Hallo,
ich habe zwei Fragen:
1. Was ist die Dolchstoßlegende?
und
2. Warum wendete sich die deutsche Regierung mit den Waffenstillstandsverhandlungen an die USA?
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Hallo,
ich habe zwei Fragen:
1. Was ist die Dolchstoßlegende?
und
2. Warum wendete sich die deutsche Regierung mit den Waffenstillstandsverhandlungen an die USA?
Die sogenannte "Dolchstoßlegende" ist die nach dem Ersten Weltkrieg aufgekommene und ebenso umstrittene wie zweifelhafte Darstellung der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Sie besagt, daß die zu einer Revolution geführt habenden Ereignisse des Spätjahres 1918 in Deutschland einem immer noch in Feindesland stehenden Feldheer den Rückhalt entzogen hätten, weswegen es nicht mehr bis zu erträglichen Friedensbedingungen weiterkämpfen konnte. Auch sei, heißt es in der "Dolchstoßlegende" weiter, dieses an sich siegreiche Feldheer nur mangelhaft unterstützt worden durch die Heimat. In der "Dolchstoßlegende" wird von "nationalem Verrat" gesprochen und dieser Vorwurf ging zunächst an die Adresse der am 3.10.1918 gebildeten parlamentarischen Regierung - später an die Demokratie überhaupt.
Wer genau die "Dolchstoßlegende" in die Welt setzte, ist nicht eindeutig geklärt. Übrigens griffen auch Max Weber und Ernst Troeltsch auf den Begriff "Dolchstoßlegende" zurück.
Schon im Dezember 1918 wurde - wegen der Wahlen für die Nationalversammlung - die "Dolchstoßlegende" propagandistisch eingesetzt und in der Weimarer Republik war sie das Schlagwort Alfred Hugenbergs und seiner Deutschnationalen. Der spätere deutsche Reichspräsident Paul von Hindenburg griff auch vor einem Untersuchungsausschuß auf den Begriff "Dolchstoßlegende" zurück. In der Weimarer Republik wurde die "Dolchstoßlegende" eine Waffe in den Wahlkämpfen und im Streit der Parteien, bis sie schließlich allgemein als wahr gehalten wurde.
Als Schlagwort war der Begriff "Dolchstoßlegende" so effektiv, daß es die Nationalsozialisten ab 1928 propagandistisch instrumentalisierten.
Der Grund, weswegen sich die Reichsregierung an die Vereinigten Staaten von Amerika wandten, als Friedensfühler ausgestreckt wurden, waren die sogenannten Vierzehn Punkte des amerikanischen Präsidenten Wilson.
Für die Zukunft: Dieses Forum hat nicht den Zweck, Deine Hausaufgaben zu erledigen.
Geändert von PèreJoseph (09.02.2009 um 14:59 Uhr)
Lieber Jean-Claude,
toll wie Du das erklärt hast.Ich hätte es nicht besser gekonnt.
Es klingt etwas daneben, aber vielleicht hätte tatsächlich das deutsche Heer weiterkämpfen sollen, damit auch jedem klar wurde, dass dieser Krieg verloren war und so keine Dolchstoßlegende entstehen konnte. So sehr man sich natürlich den Frieden auch wünschen mußte und sogar die Bedingungen von Versailles gegenüber dem Verlust nach dem WK II (ein Drittel des Gebietes, 14 Millionen Verftriebene davon zwei Millionen auf der Flucht Gestorbene) noch Gold waren.![]()
gegangen. Das deutsche Feldheer, auch wenn es nach dem Frieden von Brest-Litowsk von Anfang 1918 Zustrom von relativ frischen Truppen von der einstigen Ostfront bekam, hatte der personellen und materiellen Übermacht der Entente-Truppen à la longue nichts mehr entgegenzusetzen, zumal diese ständig ausgeruhte, gut genährte und bestens bewaffnete Truppen aus den Vereinigten Staaten zur Verstärkung bekamen. Von den Kolonien Frankreichs und Großbritanniens mal ganz zu schweigen.
Außerdem setzte die britische Fernblockade zur See nach dem verheerenden "Steckrübenwinter" von 1917/1918 der Ernährung der deutschen Zivilbevölkerung arg zu.
Es wäre verantwortungslos gewesen, unter diesen Bedingungen den Krieg noch fortsetzen zu wollen.
Verantwortungslos war aber auch, wie sich das hohe Militär mit der Dolchstoßlegende - "im Felde unbesiegt" - ein Alibi verschaffte und die Verantwortung an den harten Waffenstillstandsbedingungen dann den Zivilisten, genauer: der Sozialdemokratie, in die Schuhe schob.
also danke für die antworten. Es hört sich zwar nach Hausaufgaben an, aber es sind keine Hausaufgaben, sondern ich war mir nicht sicher was die Dolchstoßlegende ist und warum die deutsche Regierung sich an die USA wendete, weil wir am Donnerstag eine Geschichte Arbeit schreiben und da kommt das warscheinlich dran. Aber trotzdem nochmal danke für eure Antworten.
Mir gefällt das grundsätzlich auch nicht, insbesondere wenn Nutzer das Forum nur der Hausaufgaben wegen aufsuchen und sich nachher nicht mehr blicken lassen. Ich komme mir bei so Hausaufgabenfragen vor wie ein Kondom: Man wird benutzt und weggeworfen.
Aber darüber diskutierten wir schon hier: http://www.g-geschichte.de/forum/fra...saufgaben.html (Hausaufgaben)
Das mit der Dolchstoßlegende hätte Hummeropfer aber auch problemlos in Wikipedia nachschauen können: Dolchstoßlegende – Wikipedia
PJ,
kriegst eine Eins von mir für die Hausarbeit.
Vielleicht ist es sogar ein Schüler von 913Chris?
Das wäre doch lustig.
lG
Vor allem was er über seinen Lehrer zu sagen hätte ...![]()
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