| Bombenfund in Hamburg 27.10.2011 Mal was Aktuelles: Heute sind in Hamburg (mal wieder) 2 Fliegerbomben aus dem 2. WK gefunden worden.
Eine in einem Vorgarten in einem parkähnlichen Wohngebiet und eine andere auf dem Gelände des Tanklagers der Shell.
Letztere steckt senkrecht in einigen Metern Tiefe , sie bei der Absenkung des Grundwasserspiegels gefunden wurde.
Mir sind die Arbeiten und Arbeitshintergründe des sog. Kampfmittelräumdienstes nicht ganz unbekannt. Ein ganz wichtiges Arbeitsmittel ist die geologische Karte zur Beurteilung der Bodenbeschaffenheit, Lös/Lehm hat für die Bomben eine andere Eindringtiefe als Schwemmsand aus der Eiszeit oder Marschboden, in letzterem die Bomben, die mit einer Geschwindigkeit von ca. 140 m /sec. ankommen, bis zu 8 m eindringen können, falls sie nicht vorher durch den Aufschlagzünder detonieren, der 2 . Zündungsmechanismus am Heck der Bomben soll ein Versagen des vorderen Zünders verhindern.
Gefunden werden nur die ovalen Detonationskörper, die für einen Flug ins avisierte Ziel vorhandenen Stabilisatoren reißen beim Eindringen ins Erdreich ab.
Die Royal Air Force und das stategische Bomberkommando der USA haben den deutschen Stellen nach dem Krieg ihre Luftaufnahmen aus den Tagen nach einem Angriff zur Verfügung gestellt, anhand derer mögliche Blindgänger angenommen werden können, und sehr häufig ist man auf diesem Weg zum Entsetzen der Bewohner fündig geworden.
Ich selber hatte vor einigen Jahren auf einer zubetonierten Freifläche, die für KFZ-Verkauf genutzt wurde, ein Fahrzeug angesehen, bei der Ausschachtung des wenige Monate danach gebauten Hauses stieß man auf eine 500 lbs-Bombe und das wenige Meter neben einer stark befahrenen Straße.
Es wird daher geschätzt, dass hier in Hamburg noch rd. 3 - 4000 dieser Relikte rumliegen, derzeit teilweise nur 1 Meter unter einer zubetonierten Fläche oder im nachbarlichen Garten, doch nicht im eigenen. .
Es ist nicht mein Metier, es soll aber so sein, dass sich durch einen Erdinnendruck schwere Körper langsam nach oben bewegen, was offensichtlich stimmt. Als ich vor rd. 1 Monat auf der Kurischen Nehrung in Ostpreußen war, ist eine (russisch) deutsche Toristenfamile Vater und 2 Kinder aus meiner Erinnerung , durch die Explosiion einer Granate aus dem 2. WK verletzt worden, als sie am Strand ein Feuer gemacht haben und entgegen dortigen Anweisungen den Boden nicht vorher abgesucht haben.
Was überall noch im Boden rumliegt, wird von Jahr zu Jahr immer brandgefährlicher: Korrosion der Zünder = Auslösen des nach 70 Jahren immer noch einwandfreien Zündmechanismus, Aktivieren des Zeitzünders, nachdem die irrtümliche Sperre des Langzeitzünders korrodiert ist, sich die Bombe so verhält, wie sie sich bei Abwurd verhalten sollte.
Außerdem entsteht bei Bomben, deren Sprengstoff wärend des Krieges nicht aus TNT hergestellt wurde - es gab damals aus Kostengründen so etwas wie eine "light-verion" ein Prozess, bei dem sich Silikate, Kristalle bilden, die bei der geringsten Erschütterung mit dem verwandte Sprengstoff reagieren.
Habe ich auch erst im Zusammenhang mit der o.g. Geschichte von der kurskaja kasa erfahren. |