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01.07.2011, 12:22
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#11 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Die militärische Niederlage Deutschlands (und wenn man so will der verlorene Krieg, obwohl das nicht im Zusammenhang steht) hat 2 Gründe: - moralische Selbstüberschätzung
- Schlieffenplan
Die Eskalation im Herbst 1914 entstand durch den Schlieffenplan, die Weiterungen danach durch die moralische Selbstüberschätzung.
Alles, was sich nach dem Herbst 1914 ergab, ist in diesen beiden Punkten zu suchen. ALLES
Selbst als der Krieg im August 1918 schon verloren war, wollte man in Deutschland immer noch Belgien und ein Stück Nordfrankreichs als "Faustpfand"
Der Beistand Deutschlands zu Österreich im Krieg gegen Serbien und Russland gefährdete die englische Neutralität nicht.
Mit voller Sicherheit kann man rückschauend sagen, dass England draußen geblieben wäre, wen Deutschland im Osten offensiv und im Westen defensiv geblieben wäre und Frankreich nicht angegriffen hätte,
Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wäre England auch im Fall einer deutschen Westoffensive anfangs neutral geblieben, solange Deutschland nur Frankreich angegriffen hätte und nicht Belgien,
Belgien änderte alles.
Das war das Werk des deutschen Genaralstabs, die fast unglaubliche Antwort ist, dass der deutsche Generalstab für einen europäischen Zweifrontenkrieg nur einen einzigen Plan hatte, den Schliefenplan, der im Osten die Defensive, zur Not den Rückzug vorsah, aber im Westen die schnelle Niederwerfung Frankreich unter Verletzung der von England und übrigens von Deutschland garantierten Neutralität Belgiens.
Für dieses unglaubliche Pflichtversäumnis wäre in einem gut geführten Land der Generalstab nicht nur abgesetzt sondern vor ein Gericht gestellt worden. |
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01.07.2011, 23:02
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Der Angriff auf das neutrale Belgien war ein grober politischer u. moralischer Fehler. Ich glaube nicht an eine moralische Selbstüberschätzung. Dieser Plan wurde sicherlich auch von der Heeresführung als unmoralisch gesehen. Diese militärtaktischen Überlegungen werteten die politischen Folgen nicht. Es gab ja in dieser Führung auch unmoralische und politisch falsche Anexionspläne.
Es gab viele politisch verantwortliche in vielen Staaten Europas, die schon in ihrer Bündnispolitik den Grundstein für den Krieg legten. Statt sich durch Gemeinsamkeiten anzunähern grenzte man sich ab und bedrohte man sich z.B. mit Aufrüstung und Anexionsansprüchen.
__________________
viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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02.07.2011, 00:29
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#13 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 12.04.2011
Beiträge: 263
| Ob England sich rausgehalten hätte wenn deutschland Belgien nicht Angegriffen hätte ist fraglich. Die engliche Politik war darauf ausgelegt in Europa ein gleichgewicht zu erhalten an deren Spitze das British Empire stand. Die beziehungen zu deutschland waren auch nicht die besten bedingt durch die Kolonialpläne und die Flottenaufrüstung. Belgien mag in dem moment ausschlaggebent gewesehn sein aber auf kurz oder lang hätte England nicht tatenlos zugesehen wie sich das gleichgewicht drastisch verschiebt. |
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02.07.2011, 11:51
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Bis Ende 1916 hätte der Krieg noch durch einen relativ friedlichen Friedensschluss beendet werden können - ohne größere Verluste für die Deutschen. Das Problem war dann, dass die deutsche Regierung den Realitätssinn verloren hatte und einfach nicht aufhören wollte. Meine Meinung, ist kritisierbar.
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Geändert von Maxdorfer (02.07.2011 um 14:10 Uhr).
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02.07.2011, 13:21
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#15 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Zitat:
Zitat von Hessenpower Ob England sich rausgehalten hätte wenn deutschland Belgien nicht Angegriffen hätte ist fraglich. Die engliche Politik war darauf ausgelegt in Europa ein gleichgewicht zu erhalten an deren Spitze das British Empire stand. Die beziehungen zu deutschland waren auch nicht die besten bedingt durch die Kolonialpläne und die Flottenaufrüstung. Belgien mag in dem moment ausschlaggebent gewesehn sein aber auf kurz oder lang hätte England nicht tatenlos zugesehen wie sich das gleichgewicht drastisch verschiebt. | Mal wieder, Hessenpower, historischer Unsinn:
1.) das Verhältnis zwischen England und Deutschland war zweifelffei durch das wilhelminsche Flottenprogramm bis 1911 angespannt und auch Deutschlands Kolonientrauma , ab 1913 aber erheblich verbessert. Deutschland hatte sich zum größten Handelspartner Englands entwickelt,
2.) Unmittelbar vor der fraglichen Kabinetssitzung m 2. August 1914 als es in London um Krieg oder Frieden ging, appellierten die führenden englischen Wirtschafter, keine Kriegserklärung an Deutschland zu machen.
