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Zulus, Buren, Briten – Der Kampf um Südafrika

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Tags: blanko scheck, serbien

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Wer trägt die Hauptschuld am 1. Weltkrieg
das Deutsche Kaiserreich 20,00%
Österreich- Ungran 15,00%
die gesamten Mittelmächte 0%
Frankreich 5,00%
die großen Kolonialmächte (F- E- R) 15,00%
der Zeitgeist und damit alle Staaaten 55,00%
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Antwort
Alt 10.09.2011, 09:17   #21 (permalink)
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Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Die "Blankovollmacht" hätte ein Beitrag zur Verhinderung eines Weltkrieges sein können, wenn Österreich ihn denn zu nutzen gewußt hätte.
Wie denn? Mal ganz abgesehen davon, dass Willi Zwo bei ersten Kontaktaufnahmen seitens der Österreicher nach dem Attentat (durch Hoyo) ganz unverbindliche Zusagen gemacht hatte, aber ausdrücklich eine Mobilisierung der deutschen Armee ausgeschlossen hatte, woraus Hoyo eine Bündniszusage machte, die auch eine vollständige Eroberung und Besetzung Serbiens miteinschloss (was später von Bethmann Hollweg quasi offiziell bestätigt wurde, was wiederum Willi Zwo und die deutsche Armee in Zugzwang brachte) - eine Blankovollmacht an die auf Teufel komm raus auf einen Krieg mit Serbien hinarbeitende österreichische Staatsführung KONNTE gar nicht einen Krieg verhindern. Im Gegenteil: Erst mit dem Gefühl einer deutschen Rückenstärkung war die Hofburg gewillt, ein russisches Eingreifen (das auf jeden Fall gekommen wäre, wenn man gegen Serbien militärisch vorging) in Kauf zu nehmen. Die Deutschen würden´s schon richten (Überschätzung der deutschen Möglichkeiten, Unterschätzung der Entschlossenheit der Entente), außerdem war ja die k.u.k.-Armee auch noch da (völlige Überschätzung der österreichischen Militärmacht).

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Der Krieg ist bekanntlich erst aus der Julikrise heraus entstanden. Es dürfte aus heutiger Sicht als gesichert anzusehen sein, dass es im Sommer 1914 nicht zu einem Weltkrieg gekommen wäre, wenn Österreich einen militärischen Vergeltungsschlag recht bald nach dem Tag von Sarajewo durchgeführt hätte.
Falsch. Russland hätte auf jeden Fall zu Gunsten Serbiens eingegriffen.

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Ein österr. Militärschlag wäre zwar verurteilt worden, hätte aber mit Sicherheit keine sofortigen Konsequenzen nach sich gezogen, denn Russland hätte im Kriegsfalle einer Hilfeleistung von Seiten Frankreichs und Großbritanniens nicht sicher sein können, da die Entente auf einen solchen Fall nicht zugeschnitten war.
War sie auch später nicht. Dennoch hätten die Russen eingegriffen - eine Besetzung Serbiens durch Ö-U hätte Russland nie hinnehmen können (Wien hatte ja sogar schon intern geklärt, wie Serbien zwischen den Reichsteilen der k.u.k.-Monarchie aufgeteilt hätte werden sollen...)

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Österreich hätte nach einer Besetzung der serbischen Hauptstadt aus einer Position der Stärke Verhandlungen anstrengen können.
Mit der "russischen Dampfwalze" vor der Tür? nie und nimmer...

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Militärisch wäre ein solches Vorgehen kein Problem gewesen. Belgrad lag ja nur ca. 20 km hinter der Militärgrenze, Kanonen lagen in Stellung. Allein Österreich fehlte der Mut. Zweifelte man an der Bündnistreue Deutschlands?
Nein. Erstens brauchte die k.u.k.-Armee eine gewisse "Anlaufzeit" für die Mobilisierung und den Aufmarsch, zweitens gab´s die serbische Armee ja auch noch - und dass die den Österreichern nicht unbedingt unterlegen war, zeigt der Kriegsverlauf: Der Angriff der Österreicher blieb stecken, ja, die Österreicher mussten sich sogar zurückziehen, obwohl man Belgrad eingenommen hatte - und das bei zum Teil mehr als doppelter Überlegenheit der k.u.k.-Armee über die Serben. Allerdings waren die Serben nach diesem Kraftakt auch kräftemäßig am Ende.

