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Tags: adenauer, stalingrad

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Alt 29.06.2011, 12:59   #1 (permalink)
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Stalingrad in der Adenauer-Ära

Stalingrad in der Ära Adenauer


Traumatisierte Soldaten. Es gab einen gewaltigen Unterschied in der Verarbeitung und Beschreibung von Kriegserlebnissen in der DDR und in der BRD.


In der DDR hatten die Beschreibungen zumeist gesellschaftskritischen Hintergrund und auch Zweck . Hier sind die Autoren Welz , Franz Führmann, Willi Brendel zu nennen, naturlich auch Erich Weinert als deutscher Politruck.


Eine Gloifizierung, Heroisierung der Wehrmacht fand nicht statt, kein „Opfergang“ der 6. Armee in Stalingrad


Anders in der BRD, wo die Heroisierung der Wehrmacht in großen Teilen der Bevölkerung das Bild der Wehrmacht prägte (und bis heute prägt.durch hörensagen im eigenen gesellschaftlichen Umfeld )


Hier zu nennen Friedrich Lenz (der verlorene Sieg) v. Manstein (verlorene Siege)
In der Ära Adenauer war „Stalingrad“ ein zentrales Synonym der Erinnerung der BRD an den 2. Weltkrieg . In der populären Literatur fanden Bücher, die Stalingrad thematisierten eine große Leserschaft, Verfilmungen der Bücher waren Kassenschlager, erreichten ein großes Publikum. Beschrieben wurden trotz der Niederlage der Armee immer wieder wie mit kleinen „Husarenstücke“ einzelner Soldaten immer wieder kleine Siege erkämpft wurden, , damit die Überlegenheit und Schläue der deutschen Soldaten demonstriert wurde..


Im Fordergrund standen später die Leiden der Soldaten . Das ließ allerdings die Frage danach, warum die Soldaten an die Wolga marschiert sind, in den Hintergrund rücken.
Der einfache Soldat erschien als doppeltes Opfer: der Aggression der menschenverachtenden Sowjetmacht , die auch wieder der Feind im Kalten Krieg war, wie auch des Verrates der Naziführung.


Konsalik (Der Arzt von Stalingrad,) war darum auch eines der am meistgelesenen Bücher der Nachkriegszeit,
Es beschreibt das Zusammenleben von Deutschen und Russen in einer Krankenstation eines Kriegsgefangenenlagers bei Stalingrad. Die Darstellung bleibt weitgehend den alten Schemata verhaftet. Die Russen sind mehrheitlich primitive Sklavenseelen, ihre Vorgesetzte brutal und böse. Nur Außenseiter wie Vertreter der vorkommunsitischen Zeit sowie Frauen erhalten auch positive Charakterzüge.(oft mit sexuellen Attributen gewürzt)
Die jederzeit willige Russin als amoralisches sexuelles Attribut bis heute nicht ganz ausgeräumt.


Die Deutschen dagegen tragen generell positive Charaktereigenschaften, erbringen medizinische Höchstleistungen und bleiben auch unter den schweren Bedingungen des Lager standhaft und pflichtbeswußt.. Die Beschreibung der „Asiaten“ entspricht der Terminologie der nationalsozialistischen Rasseideologie „


Hier ein kleiner Textauszug:


…“ und dann stürmten Sie, wie Ameisen , erdbraun gefärbt , krochen sie aus ihren Löchern und Bunkern, aus den Trümmern und verbogenen Stahlgerüsten. Uuuurääääh, schrien sie, dieses schreckliche Uuuuuräääh , das bis in Mark geht, Tartaren und Mongolen, Kirgisen und Kalmüken,, … sie stürmten auf uns zu und schrien beim Laufen, während unsere Maschinengewehre sie umtobten“




In der Debatte um die Wiederbewaffunung der BRD unter Adenauer wurde die deutsche Niederlage von den Kritikern der Wiederbewaffnung als abschreckendes Beispiel in Erinnerung gerufen. So hatte darum auch die Bundeswehr ihre Probleme mit der Erinnerung an die Schlacht. Dem Stalingrad Film „ Hunde, wollt ihr ewig leben“ unterstellte man gar Wehrkraftzersetzung.


Als das Fernsehen zum 20. Jahrestag der Niederlage das Fernsehspiel „Stalingrad“ ausstrahlte, erklärte der Generalinspekteur der Bundeswehr Friedrich Foertsch in einer Instruktion an die Truppe, das die Tendenz der Darstellung kommunistischen Propagandathesen entspreche, weil dort die militärische Führung als unfähig und korrupt , soldatischer Gehorsam aber als „Wahnsinn“ bezeichnet wird.
In einer zeitgleich mit der Ausstrahlung des Fernsehspiels angesetzten nächtlichen Alarmübung sollten die Soldaten behindert werden, das Stück zu sehen.


