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Seite 1 von 2 Das historische Online-Rätsel | |
Das historische Rätsel des Monats Februar 2008 Sein Vorbild war Alexander der Große, und rückblickend kam er diesem auch in einigen Punkten nahe. Wie Alexander starb der Gesuchte mit gerade mal 32 Jahren im Zweistromland, wenn auch am Tigris statt am Euphrat. Und wie Alexander ließ er sich in seiner Jugend von Philosophen unterrichten und versuchte dann als Mann, die Länder am Euphrat und Tigris einzunehmen. Doch wo sich Alexander unsterblich machen sollte, scheiterte der junge Römer, über den wir auf Grund der Quellenlage, vorrangig auch seiner eigenen Schriften, mit am besten von allen Kaisern informiert sind.
Dabei wäre das letzte Mitglied einer bedeutenden Dynastie beinahe erst gar nicht erwachsen geworden. Als er gerade sechs Jahre alt war, ermordeten Soldaten seinen Vater und einen älteren Bruder, da sie jenen Familienzweig nicht als würdig ansahen, die Macht im Reich auszuüben. Nur der spätere „Bartträger“ sowie sein elfjähriger Stiefbruder Gallus überlebten wegen ihres Alters die Säuberung, die wohl auf Befehl seines Vetters Constantius stattfand. Derselbe freilich berief als Kaiser die Stiefbrüder - nach blutigen Thronstreitigkeiten einzig noch lebenden Verwandten - nacheinander zu Unterkaisern, zu Caesaren, unter seiner Herrschaft. Während Gallus wegen seines Terrorregimes im Osten alsbald hingerichtet wurde, riefen die Truppen des an der Rheingrenze erfolgreich agierenden Bruders selbigen fünf Jahre nach seiner Ernennung in Gallien zum Kaiser aus. Ein Bürgerkrieg mit seinem Vetter stand an. Doch starb Constantius plötzlich, sodass der einstmals Inhaftierte nun der Herrscher über das größte Reich der bekannten Welt war.
Er blieb dies zwar nur zwei Jahre, doch genoss er nicht das Palastleben in Konstantinopel. Seine umfangreichen Aktivitäten richteten sich vor allem gegen den aufgeblähten Verwaltungsapparat im Reichsinneren, die gefährlichen Sassaniden im Osten sowie das Christentum als Religion überhaupt. Seine Maßnahmen wurden dabei von der Nachwelt extrem unterschiedlich bewertet. So unterstellte ihm das Mittelalter einen Pakt mit dem Teufel, während Aufklärer seine Rückbesinnung auf die alten heidnischen Götter feierten. Wie auch immer, es blieb dem gebildeten Kaiser letztendlich verwehrt, die vier Jahrzehnte zuvor erfolgte Wende wieder zurückzunehmen. Seine Förderung der alten Kulte war verbunden mit dem Versuch, eine heidnische Staatskirche einzuführen, doch sorgte seine Mischung aus Religion und Philosophie bei seinen Zeitgenossen eher für Verwirrung denn für frommen Jubel. Wohl um seine Macht im Reich zu sichern, brach er, unvorbereitet und seinen früheren Erfolgen zuwider handelnd, von Antiochia gegen die Perser auf. Zwar war er einigermaßen erfolgreich, musste aber bald, schon vor der Hauptstadt der Sassaniden stehend, den Rückzug antreten. Hier traf ihn jener Speer in den Bauch, der das Leben des einzigen römischen Kaisers beendete, der sich je von Christus losgesagt hatte, um den alten Glauben wieder anzunehmen.
Wer war´s?
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