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Der Blankoscheck hätte hier Zweifel zerstreuen können und Österreich zu einem raschen Handeln bewegen können. Das war aber nicht der Fall, so eröffnete der Blankoscheck eine fatale Kettenreaktion von militärischen Rückversicherungen. Erst am 23. Juli - 4 Wochen nach dem Attentat - entschloss sich Österreich zum Handeln, da war es aber schon zu spät.
Hätten die Österreicher sofort nach Eingang der "Blankovollmacht" (die es, wie gesagt, so gar nicht gegeben hat) losgeschlagen, wären sie noch unvorbereiteter gewesen. Ich halte es für möglich, dass dann sogar nach einer österreichischen Attacke, einem serbischen Sieg und einem österreichischen Rückzug die Serben den Spieß umgedreht haben könnten - mittlerweile hätte Russland Ö-U den Krieg erklärt, die Deutschen den Russen, woraufhin die gleiche Stafette an Kriegserklärungen zwischen Entente und Mittelmächten abgelaufen wäre, wie sie es dann tatsächlich tat, aber eben erst NACH einem Scheitern der k.u.k.-Armee in Serbien. Also wären die Russen wie gehabt in Ostpreußen eingefallen, hätten aber auch noch genügend Reserven gehabt, um auch die Österreicher massiert angreifen zu können, wohingegen die Deutschen noch weniger Zeit gehabt hätten, ihre Ostarmee in Stellung zu bringen, was bedeutet hätte, dass die Deutschen die Österreicher weniger hätten unterstützen können, als sie es tatsächlich taten. Der Effekt: Die Russen hätten erst die Österreicher besiegt und sich dann mit geballter Macht den Deutschen zuwenden können, deren Gegenoffensive (die bekanntlich in den Schlachten von Tannenberg ff. endete) gerade mal erst gestartet hätte werden können.
Mal ganz abgesehen davon, dass die Diplomatie dann noch weniger Zeit gehabt hätte, um die Fronten zu klären. Die Rückversicherungen wären dann eben nicht offiziell bzw. vor Kriegsausbruch gegeben worden, sondern immer unmittelbar vor der jeweiligen Kriegserklärung, denn es war schon innerhalb der jeweiligen Machtblöcke geklärt, DASS es Rückversicherungen gab.

Nein, ich sehe nicht, wo die "Blankovollmacht" einen Weltkrieg hätte verhindern können. Ein rascherer Kriegsbeginn hätte die Österreicher nur als Kriegstreiber entlarvt - und vielleicht zu einem Ende des Weltkriegs noch 1914 oder 1915 geführt (Niederlage der Mittelmächte).

VG
Christian
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Alt 14.09.2011, 12:26   #22 (permalink)
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Ich möchte mal, beim letzten Abschnitt anfangen. Warum war innerhalb der Machtblöcke klar, dass es Rückversicherungen gab? Das mag für den Zweibund gelten, ja. Der war ja auch ein "richtiges" Bündnis mit einem politischen und kulturellen Hintergrund. Für die Entente Triple trifft das ja gar nicht zu. Sie war ja eigentlich als rein defensives Militärbündnis konzipiert. Für den Fall, dass ein Staat von einem anderen angegriffen würde, war Hilfeleistung zugesagt. Wenn Österreich Serbien angegriffen hätte und darauf Rußland FREIWILLIG in diesen Krieg eingetreten wäre und dadurch selber in Bedrängnis geraten wäre, hätten sie keineswegs automatisch von Großbritannien oder Frankreich Hilfe verlangen können. Das Ergebnis der Julikrise war ja - ganz vergröbert betrachtet! - das Serbien faktisch in den Schutzbereich der Entente aufgenommen wurde. Während die deutsche Strategie darauf zielte die Entente politisch zu sprengen.

Man hatte in im Auswärtigen Amt wohl noch die Argumente britischer Unterhändler im Ohr, als 1902 die deutsch-englischen Bündnisverhandlungen scheiterten. Zur Erinnerung: Die Deutschen wollten erreichen, dass London auch dann Deutschland Rückendeckung gibt, wenn Deutschland aus seinen Zweibundverpflichtungen mit Österreich in einen Balkankonflikt einbezogen würde. Die Engländer hatten mit ihrer eigentümlichen Art die Deutschen darüber belehrt, dass es in Westminster etwas gibt, dass sie Parlament nennen (was man in dieser Form ja in Deutschland nicht kennen würde) und dieses Parlament würde jeden Bündnisvertrag in Stücke zerreißen, der ein Engagement des britischen Militärs auf dem Balkan oder zugunsten einer Balkanangelegenheit verlangen würde.

