| TagCloud | | |  | |
28.01.2012, 08:39
|
#201 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.340
| Zitat:
Zitat von Obotrit Sorry, das stimmt einfach nicht. Es waren deutsche Diplomaten, die Druck machten und das neutrale Ausland über die Vorfälle unterrichteten. | Und es waren deutsche Diplomaten, die nach Berlin berichteten, und zwar aufgrund von eigenen Recherchen bzw. von Gesprächen mit türkischen Offiziellen. Auch ihnen war wohl klar, dass die Zahlen, die ihnen von der türkischen Seite berichtet wurden, viel zu niedrig waren. Allerdings nahm man in Berlin zwar die Nachrichten zur Kenntnis, pfiff aber Diplomaten, die auf Eigeninitiative protestierten oder die türkische Regierung beeinflussen wollten, schnell wieder zurück, aus lauter Angst, entweder der türkische Verbündete könne "verprellt" werden oder aber die Scharfmacher in der türkischen Regierung (v.a. Innenminister Talaat) könnten die Macht komplett an sich reißen, was offenbar in Berlin auch nicht erwünscht war. Zitat:
Zitat von Obotrit Zudem war die Nachrichtenlage aus Inneranatolien nicht besonders zuverlässig, es gab nicht überall Beobachter, die das ganze Ausmaß der Pogrome überblickten. | Was die Deutschen an Beobachtern in Armeniern hatten, das waren Leute, mit denen die jeweiligen Diplomaten zufällig bekannt waren. Der Löwenanteil der Informationen kam von offiziellen türkischen Stellen, insbesondere von den beteiligten türkischen Ministern etc., mit denen die Deutschen nach Erhalt erster Nachrichten sprachen.
"Nicht besonders zuverlässig" ist glaub ich noch eine gelinde Untertreibung... Zitat:
Zitat von Obotrit Im Zweiten Weltkrieg wurde der Holocaust auch nicht sofort von den Alliierten voll erkannt bzw. geglaubt. | Den Genozid an den Armeniern hat man offenbar sofort geglaubt, anders lässt sich das Einschreiten und die relativ eindeutigen Berichte nicht nur deutscher Diplomaten eigentlich nicht erklären.
Übrigens fiel mir schon bei der Lektüre des wiki-Artikels der Sprachgebrauch auf: Da ist von der "Lösung der Armenierfrage" die Rede...
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
| |
28.01.2012, 11:05
|
#202 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.026
| Zitat:
Zitat von 913Chris Und es w
./.
Den Genozid an den Armeniern hat man offenbar sofort geglaubt, anders lässt sich das Einschreiten und die relativ eindeutigen Berichte nicht nur deutscher Diplomaten eigentlich nicht erklären.
VG
Christian | Es hat in der Türkei bis 1914 immer wieder Armenier-Pogrome gegeben. Das war zuerstmal nichts neues.
Neu war, dass Armee- und Staatsführung der Türkei involviert waren. Zitat: |
Übrigens fiel mir schon bei der Lektüre des wiki-Artikels der Sprachgebrauch auf: Da ist von der "Lösung der Armenierfrage" die Rede...
| Da haut es einem so richtig den Zapfen raus. Und der Wiki-Artikel hat sich erledigt.
__________________ suebe_geschichteätyahoo.de |
| |
28.01.2012, 11:17
|
#203 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 14.09.2011 Ort: An der Ostsee.
Beiträge: 879
| Zitat:
Zitat von Suebe Da haut es einem so richtig den Zapfen raus. Und der Wiki-Artikel hat sich erledigt. | Nöh, erstmal lesen. Das sind zeitgenössische Zitate. Und damals war diese dämliche Formulierung nicht so vorbelastet wie heute. |
| |
28.01.2012, 13:25
|
#204 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| Zitat:
Zitat von Suebe Es hat in der Türkei bis 1914 immer wieder Armenier-Pogrome gegeben. Das war zuerstmal nichts neues.
Neu war, dass Armee- und Staatsführung der Türkei involviert waren. | Das stimmt. Dabei war die Zahl der Opfer auch schon extrem hoch.
