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05.12.2011, 20:17
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 25.09.2011 Ort: Gifhorn
Beiträge: 12
| Rußlands Krieg gegen das DR Moin, ich hab mal eine Frage:
Ich hab grade wieder einmal ein Buch des Historiker Sönke Neitzel am Wickel und da ist mir etwas aufgefallen, worauf ich mir keinen Reim bilden kann: Warum hat man von deutscher Seite aus die kriegerischen Handlungen nach der Niederschlagung Rumäniens nahezu komplett eingestellt und die Truppen dort abgezogen? Ich meine, wenn man Bethmann Hollwegs Septemberplan wirklich hätte durchsetzen wollen, dann hätte man sich doch auch erst auf die Großmacht stürzen können, die sowieso schon am Boden lag oder??
Danke schonmal  |
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05.12.2011, 20:29
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.026
| Zitat:
Zitat von ThomasMüntzer1994 Moin, ich hab mal eine Frage:
Ich hab grade wieder einmal ein Buch des Historiker Sönke Neitzel am Wickel und da ist mir etwas aufgefallen, worauf ich mir keinen Reim bilden kann: Warum hat man von deutscher Seite aus die kriegerischen Handlungen nach der Niederschlagung Rumäniens nahezu komplett eingestellt und die Truppen dort abgezogen? Ich meine, wenn man Bethmann Hollwegs Septemberplan wirklich hätte durchsetzen wollen, dann hätte man sich doch auch erst auf die Großmacht stürzen können, die sowieso schon am Boden lag oder??
Danke schonmal  | Das bedauert schon Hindenburg in seinen Erinnerungen, alle Gegner die man geschlagen hatte, konnte man nicht endgültig besiegen.
Serbien, Belgien, Italien, Russland lange, Rumänioen lange....
Das Hemd war zu kurz, es hat woanders gebrannt, musste man versuchen das nächste Feuer unter Kontrolle zu nehmen.
Ich denke du verstehst die Umschreibung. |
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06.02.2012, 04:49
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#3 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Majordomus
Registriert seit: 30.01.2012 Ort: Niedersachen
Beiträge: 71
| Zitat:
Zitat von ThomasMüntzer1994 Warum hat man von deutscher Seite aus die kriegerischen Handlungen nach der Niederschlagung Rumäniens nahezu komplett eingestellt und die Truppen dort abgezogen? Ich meine, wenn man Bethmann Hollwegs Septemberplan wirklich hätte durchsetzen wollen, dann hätte man sich doch auch erst auf die Großmacht stürzen können, die sowieso schon am Boden lag oder??
Danke schonmal  | Nach der Niederschlagung Rumäniens (RU) wurden die dort eingesetzten deutschen Truppen dringend an anderen Fronten gebraucht. An der Ostfront waren die Österreicher infolge der Brussilow-Offensiven kurz vor dem Zusammenbruch. An der Italienfront am Isonzo stand der Durchbruch von Flitsch/Tolmein an, hierfür wurde bspw. das Deutsche Alpenkorps (DAK) benötigt, das vorher in RU im Einsatz war. Das DAK war nach geglücktem Durchbruch allerdings nur noch bis zum Tagliamento dabei, dann wurde es an die Westfront abkommandiert. Die Niederschlagung RU`s war der letzte aus einem Bewegungskrieg heraus erzielte Sieg der Mittelmächte im 1. WK. Russland kann man nicht dazu zählen, denn die haben sich ja praktisch selbst aufgelöst. |
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11.04.2012, 13:06
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#4 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 29.05.2011
Beiträge: 11
| Hallo erst mal,
Ich kann mich nur anschließen
DR musste seine Armee immer wieder verschieben, schließlich wären sonst andere Feinde einmarschiert. DR konnte nie gestürtzte Gegnern den Todesstoß geben. Vielleicht der Grund für die Niederlage des DR |
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11.04.2012, 15:22
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.340
| Zitat:
Zitat von Herkules Hallo erst mal,
Ich kann mich nur anschließen
DR musste seine Armee immer wieder verschieben, schließlich wären sonst andere Feinde einmarschiert. | Außerdem hatte man an der Ostfront eigentlich nie die nötigen Truppen, um einen wirklich erfolgreichen Bewegungskrieg zu führen (er ja auch bedeutete, erobertes Gebiet halten zu können). Die immer stärkeren Truppenkonzentrationen an der Westfront gingen immer auch zu Lasten der Ostfront, wo "das Hemd" der OHL immer noch "kürzer" wurde.
Man hatte auf deutscher Seite, wie auch Herkules ganz richtig sagte, immer nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Letzten Endes überanstrengte man die deutschen Kräfte - die österreichischen sowieso - von Kriegsbeginn an.
So war der Krieg nicht zu gewinnen. Die OHL hoffte ja auch immer, dass einer der Alliierten eher überanstrengt sein könnte als das D.R....das war eigentlich von Anfang an die Hauptperspektive, wie der Krieg überhaupt nur zu gewinnen sein könnte.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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11.04.2012, 20:17
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.026
| Zitat:
Zitat von 913Chris So war der Krieg nicht zu gewinnen. Die OHL hoffte ja auch immer, dass einer der Alliierten eher überanstrengt sein könnte als das D.R....das war eigentlich von Anfang an die Hauptperspektive, wie der Krieg überhaupt nur zu gewinnen sein könnte.
