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  1. #1
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    fragwürdige Historische Quellen

    Paul Carell und die Quellen so Mancher hier im Forum .


    Paul Carell war ein deutscher Schriftsteller und Publizist, dessen Name und Hinweis auf seine Bücher als Quelle für Behauptungen mir mehrfach beim Stöbern in den Annalen des forums auffiel.

    Mit dem Erfolg seinen Büchern „Unternehmen Barbarossa“ und „Verbrannte Erde“ machte er sich zum führenden Nachkriegschronisten des 2. WK am
    Schauplatz CCCP.

    Die „Welt“ qualifizierte ihn als Historiker, der zum Abbau von Vorurteilen zwischen Deutschen und Russen beiträgt.

    Andere schrieben z.B. unter Bezug auf Carells „Die Wohlgesinnten“ , als Erzählung über den Krieg in der CCCP verfasst, , dass in diesem Doppelband nicht ein einziges Mal das Wort „Jude“ erwähnt wird, was angesichts der NS Massenverbrechen bitter als „hervorragende“ historiographische „Leistung“ bezeichnet wird


    Wer war dieser Paul Karl Schmidt, alias Paul Carell ?
    Besehen wir seinen politischen Werdegang:

    • Carell war bei den Nazis Pressesprecher Außenministers v. Ribbentrop und damit als Leiter der täglichen Pressekonferenzen einer der wichtigsten Propagandisten der Nazis
      Auf die Zeitschrift „Signal“ der auflagenstärksten Nazi—Propaganda-Zeitschrift hatte er maßgeblichen Einfluss.
    • Carell pesönlicher Antisemitismus zeigte sich auch in der direkten Einflussnahme beim Holocaust, durch seinen Druck auf die Slowakische Regierung, die von ihr gestoppte Judendeportation wieder aufzunehmen. Ferner in Ratschlägen, wie man die Deportation und Ermordung ungarischer Juden rechtfertigen und nicht als Massenmord darstellen könnte.
      Seine Nazi-Tätigkeit musste Carell nie vor einem Gericht verantworten.

    Bei seiner Tätigkeit nach dem Krieg setzte er Gedanken aus seinem politischen Werdeganges nahtlos fort., indem er

    • einflussreicher Berater des Axel-Springer-Verlages wurde,
    • er als persönlicher Berater Springers diesen in sicherheitspolitischen Fragen bis zu desse Tod 1985 beriet.
    • Als Springers Autor schrieb er von 1958 bis 1979 in der Welt, in der Bildzeitung ebenfalls z.B. zum Russlandfeldzug: „Wie es wirklich war“
    • Carell forderte atomare Mittelstreckenwaffen für die Bundeswehr
    • eine Änderung der Einsatzdoktrin der Bundeswehr mit einer „wünschenswerten Vorneverteidigung“ (Anmerkung von mi: : genau das war, anders ausgedrückt das Unternehmen Barbarossa)
    • 1992 äußerde Carell die angezweifelte Behauptung, nach der der Ausgang des 2. WK nach Stalingrad noch offen gewesen sei .Letztlich habe allein das Versagen Hitlers die Niederlage Deutschlands herb eigeführt, ohne Hitlers Einmischeung hätte die Führung der Wehrmacht mit ihren herausragenden Strategen einen Remis-Frieden erzwingen können.
    • Zeitlebens leugnete Carell die deutschen Verbrechen an der sowjetischen Bevölkerung.

    Und solche Leute wurden hier imForum als Quellen für historische Fakten genannt.

    Was da so in Deutschen Bücherschränken rumsteht und worauf sich dann user hier im Forum bezogen, kann mir schon eine Gänsehaut verursachen.

  2. #2
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    Hinweis

    Auch ich habe alle Carell Bände.

    Er beruft sich auf Augenzeugenberichte und schreibt über militärische Geschehnisse.

    Erinnere mich aber, das der Autor immer wieder den Hinweis gab, das die letzte entscheidende Division, um das Schlachtenglück für die Wehrmacht zu wenden, die fehlenden Männer ausmachte, welche im KZ umkamen.

    passend dazu: hatte kürzlich einen Bericht über die Wannseekonferenz im Januar 1942 gesehen. Dort machten sich die Herrn um Heydrich lustig über den Hinweis, die noch zu deportierenden deutschen Männer jüdischen Glaubens würden 3 kampfstarke Divisionen ergeben.