Wenn Österreich im Juli 1914 auf dem Balkan Fakten geschaffen hätte - ob erfolgreich oder nicht sei mal dahingestellt - hätte es in London wohl eine Debatte gegeben ob man sich militärisch engagieren wolle oder nicht. Diese Debatte hätte aber vor dem Hintergrund des bereits eingetretenen Krieges (!) eine ganz andere Qualität gehabt. London hätte dann klar Farbe bekennen müssen ob sie einen serbisch-russischen Krieg unterstützen wollen oder nicht.
In der Juli-Krise, so wie sie tatsächlich verlaufen ist, hat London immer noch gehofft durch Parteinahme zugunsten Rußlands einen Balkankrieg zu verhindern und die Entente politisch zu retten.

Tatsächlich war ein Krieg auf dem Kontinent in London erst vermittelbar, als Deutschland begann, den unseligen Schliefen-Plan in die Tat umzusetzen. Aber nochmals, bei einem raschen Angriff Österreichs gegen Serbien wäre die Ausgangslage eine völlig andere gewesen, dann wäre es um Serbien gegangen und nicht um Belgien. Dann wäre es nicht um den Aufbau einer Drohkulisse gegangen, sondern um einen konkreten militärischen Beitrag. Ich bin fest davon überzeugt in London - und zwangsläufig auch in Paris - wäre es dann - zumindest eine Zeitlang - sehr still geworden.

Wie sich ein solches Szenario militärisch entwickelt hätte, läßt sich natürlich schwer abschätzen. Es ist aber zu beachten, dass das russische Militär wegen der langen Mobilisierungszeit erst Ende Juli einsetzbar war. Die lange Debatte spielte Rußland in die Hände.

Nebenbei: Das man in Wien zögerlich war, lag nicht nur an fehlendem Vertrauen in die Deutschen oder an Angst vor Rußland. Man war sich auch mit Budapest nicht einig.

VG Marco
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Alt 14.09.2011, 19:29   #23 (permalink)
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Servus, Marco!
Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Wenn Österreich Serbien angegriffen hätte und darauf Rußland FREIWILLIG in diesen Krieg eingetreten wäre und dadurch selber in Bedrängnis geraten wäre, hätten sie keineswegs automatisch von Großbritannien oder Frankreich Hilfe verlangen können.
Die Lage Ende Anfang August 1914 war doch so, dass Rußland "sich bedroht fühlte" durch das österreichische Ultimatum an Serbien sowie die - handfeste - Gefahr einer deutschen Mobilisierung. Wäre GB absolut gegen einen Krieg gegen D gewesen, hätte diese russische "Furcht" nichts genützt, R wäre alleine gegen D und ÖU gestanden. Aber GB signalisierte - trotz Vermittlungsangeboten an die Mittelmächte - ebenso wie F schon frühzeitig an R, dass man helfen würde, wenn der Kriegsfall einträte, denn man sähe einen russischen Kriegseintritt auf alle Fälle als defensiv an..

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
dieses Parlament würde jeden Bündnisvertrag in Stücke zerreißen, der ein Engagement des britischen Militärs auf dem Balkan oder zugunsten einer Balkanangelegenheit verlangen würde.
Das mag 1902 so gewesen sein - 1914 war die Lage anders.

Zitat:
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Wenn Österreich im Juli 1914 auf dem Balkan Fakten geschaffen hätte - ob erfolgreich oder nicht sei mal dahingestellt - hätte es in London wohl eine Debatte gegeben ob man sich militärisch engagieren wolle oder nicht.
Das kannst du aber nicht so einfach dahinstellen, denn natürlich hätte es einen gewaltigen Einfluss auf die Debatten in London gehabt, ob ÖU erfolgreich gegen Serbien gewesen wäre oder nicht!

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Diese Debatte hätte aber vor dem Hintergrund des bereits eingetretenen Krieges (!) eine ganz andere Qualität gehabt. London hätte dann klar Farbe bekennen müssen ob sie einen serbisch-russischen Krieg unterstützen wollen oder nicht.
Krieg zwischen Serbien und Russland? Wohl kaum. Du meinst vermutlich mit "serbisch-russischen Krieg" einen Krieg von R und Serbien gegen die Mittelmächte, speziell ÖU?
Da hat zwar nicht London, aber immerhin Paris schon recht früh "Farbe bekannt". Allein aufgrund der französischen Rückendeckung fühlte sich R stark genug, gegen ÖU und D den Krieg zu wagen - vor allem, weil man in Petersburg sehr wohl wusste, wie schnell man die Armee in Marsch setzen konnte. Während in Berlin und Wien noch über die Langsamkeit des "russischen Bäten" schwadroniert wurde...

