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29.01.2012, 11:36
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#71 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| Zitat:
Zitat von 913Chris Auch eine "Auslagerung" in andere Fächer, z.B. Deutsch oder Sozialkunde, bringt wenig, weil deren Stoffplan auch schon vollgestopft ist und die andere Schwerpunkte setzen müssen als der GU. | Sicher, die Lehrpläne sind voll.
Aber im Deutschunterricht wäre das auf alle Fälle gut untergebracht.
Wir mußten damals z.B. "Nackt unter Wölfen" u. "Ein Menschenschicksal" lesen.
Müssen ja nicht unbedingt diese beiden sein, aber etwas in der Richtung.
Gelesen wird ohnehin viel zu wenig.
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29.01.2012, 12:39
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#72 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Ich musste/durfte "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers lesen, ist mir erst jetzt eingefallen, dass damit ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden sollten.
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29.01.2012, 14:55
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#73 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| Zitat:
Zitat von Triton Ich musste/durfte "Das siebte Kreuz" von Anna Seghers lesen, ist mir erst jetzt eingefallen, dass damit ja zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden sollten. | Damit hatte ich mal begonnen, aber aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen, nicht zu Ende gelesen.
Aber ich habs noch da. Könnte man ja vielleicht wieder mal in die Hand nehmen.
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29.01.2012, 15:03
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#74 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Zitat:
Zitat von Titus_Feuerfuchs , sie wurden in best. Stadtviertel "gesteckt"? Keiner hat sie dazu gezwungen, wie es durch deine Aussage suggeriertwird, sie sind (größtenteils) freiwillig nach D gekommen und freiwillig in eine bestimmte Region gezogen. Es ist das Natürlichste der Welt, sich als Migrant dort anzusiedeln, wo bereits Menschen derselben Herkunft leben.
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Titus lässt keine Gelegenheit aus, um seinen fremdenfeindlichen Müll immer wieder "unterzubringen"
Das Thema lautet: Aufarbeitung NS-Zeit und nicht "Migranten" |
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29.01.2012, 15:26
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#75 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von krasnaja Titus lässt keine Gelegenheit aus, um seinen fremdenfeindlichen Müll immer wieder "unterzubringen"
Das Thema lautet: Aufarbeitung NS-Zeit und nicht "Migranten" | Dann wollen wir beide Dinge mal zusammen bekommen:
Sollten sich Migranten wirklich samt und sonders freiwillig in den eher schlecht angesehenen Vierteln einer Stadt ansiedeln, würde die Aussage "die wollen sich nicht integrieren" zutreffen, mithin der Vorwurf, dass Migranten = "Ausländer" Fremdkörper in der deutschen oder auch österreichischen Gesellschaft bilden. Dieser Vorwurf wiederum enthält nicht nur latente Ausländerfeindlichkeit, denn er hat zur Folge, dass man zu Recht fordern könnte, sie wieder in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzuschicken. Damit wären wir bei der Aufarbeitung der NS-Zeit bzw. des aus ihr stammenden Gedankenguts.
Nun ist das aber Unsinn. Migranten siedeln sich - das ist wahr - bevorzugt in den Vierteln an, in denen es billigen Wohnraum gibt. Das sind i.A. die eher schlecht angesehenen Viertel einer Stadt. Wenn nun die Stadt selber dafür sorgt, dass billiger Wohnraum vor allem in bestimmten Vierteln einer Stadt zur Verfügung gestellt wird, fördert man a) die Ansiedlung von Migranten in diesen Vierteln (da die nun mal meistens eher zu den Schlechtverdienern gehören, zumindest in der ersten Generation) und b) verfestigt man die sozialen Strukuren in einer Stadt anstatt sie aufzubrechen, was sinnvoller wäre.
Sicherlich gibt die Ansiedlung in der Nachbarschaft von Menschen gleicher 'Herkunft ein gewisses Sicherheitsgefühl, so kann man die Erinnerung an die alte Heimat leichter hegen und pflegen.
Das geht aber auch, wenn man in besseren Vierteln wohnt. Nur haben sich in der dritten oder vierten Generation die Wohngewohnheiten oft schon sehr verfestigt, d.h. viele wollen in der Nähe von Eltern, Bekannten, Verwandten wohnen bleiben. Dadurch verfestigt sich wiederum die Struktur der Bewohner eines Viertels von der Herkunft her, auch wenn sozial gesehen die ehemaligen Migranten schon längst zur Mittelschicht oder mehr zählen.
