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Zweiter Jakobsweg für Westfalen eröffnet

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am 24. März in Soest den zweiten durchgehende Weg der Jakobspilger nach historischem Vorbild eröffnet. Die neue Hellweg-Trasse ist 200 Kilometer lang. Nach der Strecke von Osnabrück nach Wuppertal hat die Altertumskommission für Westfalen den alten Hellweg von Höxter über Paderborn, Soest und Dortmund nach Bochum zunächst wissenschaftlich erforscht und dann als Pilgerweg ausgeschildert.


Die Trasse von Höxter nach Bochum (vom Startpunkt Kloster Corvey über Höxter, Brakel, Bad Driburg, Paderborn, Salzkotten, Geseke, Erwitte, Soest, Werl, Unna, Dortmund) wird mit der charakteristischen Jakobsmuschel (europaweit gelb auf blauem Grund) ausgeschildert, erläuterte Projektleiterin Ulrike Spichal. 

In Bochum wird der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Pilgerroute über Essen, Düsseldorf und Neuss nach Aachen weiterführen. 

Der neue Pilgerweg ist nach Angaben von Spichal weitgehend an historisch belegte Wegführungen angelehnt. 

Dass tatsächlich Pilger den Hellweg benutzten, zeigen zahlreiche Funde von verlorenen Pilgerzeichen. In der Probsteikirche zu Werl fanden sich gleich drei Pilgergräber, die durch die Jakobsmuschel erkennbar waren.

 Auch Hinweise auf Unterkünfte für mittelalterliche Pilger fanden sich in einigen Hellwegstädten: In dem noch heute bestehenden Pilgrim-Haus in Soest zum Beispiel, das direkt am Jakobitor mit gleichnamiger Kapelle lag, fanden Pilger bereits seit 1309 Unterkunft. In Dortmund, dem Kreuzungspunkt des Hellweges mit der Nord-Süd-Strecke, befand sich seit dem 14. Jahrhundert ein Gasthaus, das sich der Unterbringung armer Pilger angenommen hat. 



Zwei weitere Strecken in Westfalen - von Minden über Herford und Bielefeld nach Lippstadt (2011/12) und von Warendorf über Münster und Coesfeld an den Niederrhein (2013/14) - sind die nächsten Projekte der Altertumskommission für Westfalen, so ihr Vorsitzender Prof. Dr. Torsten Capelle. Das Projekt wolle die mittelalterlichen Wege und die Spuren der Jakobspilger in Westfalen möglichst genau rekonstruieren: "Es gab für die Pilger in Westfalen und anderswo keine eigenen Wege, im Gegenteil: Sie suchten aus Angst vor Überfällen stark frequentierte, bekannte Trassen." 


Datum: 29.3.2010
Den Inhalt beschreibende Stichwörter:

Jakobsweg, Hellweg, LWL, Neueröffnung

 
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