Zitat:
Zitat von Obotrit Deutschland wollte im Grunde nichts von seinen Nachbarn, egal was uns @krasnaja über "unersättliche Landgier" weismachen will. |
Ja, ja es tut auch nach fast 100 Jahren weh, sich der Fratze des deutschen wilhelminischen Imperialismus zu stellen.
Dann sagen SIE mir doch einmal, worum es im WK 1 deutscherseits ging.
Was waren denn die deutschen Kriegsziele ?
Der Umstand, dass diese Kriegziele verworren waren, und das waren sie, wie ich Ihen unten beweisen werden, diese Unklarheit über die Kriegsziele bedeutet ja nun nicht, dass "Deutschland nicht svon seinen Nacharn wollte"
Anfangs man ja der Meinung, man tue Belgien Unrecht, das man später wieder gutmachen wollte, aber 2 Jahre später, 1916 wollte man Belgien plötzlich als Kriegsziel für Deutschland behalten, sogar um den Preis eines abgelehnten Friedensangebotes der Engländer.
Es stimmte ja einfach nicht, dass man "Belgien als feindliches Einfallstor für die Zukunft ausschalten musste" (einen sinngemäßen Satz hörte ich hier bereits vor einigen Tagen) Belgien war ja von keinen Feind als Einfallstor nach Deutschland benutzt worden, sondern von Deutschland nach Frankreich.
Es stimmt schon, unmittelbar bei Kriegsbeginn 1914 hatte das Reich keine direkten Gebietsforderungen, an wen auch, bekanntlich kommt der Appetit beim essen.
Von Keinem war der Krieg anfangs wegen territorialler Veränderungen geführt worden, selbst von Frankeich anfangs nicht. L Alsace et la Lorraine wurden erst später das Kriegsziel. Es ist ein typische rechtsnationalistisches Theorem, dass der Krieg von Frankreich zur Rückgewinnung dieser Gebiete "geplant, innitiiert" oder was sich sonst da einige einfallen lassen, geplant war.
Vielleicht dachte manche Leute bereits an den nächsten Krieg, indem man Belgien und die flandrische Küste als Flottenbasis gegen die England brauchte, dann aber England einen Frieden ohne die Wiederherstellung Belgiens generell ablehnen würde.
Auch wusste man garnicht, was man eigentlich mit Belgien anfangen sollte. Nur Flanden annektieren , nur Lüttich , oder Flandern nicht annektieren und zu einem Satellitenstaat machen und Walonien annektieren, Walonien nicht annektieren und Frankreich als Kompensation für Longwy-Briey anbeiten sollte.
Lauter einander widersprechende Verlegenheitsprojekte, die ganz deutlich zeigen, dass Deutschland mit Belgien nichts anzufangen wusste, NUR: wiederherstellen und damit einen möglichen Frieden mit England zu bekommen, das wollte man auch nicht.
Ein Siegfrieden war seit der 1. Marne Schlacht nicht mehr möglich. aber zwischen Siegfrieden und einem Verhandlungsfrieden liegen real nur Grade, zwischen einem Verhandlungsfrieden und einem verlorenen Krieg aber Welten.
Und Deutschland verlor den Krieg , die Chance zu einem Remis Anfang 1918 durch seine unbezähmbare Länder- und Beutegier.
Beweis: 1917 hatten im Westen 141 deutsche, im Osten 99 deutsche und 40 östereichische Divisionen gestanden. Im März 1918 (Michael) als es darauf ankam, hätten im Westen bis zu 240 deutsche Divisionen und vielleicht dazu noch einmal 20 - 30 östereichische Divisionen stehen können. Tasächlich standen am 21.3.1918 im Westen nur 190 deutsche Divisionen und 4 österrichische Divisionen.
50 deutsche Divisionen , mehr als eine halbe Million Mann marschiertenb sogar aber in die falsche Richtung, nämlich nach Osten.
Eigentlich froh zu sein, die ostfroent los zu sein und die freiwerdenden Kräfte dann im Westen einzusetzen konnten die deutschen Militärs der Versuchung nicht wiederstehen . sich im Osten bei der russischen Schwäche ein riesieges Imperium zusammenzuzimmern. DAS ist die Wahrheit
Aus purer Beute- und Landgier.
Es liegt eine gewisse strenge Gerechtigkeit der Geschichte darin, dass Deutschland damit zugleich seine politische Existenz verspielte.
Am 8.Mai 1918 besetzten deutsche Truppen Rostow am Don, 8 Tage vorher war die letzte Chance für ein Remis in den flandrischen Hügeln zwischen Kemmel und Scherpenberg endgültig verspielt worden. Was nützte es da, Rostow am Don erobert zu haben.