« zurück
Archäologie

Was verrät antiker Mist über Salomon?

Ausgerechnet alter Mist von Tieren, der durch das trockene israelische Klima erhalten geblieben ist, könnte neue Hinweise auf den legendären König Salomon bringen. Archäologen entdeckten den 3000 Jahre alten Kot in einem antiken Bergwerk im Timna-Tal.

Der biblische König Salomon soll den Tempel von Jerusalem errichtet haben. | © Istockphoto.com/Ivan-96

Die Hinterlassenschaften wurden zunächst für das Werk von Tieren der umherziehenden Nomaden aus der Neuzeit gehalten. Eine Radiokohlenstoffanalyse ergab jedoch, dass sich die Reste auf das 10. Jahrhundert vor Christus zurückdatieren lassen, was in etwa der Zeit entspricht, in der Salomon gelebt und regiert haben soll.

Datierung des Bergwerks

Der Bibel nach war Salomon für seine große Weisheit, aber auch für seinen Reichtum bekannt. Manche Historiker und Archäologen zweifeln jedoch an seiner Existenz. Eines seiner vielen Bauprojekte soll der Tempel von Jerusalem gewesen sein. Ein solches Vorhaben hätte jedoch große Mengen an Metall sowie gezielten Bergbau benötigt. Einige Fachleute sind der Meinung, die biblische Gestalt, sollte es sie gegeben haben, wäre nur ein kleiner Fürst gewesen und hätte längst nicht die Machtfülle besessen, welche die Bibel ihm zuschreibt. Somit wäre ein massiver Bergbau ebenso wie die Anschaffung von Ressourcen zum Bau eines Tempels schwer bis unmöglich gewesen.

Laut dem Archäologen Erez Ben-Yosef von der Universität in Tel Aviv könnte der Fund ein weiterer Anhaltspunkt für den Reichtum des Salomon sein. Das Forscherteam wisse jetzt nicht nur, dass der gefundene Komplex eine große Quelle für wertvolle Materialien wie Kupfer war, sondern auch noch aus der Zeit des biblischen Königs stamme.

Thomas Heigl

Zuletzt geändert: 12.04.2017