Als dann das Ultimatum an Belgien gestellt wurde und der bel. König ein Hilfeersuchen an England stellte, da war die Entscheidung gefallen.
Machen Sie sich doch endlich mal kundig und lesen nicht irgendwelche rechtslastige Schundlitteratur.
Das eigentliche europäische Problem war Russland, das erhebliche Begehrlichkeiten in Richtung Balkan und Türkei entwickelt hat und in dieses Problem war ausschließlich Österreich involviert, nicht Deutschland.
@ maxdorfer, ein maßvoller Friede, kein Siegfriede, vor 1918/1919 möglich, ich aber eher an 1916 denke.
Der unbeschränkte U-Boot-Krieg ab Anfang 1917 machte alles zunichte.
Der unbeschränkte U-Boot-Krieg war genausso kopflastig wie der Schlieffen-Plan: der Schlieffenplan sollte Frankreich besiegen, holte mit den Angriff auf Belgien England ins Boot, der unbeschränkte U-Boot-Krieg sollte England aushungern und holte Amerika in den Krieg.
Beide Male war der sichere Schaden größer als der erhoffte Gewinn und in beiden Fällen blieb der Gewinn aus.
Der unbeschränkte U-Boot-Krieg ist sogar noch unendschuldbarer als der Schlieffenplan, weil Deutschland aus dem Scheitern des Planes nichts gelernt hat.
Geändert von krasnaja (02.07.2011 um 13:32 Uhr).
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02.07.2011, 14:09
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#16 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von krasnaja @ maxdorfer, ein maßvoller Friede, kein Siegfriede, vor 1918/1919 möglich, ich aber eher an 1916 denke. | Gut, sagen wir, ein Friede wäre Ende 1916 möglich gewesen. 1917 war ein geschätzter Wert, aber jetzt sagen die Fakten ja etwas anderes. Ich ändere das. Zitat:
Zitat von krasnaja Der unbeschränkte U-Boot-Krieg ab Anfang 1917 machte alles zunichte.
Der unbeschränkte U-Boot-Krieg war genausso kopflastig wie der Schlieffen-Plan: der Schlieffenplan sollte Frankreich besiegen, holte mit den Angriff auf Belgien England ins Boot, der unbeschränkte U-Boot-Krieg sollte England aushungern und holte Amerika in den Krieg.
Beide Male war der sichere Schaden größer als der erhoffte Gewinn und in beiden Fällen blieb der Gewinn aus.
Der unbeschränkte U-Boot-Krieg ist sogar noch unendschuldbarer als der Schlieffenplan, weil Deutschland aus dem Scheitern des Planes nichts gelernt hat. | dito.
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07.08.2011, 18:26
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 18.03.2010 Ort: Hessen
Beiträge: 1.352
| Zitat:
Zitat von krasnaja 1.) das Verhältnis zwischen England und Deutschland war zweifelffei durch das wilhelminsche Flottenprogramm bis 1911 angespannt und auch Deutschlands Kolonientrauma , ab 1913 aber erheblich verbessert. Deutschland hatte sich zum größten Handelspartner Englands entwickelt, | Sie vermischen schon wieder historische Fakten mit selbstgezimmerten wirren Scheinanalogien.
Das Verhältnis zu England war solange gut, bis das DR seine Kriegsflotte ausbaute. Ein Dorn im Auge der Engländer, die ihre Vormachtstellung gefährdet sahen.
Und welches deutsche Kolonietraunma? Sie meinen die paar schäbigen Fetzen, die man großzügiger Weise den Deutschen überließ?
Die Kolonien waren ein Minusgeschäft und dienten eher als Prestige.
Nachdem England und Frankreich die Kolonien zuvor unter sich aufgeteilt hatten, kam Spätzünder Deutschland. Zitat:
Zitat von krasnaja 2.) Unmittelbar vor der fraglichen Kabinetssitzung m 2. August 1914 als es in London um Krieg oder Frieden ging, appellierten die führenden englischen Wirtschafter, keine Kriegserklärung an Deutschland zu machen. | Und warum erzählen Sie uns nicht, warum es dann doch dazu kam?
