufgearbeitet werden. "Wir sehen die Digitalisierung als eine große Chance, wichtige Materialien auszutauschen und zu verbreiten, die in Archiven aufbewahrt werden", so Yossi Matias, von Googles Forschungs- und Entwicklungszentrum in Israel.

Besucher des digitalen Fotoalbums können die Bilder nicht nur betrachten, sondern auch kommentieren. Außerdem soll der Nutzer künftig auch seine eigene Geschichten hinzufügen können, denn laut Matias gebe es noch so viele unbekannte Einzelheiten. „Wenn wir sie nicht sammeln, gehen sie verloren.“

Das Archiv Yad Vashem wurde 1953 in Jerusalem gegründet. Es hat sich der Dokumentation, Recherche, Aufarbeitung und dem Gedenken des Holocausts verschrieben. In Yad Vashem lagern viele Zeugnisse, Fotografien, Tagebücher und anderes Dokumentationsmaterial aus der Zeit. Heute gilt Yad Vashem als die bedeutendste und umfangreichste Gedenkstätte. Bereits vor 2 Jahren hat die Gedenkstätte einen eigenen YouTube Kanal gegründet, um Videos von Holocaust-Überlebenden zu präsentieren.

Das Online-Archiv war für das allgemeine Publikum bisher nur begrenzt zugänglich. Dank Googles optischer Zeichenerkennungstechnologie sind die Bilder und andere Dokumente jetzt aber für alle über ein Internetportal abrufbar. Davon profitiert vor allem Google, denn um zum Beispiel einen Kommentar zu einem der Bilder abzugeben, muss man Mitglied der Google-Community sein.

Den Zugang findet zum Portal man auf www.yadvashem.org. Direkt auf der ersten Seite wird das neue Archiv beworben. Klickt man auf die Abbildung, gelangt man zur Bilddatenbank, wo man in aller Ruhe die Aufnahmen durchsehen kann. Möchte man jedoch eins der Bilder kommentieren, muss man sich zunächst online anmelden („enter here“) - zum Beispiel über sein Googlemail-Konto. Ist man noch kein Mitglied der Google-Community, kann man ganz einfach beitreten („join“), indem man sich ein kostenloses Konto kreiert. Danach kann man seinen Gedanken freien Lauf lassen.

Lisa Schmitz


Datum: 14.2.2011
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Yad Vashem, Holocaust, Juden, Nationalsozialismus, Jerusalem, Bildarchiv, Google

 

 
 
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