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
In der Juli-Krise, so wie sie tatsächlich verlaufen ist, hat London immer noch gehofft durch Parteinahme zugunsten Rußlands einen Balkankrieg zu verhindern und die Entente politisch zu retten.
Wovor zu retten? Dass die Alliierten die Stärkeren waren, dürfte VOR ALLEM in London Konsens gewesen sein...

Oder meinst du, dass die Entente bei einem Balkankrieg unter Teilnahme nur Russlands, nicht aber GB´s und F´s zerbrochen wäre?

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Tatsächlich war ein Krieg auf dem Kontinent in London erst vermittelbar, als Deutschland begann, den unseligen Schliefen-Plan in die Tat umzusetzen. Aber nochmals, bei einem raschen Angriff Österreichs gegen Serbien wäre die Ausgangslage eine völlig andere gewesen, dann wäre es um Serbien gegangen und nicht um Belgien. Dann wäre es nicht um den Aufbau einer Drohkulisse gegangen, sondern um einen konkreten militärischen Beitrag. Ich bin fest davon überzeugt in London - und zwangsläufig auch in Paris - wäre es dann - zumindest eine Zeitlang - sehr still geworden.
Wenn, dann nur eine kurze Zeitlang. Denn dann wären die deutschen Erfolge bei weitem umfassender gewesen wie in der tatsächlichen Situation eines Zweifrontenkriegs. Wären GB und F nicht von Anfang an am Krieg beteiligt gewesen, hätte D keinen Zweifrontenkrieg führen müssen - zumindest anfangs nicht, später sicherlich doch, aber dann wäre höchstwahrscheinlich R schon besiegt gewesen - und die schnellen deutschen Erfolge hätten in London und Paris schon im September 1914 zu einem wahren Orkan geführt...
Andererseits - und das ist das Problem bei solchen wilden Spekulationen - wäre bei einem Einfrontenkrieg D´s nur gegen R - Serbien hätte ÖU wahrscheinliuch erst mal alleine übernommen - nicht das Duo Ludendorff-Hindenburg an der Ostfront zum Einsatz gekommen, sondern der ganz und gar im 19.Jh. verhaftete Falkenhayn.- Ob der die russische Armee auch so überraschend besiegt hätte? Vielleicht ja, weil er ja die gesamte dt. Armee zur Verfügung gehabt hätte (abzüglich der Truppen, die man zur Sicherung im Westen lassen MUSSTE, denn mit einem Eingreifen F´s und GB´s musste man jederzeit rechnen); vielleicht aber auch nicht, denn die Russen griffen 1914 mit sehr starken Kräften an und waren nach der Papierform absolut überlegen - und viel schneller einsatzbereit als die dt. Armee!

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Wie sich ein solches Szenario militärisch entwickelt hätte, läßt sich natürlich schwer abschätzen. Es ist aber zu beachten, dass das russische Militär wegen der langen Mobilisierungszeit erst Ende Juli einsetzbar war. Die lange Debatte spielte Rußland in die Hände.
Aber auch den Deutschen. Denn die waren absolut nicht vorbereitet auf einen Krieg!

Zitat:
Zitat von trace-cgn Beitrag anzeigen
Nebenbei: Das man in Wien zögerlich war, lag nicht nur an fehlendem Vertrauen in die Deutschen oder an Angst vor Rußland. Man war sich auch mit Budapest nicht einig.
Das allerdings ist richtig.

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Alt 15.09.2011, 11:18   #24 (permalink)
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Jetzt hoffe ich nur, dass ich nichts überlesen habe.