Wobei auch bei diesen Pogromen und Massakern die Behörden teilweise eingebunden waren, es zumindest geduldet haben. Zitat:
Zitat von Suebe Da haut es einem so richtig den Zapfen raus. Und der Wiki-Artikel hat sich erledigt. | Jetzt gerade, beim Beseitigen der letzten Kampfkochhinterlassenschaften von gestern abend, ist mir klar geworden, was du damit eigentlich sagen wolltest bzw. wie und was du meintest. Ein Schelm, der Böses dabei denkt... 
__________________ Wir! gründen das beste Forum für Geschichte. |
| |
01.02.2012, 17:37
|
#205 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Majordomus
Registriert seit: 30.01.2012 Ort: Niedersachen
Beiträge: 71
| Schon Offiziere der kaiserlich-deutschen Armee, die im 1. Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet war, registrierten den Genozid an den Armeniern und versuchen, mäßigend auf die Türken einzuwirken, gelungen ist es wohl nicht. Ich kann vielleicht gerade noch verstehen, dass die Türken das thema nervt, weil es schon fast 100 Jahre her ist, dass sie es aber komplett leugnen, verstehe ich nicht, denn jeder weiß doch, was damals 1915 in der syrischen Wüste geschah. |
| |
01.02.2012, 17:55
|
#206 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| Zitat:
Zitat von peanutjimmy Schon Offiziere der kaiserlich-deutschen Armee, die im 1. Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet war, registrierten den Genozid an den Armeniern und versuchen, mäßigend auf die Türken einzuwirken, gelungen ist es wohl nicht. | Nicht nur die. Es gab ja vor allem auch den Austausch zwischen deutschen Diplomaten vor Ort, der OHL und anderen.
Siehe weiter oben.
__________________ Wir! gründen das beste Forum für Geschichte.
Geändert von Nafets (01.02.2012 um 18:02 Uhr).
|
| |
08.02.2012, 11:23
|
#207 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 12.12.2009 Ort: Wien
Beiträge: 2.653
| Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich von dem unsympathischen Martin Schulz so eine treffende Aussage nicht erwartet hätte:
[...] "Als Deutscher, insbesondere als deutscher Präsident eines multinationalen Parlaments, muss ich jeden Tag mit unserer Vergangenheit leben, keiner einfachen, einer sehr schweren", sagte Schulz in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust. "Und die Dämonen unserer Vergangenheit leben bis heute fort und jeden Tag bin ich mit der Vergangenheit meines Landes konfrontiert. Aber mein Land, und darauf bin ich stolz, stellt sich seit 60 Jahren seiner Geschichte." Schulz empfahl der Türkei, "so offen wie möglich gegenüber der Vergangenheit zu sein. Das ist der beste Weg in die Zukunft." EU-Parlament: "Türkei soll Vergangenheit aufarbeiten" DiePresse.com
__________________
MfG,
Titus Feuerfuchs
|
| |
08.02.2012, 13:58
|
#208 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 02.10.2008
Beiträge: 6.625
| Also bitte, Martin Schulz in allen Ehren (unvergessen sein Geplänkel mit Berlusconi  ),
aber dass man nu als Deutscher 24 Std am Tag mit seiner Vergangenheit konfrontiert würde, ist doch Bullshit bis Verfolgungswahn.
Als hätte es ausserhalb Ds nur Leute und Institutionen, die stets darauf warteten, den armen Deutschen eins auszuwischen und 'reinzuwürgen, möglicherweise gar, um sie "Zahlmeister" usw. zu melken.
LG |
| |
08.02.2012, 18:44
|
#209 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von RedScorpion Also bitte, Martin Schulz in allen Ehren (unvergessen sein Geplänkel mit Berlusconi  ),
aber dass man nu als Deutscher 24 Std am Tag mit seiner Vergangenheit konfrontiert würde, ist doch Bullshit bis Verfolgungswahn.
Als hätte es ausserhalb Ds nur Leute und Institutionen, die stets darauf warteten, den armen Deutschen eins auszuwischen und 'reinzuwürgen, möglicherweise gar, um sie "Zahlmeister" usw. zu melken.
LG | Er hat aber auch nicht von konfrontieren gesprochen sondern leben, zumindest in dem hier zitierten Absatz. Dies ist schon ein Unterschied. 
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
| |  | |
Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.1.0

Forum style by ForumMonkeys.com.
| |