VG
Christian | Was wäre wenn, ist einerseits müßig, aber halt doch interessant
Max von Baden stellt in seinen Memoiren die Frage, was wohl passiert wäre, wenn das Deutsche Reich die Granaten-Dummheit mit dem unbeschränkten U-Bootkrieg nicht gemacht hätte.
Und die Entente England/Frankreich im Spätherbst 1917 ohne Verbündete gewesen wären.
USA nicht im Krieg, Russland zusammengebrochen, Italien vermutlich auch.
__________________ suebe_geschichteätyahoo.de |
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12.04.2012, 01:34
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 12.12.2009 Ort: Wien
Beiträge: 2.653
| Zitat:
Zitat von 913Chris Außerdem hatte man an der Ostfront eigentlich nie die nötigen Truppen, um einen wirklich erfolgreichen Bewegungskrieg zu führen (er ja auch bedeutete, erobertes Gebiet halten zu können). Die immer stärkeren Truppenkonzentrationen an der Westfront gingen immer auch zu Lasten der Ostfront, wo "das Hemd" der OHL immer noch "kürzer" wurde.
Man hatte auf deutscher Seite, wie auch Herkules ganz richtig sagte, immer nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Letzten Endes überanstrengte man die deutschen Kräfte - die österreichischen sowieso - von Kriegsbeginn an.
So war der Krieg nicht zu gewinnen. Die OHL hoffte ja auch immer, dass einer der Alliierten eher überanstrengt sein könnte als das D.R....das war eigentlich von Anfang an die Hauptperspektive, wie der Krieg überhaupt nur zu gewinnen sein könnte.
VG
Christian |
Das Problem lag doch eher darin, dass sich die OHL im Osten ein riesen Gebiet zusammenzimmerte, das sie zu annektieren gedachte, während im Westen der Krieg verloren ging, da dort infolge dessen die entscheidenden Soldaten fehlten.
Zwischen Brest Litowsk und der tatsächlichen Teilnahme von US-Soldaten an Schlachten der Westfront, wäre ein Zeitfenster gewesen, um mit den freigewordenen Kräften der Ostfront noch etwas zu bewirken.
__________________
MfG,
Titus Feuerfuchs
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12.04.2012, 01:47
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| hab ich schon öfters ausgeführt Wäre das deutsche Reich mit seinen Armeen von Anfang an im Westen defensiv und im Osten offensiv gewesen, hätte die Chance bestanden, den Status Quo zu halten, alles andere musste scheitern.
Russland wäre früh aus dem Krieg ausgeschieden, Frankreich in den Schützengräben hängengeblieben, GB weniger aktiv, USA und Japan neutral geblieben.
__________________
... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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12.04.2012, 08:22
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.340
| Zitat:
Zitat von lorginn Russland wäre früh aus dem Krieg ausgeschieden, Frankreich in den Schützengräben hängengeblieben, GB weniger aktiv, USA und Japan neutral geblieben. | Ja, nur mit den Schützengräben hat am Anfang des Krieges in Berlin keiner gerechnet. Auch nach dem Festfahren der Fronten haben die Deutschen immer wieder versucht, den "Durchbruch" zu schaffen, um wieder zum Bewegungskrieg zurückkehren zu können.
Dieses fast verzweifelte Festhalten an alten Plänen, v.a. Falkenhayn wird hier immer wieder als "Schuldiger" aungeführt, hat im Osten gewaltige Kräfte gekostet, die man hier gewinnbringender hätte einsetzen können.
Dass nach Brest-Litowsk nicht mehr Kräfte in den Westen verlegt werden konnten, hat damit zu tun, dass man im Osten Gebiete zu erwerben gedachte, die die Rohstoffe für das mittlerweile ja auch schon hungernde Reich und für die Westfront erzeugen sollten.
Außerdem wollte man strategische Sicherheit für die Zukunft (so ähnlich, wie das auch die Franzosen nach Versailles gemacht haben), außerdem spielte auch schon der "Lebensraum im Osten" eine Rolle.
VG
Christian
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12.04.2012, 15:47
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.026
| Zitat lorginn: Zitat: hab ich schon öfters ausgeführt
Wäre das deutsche Reich mit seinen Armeen von Anfang an im Westen defensiv und im Osten offensiv gewesen, hätte die Chance bestanden, den Status Quo zu halten, alles andere musste scheitern.
Russland wäre früh aus dem Krieg ausgeschieden, Frankreich in den Schützengräben hängengeblieben, GB weniger aktiv, USA und Japan neutral geblieben
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Na klar, mit dem Wissen von 1918.
Feldstellungen von Luxemburg bis in den Sundgau. Paar Millionen Kilometer Stacheldraht und ordentlich MGs eingebaut.
Großer Aufmarsch Ost und mit Hurra den Krieg gewinnen.
Was aber dann auch nur funktioniert, wenn der Gegner lediglich das Wissen von 1914 hat.
Die Überlegung die Max von Baden anstellt (mein Post oben) erscheint mir schlüssiger
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