Was mMn bisher nicht zur Sprache kam:
Poincare (zdZ franz. Staatspräsident) war 20-23 Juli 1914 in Petersburg und hat den Russen ebenfalls weitgehende Zusagen gemacht, die man durchaus ebenfalls als "Blankoscheck" werten könnte.
Lenin hat diese Vorgänge nach der Oktoberrevolution publizieren lassen. Sie spielten dann eine gewisse Rolle in der Diskussion zum "Kriegsschuld-Artikel" im Versailler Vertrag, änderten aber natürlich nichts.
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Alt 15.09.2011, 13:48   #25 (permalink)
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Paul sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphärePaul sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Eine Bedrohung Russlands durch das Deutsche Reich gab es doch nicht wirklich. Das Deutsche Reich versprach Österreich gegen Russland beizustehen, wenn dieses das schwächere Österreich angriff. Die Offensive Russlands gegen das Deutsche Reich veränderte die Lage. Das Deutsche Reich mußte sich gegen den tatsächlichen Angriff Russlands sogar auf eignem Boden verteidigen. Hätte sich Russland defensiv verhalten oder nur die Verteidigungsbereitschaft Serbiens gestärkt, wäre es wahrscheinlich nicht zum Weltkrieg gekommen. Es hätte immer noch Zeit für Verhandlungen gegeben.
Natürlich hätte es danach immer noch Verhandlungen geben können. Der leichte Vorstoß der Deutschen Truppen nach Russland verstärkte allerdings nicht die Motivation der Führung im Deutschen Reich, mit Russland zu verhandeln. Das waren extreme Fehler in der russischen Führung. Um die Provokationen Serbiens zu unterstützen wurde das eigne Reich gefährdet. Russland hätte auf dem Verhandlungsweg, vor seinem Angriff, als Vermittler mehr für Serbien erreichen können.
Die Russische Führung überschätzte die militärische Stärke Russlands.
Die Reichsregierung machte in erster Linie politische Fehler, so das sich ein Weltkrieg entwickeln konnte, an welchem sich auch die USA und Großbritanien gegen die Mittelmächte beteiligten.
Politische Fehler:
Das Deutsche Reich hatte bei dem Konflickt nichts zu gewinnen. Es gab keine besetzten Gebiete Deutschlands außerhalb des Deutschen Reichs und Österreich Ungarns, welche befreit hätten werden können.
Das Deutsche Reich hätte mäßigend auf Österreich und Russland einwirken müssen und gemeinsam mit Russland als Vermittler zwischen Serbien z.B. einer neuen Regierung und Österreich tätig werden können. Die Attentäter hätten ohne Kriegserklärung beseitigt werden können bzw. die Überlebenden Attentäter und Verantwortlichen in der serbischen Regierung hätten dazu gezwungen werden können unterzutauchen.
Das Deutsche Reich hätte auf den Einmarsch in bzw. den Durchmarsch durch Belgien verzichten müssen und sich dafür engagieren müssen, das andere Staaten nicht in den Krieg eintreten würden. Gegenüber Frankreich hätte eine Befestigung der Grenze wahrscheinlich ausgereicht. Die französische Regierung hätte es sich dann sicherlich überlegt, ob sie Millionen Soldaten bei dem Versuch diese Grenze zu durchbrechen vergeblich opfern sollte.
Wenn man eine Hierarchie der Verantwortung für diesen konkreten Krieg darstellen wollte, kämen nach Serbien ganz sicher gleich Russland.
Die Blankoschecks Frankreichs und Großbrittanien gegenüber Russland wiegen umso schwerer, als beide eigentlich nicht bedroht waren. Beide Regierungen waren also Kriegstreiber.
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Paul