  3. #3
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    Kann mir jemand dann mal verraten, warum sich Axel Springer mit Paul Carrell abgab? Springer war zwar ein "kalter Krieger", aber beileibe kein Antisemit. Im Gegenteil, er beschwor immer wieder die Freundschaft zu Israel.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand dann mal verraten, warum sich Axel Springer mit Paul Carrell abgab? Springer war zwar ein "kalter Krieger", aber beileibe kein Antisemit. Im Gegenteil, er beschwor immer wieder die Freundschaft zu Israel.
    Nach meiner sehr persönlichen Information (die Mutter meiner ersten Verlobten war mit einem Mann aus der direkten Umfeld in der Geschäftsführung Springers liiert) hat Axel Cäsar die Genehmigung für die Herausgabe einer Zeitung (seinerzeit noch in einem der großen Bunker auf dem Heiligengeistfeld) nur darum erhalten, weil er sich den britischen Behörden in Hamburg als VVN darstellen konnte.

    Insgesamt war aber der Geist seiner Zeitungen antikommunistisch, was dem Zeitgeist der BRD in den 50 Jahren entprache , rechts-konservativ, partiell sogar rechts-reaktionär. Springer befriedigte mit der Berichterstattung, vornehmlich in der Bildzeitung faschistoide und reaktionäres Denken eines Großteils seiner Leser, im Geiste eines militärisch ungerechtferigt verlorenen Krieges, Stichwort: saubere Wehrmacht.
    Auch als fake: Ich kann mich noch gut an die Geschichte erinnern, als Anfang der 50 Jahre bei Bauarbeiten plötzlich Soldaten der Wehrmacht in einem Bunker aufgestöbert worden sein sollen, die noch 8 Jahre nach Ende des Krieges der Fahne ihres Führers folgten, das ging damals über Wochen durch die Presse Axel Cäsars ,

    DARUM !!! war ein Mann wie Carell durchaus im Interesse Springers, eine bestimmte Leserschaft durch heroisierende Berichte über die eigentlich ungeschlagene Wehrmacht für seine Blätter zu begeistern.

    Auch wenn es oft nur diese kleinen Heldentaten Einzelner waren, die die Überlegenheit der Wehrmacht gegenüber den "bolschewistischen Horden" zeigte und damit den Schluss zu Springers antikommunistischem Weltbild schufen

  5. #5
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    authentische Augenzeugenberichte oder Landser Romane ?

    Also der Begriff "bolschewistische Horden" kommt in seinen Büchern nicht vor.

    Bereits Stunden nach dem Angriff zeigte sich die ungeheure Widerstandskraft der Rotarmisten, so seine gängige Bezeichnung für den Gegner, für Ihn und seine Leserschaft, bei den Schilderungen des Kampfes um die Feste Brest-Litowsk.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Kann mir jemand dann mal verraten, warum sich Axel Springer mit Paul Carrell abgab? Springer war zwar ein "kalter Krieger", aber beileibe kein Antisemit. Im Gegenteil, er beschwor immer wieder die Freundschaft zu Israel.
    Mögliche Erklärung:
    Carell konnte schreiben. Und wie.
    Gibt es irgend einen deutschsprachigen Autor zur Zeitgeschichte, der ähnliche Auflagen generieren konnte?

    Mich wundert eigentlich viel mehr, dass meine Jugendikone Augstein (der Mann der Strauß die Stirn bot) ihn laufend beschäftigte.

    Aber wie gesagt, zweifellos ein Erfolgs-Autor.
    An dem man vermutlich nicht vorbeikam.......

  7. #7
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    Zitat Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
    Mögliche Erklärung:
    Carell konnte schreiben. Und wie.
    Gibt es irgend einen deutschsprachigen Autor zur Zeitgeschichte, der ähnliche Auflagen generieren konnte?

    Mich wundert eigentlich viel mehr, dass meine Jugendikone Augstein (der Mann der Strauß die Stirn bot) ihn laufend beschäftigte.