General Foertsch war erst nach 1955 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück gekehrt, weil bis 1955 nur noch diejenigen dort waren, denen man Kriegsverbrechen nachweisen konnte, der dann durch das Wort Bulganins an Adenauer mit anderen entlassen wurde.
Vielleicht wollte sich Foertsch auch nur gegenüber seinem Dienstherrn in Rhöndorf, Adenauer erkenntlich zeigen. Foertsch, früher der Kampf gegen den Kommunismus mit der Waffe , nun gegen kommunistische Propaganda mittels Schreiben an die Truppe.


Im kleinen war es dann nicht zuletzt die Bildzeitung, die im Oktober 1955 titelte: Unter 24 Generalen saß einer abseits: „General von Seydlitz muss Farbe bekennen“ v. Seydlitz damit als Verräter diskriminiert wird.
(Bitte googeln wer Gen. von Seydlitz war)


DAS war das Klima in der BRD in der Zeit der Rückkehr der meisten Soldaten aus der russischen Kriegsgefangenschaft zwischen 1949 und 1955. Und in diesem Klima sollten sich die Soldaten zurechtfinden, ihre Erlebnisse verarbeiten ?
Ic h kann mich noch gut an Gespräche mit ehemaligen russischen Kriegsgefangenen erinnern, mein erster Schwiegervater war einer von Ihnen.
"wir kommen hier in ein Land mit einem ausgeprägten Antikommunismus zurück, wofür haben wir eigentlich jahrelang in russischer Kriegsgefangenschaft gesessen ? "

Dann schon lieber der mahnende Zeigefinger.

„ Im Zeichen eines im Westen wieder hochaktuellen Antikommunismus, der nun freilich im Gewand des demokratischen Anti-Totalitarismus auftrat , erledigte sich nicht allein die Frage nach Legitimität und Sinnhaftigkeit des nationalsozialistischen Krieges – eine Frage, die die Alliierten in Nürnberg durchaus aufgeworfen und eindeutig beantwortet hatten – vielmehr erschient Stalingrad ( als exemplarisches Beispiel für den Ostfeldzug) nun gerade wie ein vorweg genommener Blutzoll, die die unerledigte Gefahr des Bolschwismus gefordert hat“


Und dieser Zeigefinger wird bis heute von den „erlauchten Kreisen“ angeführt, um die irgendwie die Richtigkeit der hitlerschen Aggression gegen Russland zu rechtfertigen.

Geändert von krasnaja (29.06.2011 um 13:06 Uhr).
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Alt 29.06.2011, 13:29   #2 (permalink)
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Du beziehst Dich hier ausschließlich auf die Adenauerzeit?
(Nur um das sicherzustellen)

Die DDR handelst Du ja sehr kurz ab, klingt ja fast so als sei es dort glatt gelaufen.
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"Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
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Alt 29.06.2011, 13:38   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Diviciacus Beitrag anzeigen
Du beziehst Dich hier ausschließlich auf die Adenauerzeit?
(Nur um das sicherzustellen)

Die DDR handelst Du ja sehr kurz ab, klingt ja fast so als sei es dort glatt gelaufen.
die Darstellung des Ostkrieges ist logischerweise in der DDR anders gewesen, als das, was er nur war, ein Verbrechen, ohne die kleinen Husarenstückchen

Mir ging es darum die Verwandtschaft der Sicht der Nazis und der aus der Ära Adenauer in der BRD darzustellen.
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Alt 29.06.2011, 13:48   #4 (permalink)
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Harald wird schon bald berühmt werden
Ihm geht es doch nur um BRD-feindliche Polemik.
Ist er nicht früher schon mal im Forum aufgetreten ?
Harald ist gerade online  
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Alt 29.06.2011, 13:54   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
die Darstellung des Ostkrieges ist logischerweise in der DDR anders gewesen, als das, was er nur war, ein Verbrechen, ohne die kleinen Husarenstückchen
Und gleich dafür sorgte, dass das nächste totalitäre Regime installiert wurde.

Zitat:
Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
Mir ging es darum die Verwandtschaft der Sicht der Nazis und der aus der Ära Adenauer in der BRD darzustellen.
Bin weit nach dieser Zeit geboren, nicht mein Gebiet.
Es scheint mir dann aber doch so, dass es in Westdeutschland nach Anfangsschwierigkeiten eine sehr differenzierte, vielgeteilte Aufarbeitung des 3. Reichs gab, während das in der DDR mehr nach dem Prinzip "Druck" lief.

