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Das historische Online-Rätsel

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Das historische Rätsel des Monats Januar 2009


 

„Königsmörder!“, schrie das Volk. Später wurde der Gesuchte auch als „neuer Papst“ verspottet, dabei war die katholische Kirche sein erklärter Feind. Kein Wunder, wurde er doch als Kind von einem Priester derartig zugerichtet, dass er für immer mit einem Buckel gezeichnet war. Er ging also in die Politik….

Als Bürger wurde er vom Dritten Stand 1789 zum Abgeordneten der Generalstände gewählt. Seine Karriere war steil, 1792 war er Deputierter des Nationalkonvents. Und obwohl er kein radikaler Politiker war, stimmte er dennoch für den Tod des Königs. Für ein Jahr musste er, der „Königsmörder“, sich verstecken, als die Girondisten im Juli 1793 gestürzt wurden. Mit neuem Elan nahm der Gesuchte 1794 seine Arbeit wieder auf. Er war Mitglied der Kommission, die die Direktorialverfassung entwarf.

Wen wundert es, dass er 1795 ins Direktorium gewählt wurde, wo er vier Jahre lang blieb. Seine antikatholische Haltung bereitete ihm in der Politik aber Probleme. Denn das Direktorium näherte sich der katholischen Kirche wieder an, um die Beziehungen zum Papst zu verbessern. Währenddessen förderte der Gesuchte die „Theophilanthropie“, eine Revolutionskult, der die „Liebe zu Gott und den Menschen“ zum Inhalt hatte. Kultische Handlungen waren auf ein Minimum beschränkt, vielmehr sollte sich der Mensch auf das Finden der „natürlichen“ Harmonie durch Andacht, Lesen und Musik konzentrieren. Der Gesuchte wollte daraus am Besten gleich eine Staatsreligion machen. Einige Anhänger durften sogar in Kirchen die Theophilanthropie ausüben. Das machte ihn beim Volk derartig unbeliebt, dass er schließlich auch deswegen sein Amt im Direktorium niederlegen musste.

Obwohl er Napoleon anfangs unterstützt hatte, verweigerte er ihm 1799 den Treueid. Der Rückzug aus der Politik musste unweigerlich folgen. 25 Jahre später verstarb er einsam und verbittert in Paris.

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