    Aber wie gesagt, zweifellos ein Erfolgs-Autor.
    An dem man vermutlich nicht vorbeikam.......


    Ja ja, was der Carell da in "signal" sich so zusammengeschrieben hat..
    auch hitler war ein "Erfolgsautor"
    Auch Konzalik war ein Erfolgsautor

  8. #8
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    Zitat Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
    Ja ja, was der Carell da in "signal" sich so zusammengeschrieben hat..
    auch hitler war ein "Erfolgsautor"
    Auch Konzalik war ein Erfolgsautor

    Dass Schmidt-Carell in Signal geschrieben hätte, ist mir jetzt neu.

    Geschrieben hat er in Kristall, Spiegel, Die Welt, Die Zeit....

    Über den Menschen Carell, über die Aussagen in seinen Büchern und Berichten, er hat 2 Bände über den Rußlandkrieg verfasst, ohne das Wort Jude zu verwenden!, brauchen wir weiter nicht zu diskutieren, ist mir soweit alles bekannt.

    Aber schreiben konnte er.

  9. #9
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    Zitat Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
    Dass Schmidt-Carell in Signal geschrieben hätte, ist mir jetzt neu.

    Geschrieben hat er in Kristall, Spiegel, Die Welt, Die Zeit....

    Über den Menschen Carell, über die Aussagen in seinen Büchern und Berichten, er hat 2 Bände über den Rußlandkrieg verfasst, ohne das Wort Jude zu verwenden!, brauchen wir weiter nicht zu diskutieren, ist mir soweit alles bekannt.

    Aber schreiben konnte er.

    In der Tat hat Carell in seinen Nachkriegsbüchern, die sich im wesentlichen mit dem Krieg in Russland beschäfftigt haben, die "außergewöhnliche Schriftstellerische Leistung" vollbracht, bei dem Vernichtungskrieg, der auch auch Vernichtungskrieg gegen die Juden war (Baby Yar) kein einziges Mal das Wort Jude zu erwähnen.
    In der Tat eine außergeöhnliche Leistung schriftstellerischer Ignoranz

    Wenn Sie das aber mit dem Hinweis kommentieren, dass er aber "schreiben konnte" also seine schriftstellerischen Fähgikeiten positiv herausstellen, dann
    halte ich Ihre Aussage für nicht ausgewogen.

    Zu Ihrem Beitrag No. 6 von gestern noch die Anmerkung: Der Autor, der in der Nachkriegszeit die Sicht auf die Vergangenheit entscheidend mitgeprägt hat, war nicht Carell sondern Konsalik, der in seinen Romanen immer wieder die kleinen Heldentaten der einzelnen Soldaten gegen die Russen beschrieb und in erheblichem Maß für die "Kultivierung der Sicht der Landser auf einen minderwertigen Gegner" verantwortlich ist.
    Konsalik schrieb das, was die Deutschen (West) lesen wollten, nur Verführte gewesen zu sein, als Soldaten nur ihre Pflicht getan zu haben, und dann auch die immer bereits Russin, die sich lieber mit einem Deutschen als mit einem Landsmann einließ

    Der Arzt von Stalingrad
    , Strafbataillon 999, Liebesnächte in der Taiga,

    Aus meiner Erinnerung habe ich hierzu schon einmal im Juni 11 zum Thema Stalingrad in der Andenauer-Ära hier geschrieben

  10. #10
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    Über Carell gehen die Meinungen auseinander. Jedenfalls konnte er mit vielen Zeitzeugen von Speidel bis hin zu von Manstein noch persönlich reden, das macht ihn zumindest autentisch. Sein Stil entspricht etwa dem der Landserhefte. Obwohl er immer das Gegenteil beteuerte, schafft er in seinen Büchern, die sich wie Karl-May-Romane lesen, m. M. nach doch eine positive Grundstimmung für den Krieg, weil er ihn als großes Abenteuer beschreibt. Über die Psyche der Russen erfährt man relativ wenig, dafür aber immer wieder vieles über die höhere intellektuelle Qualität der Deutschen infolge Bildungsgefälle West-Ost, was den Tatsachen entsprechen dürfte.

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