Zitat:
Zitat von Harald Beitrag anzeigen
Ihm geht es doch nur um BRD-feindliche Polemik.
Ist er nicht früher schon mal im Forum aufgetreten ?
Nicht dass ich wüsste.
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Alt 29.06.2011, 14:09   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von krasnaja (Stalingrad in der Adenauer-Ära)
die Darstellung des Ostkrieges ist logischerweise in der DDR anders gewesen, als das, was er nur war, ein Verbrechen, ohne die kleinen Husarenstückchen
Und gleich dafür sorgte, dass das nächste totalitäre Regime installiert wurde.
Hat aber nichts mit dem Ost-Krieg zutun
Zitat:
Zitat von krasnaja (Stalingrad in der Adenauer-Ära)
Mir ging es darum die Verwandtschaft der Sicht der Nazis und der aus der Ära Adenauer in der BRD darzustellen.
Bin weit nach dieser Zeit geboren, nicht mein Gebiet.
Es scheint mir dann aber doch so, dass es in Westdeutschland nach Anfangsschwierigkeiten eine sehr differenzierte, vielgeteilte Aufarbeitung des 3. Reichs gab, während das in der DDR mehr nach dem Prinzip "Druck" lief.
Das stimmt



Zitat:
Zitat von Harald (Stalingrad in der Adenauer-Ära)
Ihm geht es doch nur um BRD-feindliche Polemik.
Ist er nicht früher schon mal im Forum aufgetreten ?




Das stimmt nicht, ich bin ja auch nicht deutschfeindlich, wenn ich die Verbrechen unserer Väter und Großväter anspreche. Ihr Standpunkt ist aber ebenso bezeichnend wie entlarvend:

Kritik = Polemik = Feindschaft
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Alt 29.06.2011, 14:14   #7 (permalink)
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Diviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekannt
Zitat:
Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
Hat aber nichts mit dem Ost-Krieg zutun
Aber mit dessen Bewertung, die natürlich auch gefärbt war.

P.S.
Zitieren tust Du mit dem Befehl [*quote] (ohne Sternchen) vor dem Zitat und [/quote] nach dem Zitat. Fügst Du nach dem 'quote', noch ein '=Username;Beitragsnummer' an, weiß jeder von wem und wo. Die Beitragsnummer bekommst Du wenn Du statt antworten auf den Zitierbutton klickst.
Also zum Beispiel: [*quote=Diviciacus;123456] Das hat Diviciacus geschrieben [/quote] (Wider ohne Sternchen)
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Geändert von Diviciacus (29.06.2011 um 14:18 Uhr).
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Alt 29.06.2011, 14:23   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Diviciacus Beitrag anzeigen
Aber mit dessen Bewertung, die natürlich auch gefärbt war.

P.S.
Zitieren tust Du mit dem Befehl [*quote] (ohne Sternchen) vor dem Zitat und
nach dem Zitat. Fügst Du nach dem 'quote', noch ein '=Username;Beitragsnummer' an, weiß jeder von wem und wo. Die Beitragsnummer bekommst Du wenn Du statt antworten auf den Zitierbutton klickst.
Also zum Beispiel: [*quote=Diviciacus;123456] Das hat Diviciacus geschrieben [/quote] (Wider ohne Sternchen)[/quote]


Danke, mein manko, schaffe ich nicht, ich bin nicht sehr bewandert in Formatierung, will das auch nicht mehr lernen. ich schreibe zumeist aus der Hand sofort in die Maschine.
trotzdem Danke
krasnaja ist offline  
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Alt 29.06.2011, 18:19   #9 (permalink)
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Ich finde das nicht besonders schwierig, unter dem Post auf den "Zitat" - Button zu klicken. Ich finde es sogar einfacher als Ändern eines Beitrags, und das machst du ja nicht selten. (Das soll keine Kritik sein). Falls du jetzt Orientierungsschwierigkeiten haben solltest, im Anhang ist ein Bild, auf dem ganz unten rechts ist der Zitierbutton zu sehen ist.
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Geändert von Maxdorfer (14.08.2011 um 07:09 Uhr).
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Alt 29.06.2011, 20:59   #10 (permalink)
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die Darstellung des Ostkrieges ist logischerweise in der DDR anders gewesen,
Ist ja auch logisch. Dort wurde nur erzählt, was Moskau okay
fand.
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als das, was er nur war, ein Verbrechen, ohne die kleinen Husarenstückchen
Stimmt.
Zitat:
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Mir ging es darum die Verwandtschaft der Sicht der Nazis und der aus der Ära Adenauer in der BRD darzustellen.
Ahso. Liegt meiner Meinung nach daran, dass viele Alt-Nazis wärend der Adenauerzeit in hohen Posten saßen und es deswegen keine vernünftige Aufklärung gab.
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