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Das historische Rätsel des Monats November 2011
Gesucht ist ein deutscher Heeresoffizier, der 1880 in Biebrich geboren wurde und einer alten hessischen Offiziersfamilie entstammte. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Erster Generalstabsoffizier an der Westfront eingesetzt. 1916 heiratete er Amelie Pagenstecher, die ihm eine Tochter schenkte, jedoch kurz nach der Entbindung verstarb. 1918 wurde der Offizier zum Major befördert. Nach der Niederlage Deutschlands wurde der Kriegsveteran unter den Auflagen des Versailler Vertrags in die nun stark verkleinerte Reichswehr wieder eingegliedert und war in der Abwicklungsstelle tätig. Als 1930 einige Offiziere im Ulmer Prozess angeklagt wurden, an einer nationalsozialistischen Zellenbildung in der Reichswehr beteiligt zu sein, soll er seine Leutnants mit den Worten verteidigt haben: „Es wird täglich der Reichswehr gesagt, sie sei eine Führerarmee, was soll sich ein junger Offizier anders darunter vorstellen?“
Ab 1933 durchlief er verschiedene Posten: Vom Chef des Truppenamtes im Reichswehrministerium, zum Generalstabschef des Heeres und schließlich General der Artillerie. Er war bis 1938 an der Aufrüstung des Heeres beteiligt, äußerte sich jedoch schon früh kritisch gegenüber den Expansionsplänen Hitlers, da sie verantwortungslos seien. Der Generalstabschef trat 1938 schließlich auf eigenen Wunsch von seinem Amt des Generaloberst zurück, Hitler selbst stand ihm skeptisch gegenüber. In seiner Berliner Wohnung trafen sich jedoch regelmäßig Widerständler, um gegen Hitler vorzugehen und eine neue politische Ordnung in Deutschland einzuleiten. Das Attentat auf Hitler missglückte und der Offizier wurde noch am selben Tag erschossen.
Robert Bräutigam
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