Stichwort britischer Außenminister, Stichwort Churchill! Zitat:
Zitat von krasnaja Als dann das Ultimatum an Belgien gestellt wurde und der bel. König ein Hilfeersuchen an England stellte, da war die Entscheidung gefallen. | Schwachsinn. Schon mal etwas von der Entente gehört??? Zitat:
Zitat von krasnaja Das eigentliche europäische Problem war Russland, das erhebliche Begehrlichkeiten in Richtung Balkan und Türkei entwickelt hat und in dieses Problem war ausschließlich Österreich involviert, nicht Deutschland. | In der Tat. Und leider stand Deutschland zu seiner Bündnistreue zum Bündnispartner Ö-U.
Und da Serbien Russland als Unterstützer hatte und Russland mit England und Frankreich verbündet war, war der Krieg schon verloren, bevor er begonnen hatte.
Mit der USA wurde übrigens schon lange vorher ein Abkommen unterzeichnet, weshalb ihr Kriegseintritt ebenfalls abzusehen war. Zitat:
Zitat von krasnaja Der unbeschränkte U-Boot-Krieg ab Anfang 1917 machte alles zunichte. | Sicher sehr umstritten.
Aber die 'Alternative' wäre gewesen, bei den Waffen- und Rohstofflieferungen der Amerikaner an die Briten zuzuschauen. Zitat:
Zitat von krasnaja Der unbeschränkte U-Boot-Krieg war genausso kopflastig wie der Schlieffen-Plan: der Schlieffenplan sollte Frankreich besiegen, holte mit den Angriff auf Belgien England ins Boot, der unbeschränkte U-Boot-Krieg sollte England aushungern und holte Amerika in den Krieg. | Schlieffenplan war strategisch genial. England war schon vorher gegen Deutschland als Hegemonialmacht und Belgien war alles andere als neutral.
So hätten sie einen Vormarsch Frankreichs aufs DR zugelassen (wegen der belgisch-französischen Freundschaft) umgekehrt aber den Deutschen keinen freien Durchgang gewährt.
Amerika war schon lange vorab im Bündnis mit Frankreich und England gegen Deutschland!
Lies mal ein bischen Geschichte  |
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11.08.2011, 15:51
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#18 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Zitat:
Zitat von adwi Schlieffenplan war strategisch genial. England war schon vorher gegen Deutschland als Hegemonialmacht und Belgien war alles andere als neutral.
So hätten sie einen Vormarsch Frankreichs aufs DR zugelassen (wegen der belgisch-französischen Freundschaft) umgekehrt aber den Deutschen keinen freien Durchgang gewährt.
Amerika war schon lange vorab im Bündnis mit Frankreich und England gegen Deutschland!
Lies mal ein bischen Geschichte  | Das müssen Sie mir mal erklären, warum der Schlieffenplan militärisch genial war.
Andererseits, Ihr Gedanke ist auch nicht falsch, und mag beim Schlieffenplan wichtig gewesen sein , es wird einfach durch ein Land marschiert, natürlich ohne Gegenwehr, so etwas bringt Militärs oft in Verlegenheit, dass der Feind sich auch wehrt, und nicht nur „bumm bumm“ schreit . unverzeihlich.
Und dann sucht sich der böse Feind auch noch eine Hilfe bei seinem Nachbarn, damit konnte doch der geniale Schlieffen nicht rechnen.
Nicht böse, gar beleidigt sein, ich stelle Ihnen einmal zum Schmunzeln die wichtigen Passagen aus Wikipedia ein. Mit Schmunzeln meine ich nicht Sie, andere sollen über Ihren Beitrag schmunzeln.
„ Die Umsetzung des Plans im Ersten Weltkrieg 1914 scheiterte, weil sich die dem Plan zugrunde liegende politische und militärische Ausgangslage inzwischen weiter zuungunsten Deutschlands verändert hatte. Der deutsche Angriff auf das neutrale Belgien, das dem Durchmarsch deutscher Truppen nach Frankreich nicht zugestimmt hatte, war Anlass für den Kriegseintritt Großbritanniens“ . |
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15.08.2011, 14:40
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#19 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| ja ja Zitat:
Zitat von adwi
Schwachsinn | das schreibt der Richtige
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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15.08.2011, 23:11
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#20 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| Größenwahnsinn schon vor dem dritten Reich Zitat:
Zitat von krasnaja Das müssen Sie mir mal erklären, warum der Schlieffenplan militärisch genial war.
| Natürlich war der Schlieffenplan politisch ein Desaster und ein Grund für die Niederlage.
Das Kaiserreich hat Rußland den Krieg erklärt und ist aufgrund eines verstaubten Plan ohne Alternative in Belgien einmarschiert.
Mir ist schleierhaft wie hier die meisten User die Kriegsschuld leugnen können.
Das wurde auch alles schon in vielen G-Geschichte 3ds ausreichend diskutiert.
__________________
... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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