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Geändert von Paul (15.09.2011 um 13:53 Uhr).
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Alt 15.09.2011, 17:23   #26 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Eine Bedrohung Russlands durch das Deutsche Reich gab es doch nicht wirklich.
Stimmt. Das D.R. wusste, dass es bei einem Zweifrontenkrieg im Osten erst einmal unterlegen war. ABER: Es reichte, dass sich R bedroht FÜHLTE, um die Entente zum Handeln zu bringen.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Das Deutsche Reich versprach Österreich gegen Russland beizustehen, wenn dieses das schwächere Österreich angriff. Die Offensive Russlands gegen das Deutsche Reich veränderte die Lage. Das Deutsche Reich mußte sich gegen den tatsächlichen Angriff Russlands sogar auf eignem Boden verteidigen. Hätte sich Russland defensiv verhalten oder nur die Verteidigungsbereitschaft Serbiens gestärkt, wäre es wahrscheinlich nicht zum Weltkrieg gekommen. Es hätte immer noch Zeit für Verhandlungen gegeben.
Theoretisch ja. Aber praktisch waren weder Russen noch Mittelmächte zum Verhandeln "aufgelegt" - alle Seiten WOLLTEN die Waffen sprechen lassen - wobei die Österreicher die vielleicht eifrigsten waren.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Natürlich hätte es danach immer noch Verhandlungen geben können. Der leichte Vorstoß der Deutschen Truppen nach Russland verstärkte allerdings nicht die Motivation der Führung im Deutschen Reich, mit Russland zu verhandeln. Das waren extreme Fehler in der russischen Führung.
Solange russische Truppen in oder in der Nähe von deutschem Territorium standen - noch dazu zahlenmäßig gnadenlos überlegen - wäre es deutscherseits auch sinnlos gewesen, zu verhandeln.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Um die Provokationen Serbiens zu unterstützen wurde das eigne Reich gefährdet. Russland hätte auf dem Verhandlungsweg, vor seinem Angriff, als Vermittler mehr für Serbien erreichen können.
Wie denn? Die Österreicher wollten den Krieg, keine Verhandlungen, sonst hätte ihnen - wie sogar W.II. zugab - das Eingehen Serbiens auf das Wiener Ultimatum genügt.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Die Russische Führung überschätzte die militärische Stärke Russlands.
Mag sein, aber die russischen Streitkräfte waren den deutschen an der Ostfront eigentlich die meiste Zeit überlegen. Die Russen hatten nur keine derart mutigen (dreisten?) Generäle wie die Deutschen an der Ostfront. Was Ludendorff und Hindenburg riskierten, geht auf keine Kuhaut. Mehr als einmal stand es Spitz auf Knopf, dass die Deutschen entweder die Russen besiegten oder aber alles verloren und die Russen freie Bahn auf Berlin hatten. Sie hatten unwahrscheinliches Glück, dass ihre Pläne meistens aufgingen. Ein Teil des Glückes bestand natürlich auch darin, dass "Oberost" (=Hindenburg/Ludendorff) sehr viel unkonventioneller dachten als die russischen Generäle auf der Gegenseite.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Die Reichsregierung machte in erster Linie politische Fehler, so das sich ein Weltkrieg entwickeln konnte, an welchem sich auch die USA und Großbritanien gegen die Mittelmächte beteiligten.
Politische Fehler:
Das Deutsche Reich hatte bei dem Konflickt nichts zu gewinnen.
Doch. Deutschland hatte seinen wichtigsten (und einzigen) Bündnispartner zu verlieren, vor allem nach der Geschichte mit dem "Blankoscheck".

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Das Deutsche Reich hätte mäßigend auf Österreich und Russland einwirken müssen und gemeinsam mit Russland als Vermittler zwischen Serbien z.B. einer neuen Regierung und Österreich tätig werden können.
Da hätten aber erst die Österreicher mitmachen müssen. Wollten sie aber nicht (bis auf Ausnahmen wie den ungarischen MP, der aber ausgebootet wurde)

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Die Attentäter hätten ohne Kriegserklärung beseitigt werden können bzw. die Überlebenden Attentäter und Verantwortlichen in der serbischen Regierung hätten dazu gezwungen werden können unterzutauchen.
1. Wie denn?
2. wollte man das in Wien nicht, man wollte ein Exempel statuieren, um als Großmacht wieder ernst genommen zu werden...

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Das Deutsche Reich hätte auf den Einmarsch in bzw. den Durchmarsch durch Belgien verzichten müssen und sich dafür engagieren müssen, das andere Staaten nicht in den Krieg eintreten würden.
Nochmals: Wie denn, wenn Wien auf Teufel komm raus Krieg gegen Serbien will?

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Gegenüber Frankreich hätte eine Befestigung der Grenze wahrscheinlich ausgereicht. Die französische Regierung hätte es sich dann sicherlich überlegt, ob sie Millionen Soldaten bei dem Versuch diese Grenze zu durchbrechen vergeblich opfern sollte.
Vor allem, weil die französische Armee defensiv aufgestellt war.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Wenn man eine Hierarchie der Verantwortung für diesen konkreten Krieg darstellen wollte, kämen nach Serbien ganz sicher gleich Russland.
Die Blankoschecks Frankreichs und Großbrittanien gegenüber Russland wiegen umso schwerer, als beide eigentlich nicht bedroht waren. Beide Regierungen waren also Kriegstreiber.
Die meisten beteiligten Regierungen wollten einen Krieg, zumindest wollten sie ihn riskieren. Aber vor allem die Wiener Hofkamarilla arbeitete gezielt darauf hin, dass es auch ja zum Krieg kam.

