Zitat:
Zitat von RedScorpion Technikfeindlich war der Kaiser aber nicht (ins Auto setzte er sich sehr wohl), geistig auch nicht unterbelichtet |
Beides war er ganz sicher nicht! Vom Auto war er begeistert, allerdings nur als Sportgerät und für´s Prestige (er ließ sich zu offiziellen Empfängen mit dem Auto fahren!), für militärische Einsätze war das Auto noch lange nicht geeignet, deswegen urteilte er hier ganz richtig (und das "Pferd-Zitat" bezog sich meines Wissens auf den militärischen Nutzwert des Autos).
Intelligent war er auch, aber er konnte sich wohl schlecht konzentrieren und auch seine Ausbildung ließ zu wünschen übrig: Überall schnnupperte er ein bisschen hinein und man ließ ihn danach glauben, er wüsste nun ausreichend Bescheid. Das tat er auch, aber nur im Sinne von Schulnoten: Ausreichend = Note 4...
In seinen eigenen Augen allerdings war er wohl vollends gebildet.
Ein Paar Zitate aus Balfours Biographie über W II.:
S.95:
"1874 schrieb die Frau des britischen Botschafters (über Prinz Wilhelm): 'Jeder, der die Freude hat mit Prinz Wilhelm zu sprechen, wird durch seinen natürlichen Charme und sein leibenswürdiges Wesen, seine große Intelligenz und seine bewundernswürdige Erziehung gefangen.'"
Graf Waldersee, ein älterer Bekannter des Prinzen, schrieb Mitte der 1880er Jahre (S.107): "Prinz Wilhelm (...) ist voller Verständnis für große Fragen, faßt schnell auf und hat auch großes Geschick, seine Gedanken zu verbergen. (!)"
Die Mutter WII urteilte über ihn in einem Brief an ihre Mutter, Königin Victoria: (S.109): "Wilhelm hat mehr Vrstand als Ernst Günther (Herzog zu Schleswig-Holstein) und kann, wenn er will, sehr freundlich und liebenswürdig sein!" Aber sie schreibt auch weiter: "Sie sind beide eitel und selbstsüchtig und haben beide die alleroberflächlichsten, törichsten politischen Ansichten - dank allem möglichen rückständigen und chauvinistischen Unsinn, den sie in ihrer kindischen Unwissenheit fanatisch lieben und der sie jeden nach seiner Art handeln läßt, wie sie es tun." Sie gibt dem Kaiser (W I), Bismarck und "seiner (des Kaisers) Clique sowie dem Hof" die Schuld an dieser Entwicklung ihrer Söhne.
VG
Christian