Das historische Online-Rätsel | |
Das historische Rätsel des Monats August 2009 Der Neffe von Diego Velásquez, des Gouverneurs von Kuba, wurde nur wenige Jahre vor der Entdeckung der „Neuen Welt“ durch Christoph Kolumbus im spanischen Cuéllar geboren. Im Alter von 18 Jahren brach er zu der westindischen Insel Hispaniola auf und begab sich drei Jahre später nach Kuba.
Im Auftrag seines Onkels segelte er im Jahr 1518 nach Westen. Bereits im Jahr vorher hatte es eine Expedition auf die mexikanische Halbinsel Yucatan unter der Leitung des Francisco Fernández de Córdoba gegeben. Den Männern war allerdings von den dort einheimischen Mayas ein wenig freundlicher Empfang bereitet worden. Córdoba – selbst verwundet – sah sich bald gezwungen, aufgrund hoher Verluste nach Kuba zurückzukehren.
Obwohl die Expedition nicht besonders erfolgreich gewesen war, brachte sie doch die Nachricht von einer reichen Zivilisation von Indianern im Westen mit. Das machte Velásquez hellhörig: Es bot sich die Chance, anstatt von Sklaven – was seine eigentliche Intention gewesen war - große Schätze einzuheimsen. So schickte er den Gesuchten auf Erkundungsfahrt aufs Festland. Durch Córdobas Erfahrungen gewarnt, legte dieser ein wesentlich vorsichtigeres Verhalten an den Tag als sein Vorgänger. Als er bei Tabasco an der mexikanischen Küste landete, setzten er und seine Männer als erste Europäer den Fuß auf das Land der Azteken.
In der Metropole Tenochtitlan hatte König Moctezuma II. bereits Kunde von der Ankunft der Fremden erhalten. Aufgrund ihres Aussehens hielten die Azteken sie für Götter. Mit ihrer weißen Haut und ihren Bärten hatten sie Ähnlichkeit mit dem Gott Quetzalcoatl, wie er in einer Prophezeiung beschrieben wurde. Obwohl der gesuchten Person bald klar war, dass weiter im Inneren des Landes große Reichtümer zu holen waren, machte er zunächst keinen Versuch, an diese heranzukommen. Stattdessen kehrte nach Kuba zurück, um Bericht zu erstatten. Jedoch erhielt er kein Lob für seine wichtigen Entdeckungen vom Gouverneur, sondern Schelte für sein zaghaftes Vorgehen. Er wurde seines Postens enthoben und Velásquez schickte eilends eine neuere, größere Expedition unter dem abenteuerlustigen Eroberer Hernán Cortés auf den Weg, um das Festland zu kolonisieren.
Im Folgenden beteiligte sich der Gesuchte an der Eroberung Mittelamerikas unter Francisco de Garray. Gestorben ist er 1527 in Nicaragua.
Wer war’s?
Auflösung
Friedrich Rückert, der Begründer der deutschen Orientalistik, wurde gesucht. Seine Dichtkunst entwickelte sich schon früh, so schrieb er bald Gedichte. In den Befreiungskriegen hätte er gerne mitgekämpft, aber seine körperliche Verfassung ließ dies nicht zu. Unter dem Pseudonym Freimund Raimar veröffentlichte Rückert die Gedichte »Geharnischte Sonette«, und später die »Kriegerische Spott- und Ehrenlieder«, veröffentlicht in Heidelberg 1814 unter dem Titel »Deutsche Gedichte«. In den „Kindertotenliedern“ denkt er immer wieder neu über den Tod nach und betrauert seine zwei geliebten Kinder. Die Lieder erschienen erst 1872, lange nach seinem Tod. Als Orientalist stand er zwar in Deutschland erst am Anfang, aber er trug erheblich dazu bei, dass die orientalische Kultur hoch geschätzt wurde und vor allem weiter erforscht. Der Friedrich- Rückert- Preis zu seinen Ehren wird von der Stadt Schweinfurt, in der er geboren wurde, alle 3 Jahre an Literaturschaffende vergeben.
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