VG
Christian
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Alt 15.09.2011, 19:54   #27 (permalink)
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Die existentielle Bedrohung Österreich/Ungarns in diesem Krieg sprach ja dafür, diesen Krieg zu vermeiden o. zumindest zu begrenzen und möglichst schnell wieder zu beenden.
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viele Grüße

Paul

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Alt 15.09.2011, 20:59   #28 (permalink)
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Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Die existentielle Bedrohung Österreich/Ungarns in diesem Krieg sprach ja dafür, diesen Krieg zu vermeiden o. zumindest zu begrenzen und möglichst schnell wieder zu beenden.
Das sah man in Wien aber anders.
ÖU waren die einzigen, die den Krieg wirklich wollten.
Den Anlass "Sarajewo" unbedingt nützen wollten. Die Sympathie der ganzen Welt war ja durchaus auch für 2-3 Wochen auf Seiten ÖUs.

Natürlich wollte man keinen Weltkrieg, aber die Serben im Hurra "züchtigen", Weihnachten wieder zu Hause.
Und durch den siegreichen Krieg die Monarchie wieder für eine Weile gerettet.

In den übrigen Ländern hat sich wohl in diesen Wochen irgendwann die Meinung durchgesetzt, "besser jetzt wie später".
Seit Jahren war man in ständig neuen Krisen immer haarscharf am Krieg vorbeigeschrammt, und jetzt nicht mehr.
Grey hat kurz nach dem Krieg geäußert, man wäre "hineingetaumelt" und ich denke mal, das triffts.
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Alt 16.09.2011, 08:41   #29 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
Das sah man in Wien aber anders.
ÖU waren die einzigen, die den Krieg wirklich wollten.
Den Anlass "Sarajewo" unbedingt nützen wollten. Die Sympathie der ganzen Welt war ja durchaus auch für 2-3 Wochen auf Seiten ÖUs.

Natürlich wollte man keinen Weltkrieg, aber die Serben im Hurra "züchtigen", Weihnachten wieder zu Hause.
Und durch den siegreichen Krieg die Monarchie wieder für eine Weile gerettet.

In den übrigen Ländern hat sich wohl in diesen Wochen irgendwann die Meinung durchgesetzt, "besser jetzt wie später".
Seit Jahren war man in ständig neuen Krisen immer haarscharf am Krieg vorbeigeschrammt, und jetzt nicht mehr.
Grey hat kurz nach dem Krieg geäußert, man wäre "hineingetaumelt" und ich denke mal, das triffts.

Die alte Geschichte vom "Hineinschlittern" ? wie es in Deutschland hieß ?
Quatsch.
In diesem Theme ist ausreichend auf die Intensionen des Einen und des Anderen hingewiesen worden, in Abhängigkeit von der Sicht, wer nun Verursacher des Krieges war. Darum werden auch die Handlungen der Beteiligten unterschiedlich gewertet.

Das Thema lautet ja nun "Blankoscheck"
Merwürdigerweise ist bei allen bisherigen Beiträgen ein ganz wichtiger Punkt völlig unter den Tisch gefallen, weil vielleicht garnicht erkannt:

Der Inhalt des "Blankoschecks" (Siehe Text im 1. Beitrag) sagt ja dem Wort nach aus, dass Deutschland an der Seite Österreichs stehen wird, gemeint ist die Bestätigung einer Bündniszusage.
Was ist denn eine Bündniszusage ? Doch nicht, dass Österreich tun und lassen kann, was es will, sondern dass Deutschland für den Fall eines (für diesen Fall wahrscheinlichen Konfliktes mit Russlaand, wenn also Russland Österreich angreift , dem Land beistedt)
Stop ! nun keinen Denkfehler machen. Natürlich trat dann dieser Bündnisfall darum ein, als Östereich Serbien angriff und Russland dann gegenüber Serbien den Bündnisfall erklärte und Österreich angriff, was dann den Bündnisfall Deutschlands gegenüber Österreich auslöste. ABER: dieser Bündnisfall Deutschlands gegenüber Österreich wäre auch dann ausgelöst worden, wenn Russland aus wie auch immer gearteten Gründen Österreich angegriffen hätte OHNE Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien.

So wie Österreich endlich tabula rasa mit Serbien machen wollte, so hatte sicherlich auch Russland ein Interesse daran, als Schutzmacht des Balkans die Position Serbiens zu stärken und dafür einen kleinen Krieg mit Österreich inkauf zu nehmen.

D,h. was als Brlankoscheck bezeichnet wird ist eine Bündniszusage an Österreich für den Fall, dass es angegriffen wird, aber nicht als Vollmacht für eine Handlung, die einen solchen Angriff provoziert.

Auf unsere jüngere Geschichte bezogen: Die Zusage des Bündnisfalles der USA für die BRD galt nur für den Fall, dass die NVA nach Hessen einmarschiert, aber nicht für den Fall, dass die Bundeswehr in die DDR einmarschiert, sich dort blutige Nasen holt, mit der Antwort der NVA eines Einmarsches in Hessen.

Ungläubig und panisch hatte dann die OHL, die Obere Heeresleitung in Deutschland über das reagiert, was dann Hötzendorf in Östrerreich veranstaltet hat.
Es gibt nach Meinung 2 Gesichtspunkte, die in einen einzigen münden:

Wenn einmal unterstellt wird, dass Österreich die Bündnispflicht auch für den Fall ansah, wenn es Serbien angriff und damit einen Krieg mit Russland anschiebt , dann ist dennoch der Angriff Österreichs auf Serbien darum fraglich, wenn Österreich gewusst hätte, dass bei einem Bündnisfall Deutschland erst einmal nicht Österreich zuhilfe kommen würde, sondern von sich aus Frankreich angreifen würde.

v. Hötzendorf kannte den Schlieffenplan und die sich daraus ergebenden Wahrscheinlichkeiten. Ursprünglich geplant, dass Deutschland ein Vasall Österreichs sein würde, wäre dann Österreich ein Vasall Deutschlands gegen einen um vielfaches stärkeren Gegner.

Richtig ist sicher, dass Deutschland seinen Kantonisten im Südosten kannte und die Schwammigkeit und Missdeutungsfähigkeit dieser Zusage bewusst eingesetzt hat.

All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Deutschland den WK 1 verursacht hat. Deutschland wurde in Europa nicht mehr als ein friedfertiges Land angesehen, die Abläufe nach Sarejewo waren für die Einschätzung nicht entscheidend.

Geändert von krasnaja (16.09.2011 um 08:45 Uhr).
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Alt 16.09.2011, 10:41   #30 (permalink)
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Zitat:
Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen

Das Thema lautet ja nun "Blankoscheck"
Merwürdigerweise ist bei allen bisherigen Beiträgen ein ganz wichtiger Punkt völlig unter den Tisch gefallen, weil vielleicht garnicht erkannt:

Der Inhalt des "Blankoschecks" (Siehe Text im 1. Beitrag) sagt ja dem Wort nach aus, dass Deutschland an der Seite Österreichs stehen wird, gemeint ist die Bestätigung einer Bündniszusage.
Was ist denn eine Bündniszusage ? Doch nicht, dass Österreich tun und lassen kann, was es will, sondern dass Deutschland für den Fall eines (für diesen Fall wahrscheinlichen Konfliktes mit Russlaand, wenn also Russland Österreich angreift , dem Land beistedt)
Stop ! nun keinen Denkfehler machen. Natürlich trat dann dieser Bündnisfall darum ein, als Östereich Serbien angriff und Russland dann gegenüber Serbien den Bündnisfall erklärte und Österreich angriff, was dann den Bündnisfall Deutschlands gegenüber Österreich auslöste. ABER: dieser Bündnisfall Deutschlands gegenüber Österreich wäre auch dann ausgelöst worden, wenn Russland aus wie auch immer gearteten Gründen Österreich angegriffen hätte OHNE Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien.

So wie Österreich endlich tabula rasa mit Serbien machen wollte, so hatte sicherlich auch Russland ein Interesse daran, als Schutzmacht des Balkans die Position Serbiens zu stärken und dafür einen kleinen Krieg mit Österreich inkauf zu nehmen.

D,h. was als Brlankoscheck bezeichnet wird ist eine Bündniszusage an Österreich für den Fall, dass es angegriffen wird, aber nicht als Vollmacht für eine Handlung, die einen solchen Angriff provoziert.

.

Vielleicht mal ein paar Fakten:
Code:
http://wwi.lib.byu.edu/index.php/Die%20%C3%96sterreichisch-Ungarischen%20Dokumente%20zum%20Kriegsausbruch
Der Fischer können wir doch mal hinten drüben lassen. ist doch inzwischen kalter Kaffee.
Suebe ist gerade online  
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