Erst gestern habe ich im Radio einen Beitrag gehört, nach dem eine Untersuchung erbracht hat, dass schon bei 5jährigen Kindern der häufige Kontakt mit Menschen anderer Herkunft dazu führt, dass diese Kinder später weniger Vorurteile haben (das Vorlesen entsprechender Geschichten hat übrigens fast genau denselben Effekt). Tritt dieser häufige Kontakt erst mit etwa 15 Jahren ein, ist die Wirkung erheblich geringer.
Eine auch von den Kommunen so gewollte Vermischung von Wohnorten von Migranten und Deutschstämmigen würde also nach dieser Studie erheblich dazu beitrage, Fremdenfeindlichkeit zu vermindern - und damit den Pool von möglichen neuen Neonazis vermutlich erheblich verringern.
Womit wir wieder beim Thema wären. Würden die Gedanken, die aus der NS-Zeit stammen, nicht immer wieder von Neonazis und Rechtextremen/-radikalen neu an den Stammtischen salonfähig gemacht, wäre vielleicht die Aufarbeitung der NS-Zeit bei weitem nicht so weit fortgeschritten (weil eine Auseinandersetzung damit nicht so oft nötig wäre). Eventuell wäre sie aber vielleicht sogar schon weiter fortgeschritten, weil der gesellschaftliche Konsens, was ihre (negative) Bewertung betrifft, viel breiter wäre.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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29.01.2012, 15:49
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#76 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Zitat:
Zitat von 913Chris Dann wollen wir beide Dinge mal zusammen bekommen:
Sollten sich Migranten wirklich samt und sonders freiwillig in den eher schlecht angesehenen Vierteln einer Stadt ansiedeln, würde die Aussage "die wollen sich nicht integrieren" zutreffen, mithin der Vorwurf, dass Migranten = "Ausländer" Fremdkörper in der deutschen oder auch österreichischen Gesellschaft bilden. Dieser Vorwurf wiederum enthält nicht nur latente Ausländerfeindlichkeit, denn er hat zur Folge, dass man zu Recht fordern könnte, sie wieder in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzuschicken. Damit wären wir bei der Aufarbeitung der NS-Zeit bzw. des aus ihr stammenden Gedankenguts.
Nun ist das aber Unsinn. Migranten siedeln sich - das ist wahr - bevorzugt in den Vierteln an, in denen es billigen Wohnraum gibt. Das sind i.A. die eher schlecht angesehenen Viertel einer Stadt. Wenn nun die Stadt selber dafür sorgt, dass billiger Wohnraum vor allem in bestimmten Vierteln einer Stadt zur Verfügung gestellt wird, fördert man a) die Ansiedlung von Migranten in diesen Vierteln (da die nun mal meistens eher zu den Schlechtverdienern gehören, zumindest in der ersten Generation) und b) verfestigt man die sozialen Strukuren in einer Stadt anstatt sie aufzubrechen, was sinnvoller wäre.
Sicherlich gibt die Ansiedlung in der Nachbarschaft von Menschen gleicher 'Herkunft ein gewisses Sicherheitsgefühl, so kann man die Erinnerung an die alte Heimat leichter hegen und pflegen.
Das geht aber auch, wenn man in besseren Vierteln wohnt. Nur haben sich in der dritten oder vierten Generation die Wohngewohnheiten oft schon sehr verfestigt, d.h. viele wollen in der Nähe von Eltern, Bekannten, Verwandten wohnen bleiben. Dadurch verfestigt sich wiederum die Struktur der Bewohner eines Viertels von der Herkunft her, auch wenn sozial gesehen die ehemaligen Migranten schon längst zur Mittelschicht oder mehr zählen.
Erst gestern habe ich im Radio einen Beitrag gehört, nach dem eine Untersuchung erbracht hat, dass schon bei 5jährigen Kindern der häufige Kontakt mit Menschen anderer Herkunft dazu führt, dass diese Kinder später weniger Vorurteile haben (das Vorlesen entsprechender Geschichten hat übrigens fast genau denselben Effekt). Tritt dieser häufige Kontakt erst mit etwa 15 Jahren ein, ist die Wirkung erheblich geringer.
Eine auch von den Kommunen so gewollte Vermischung von Wohnorten von Migranten und Deutschstämmigen würde also nach dieser Studie erheblich dazu beitrage, Fremdenfeindlichkeit zu vermindern - und damit den Pool von möglichen neuen Neonazis vermutlich erheblich verringern.
Womit wir wieder beim Thema wären. Würden die Gedanken, die aus der NS-Zeit stammen, nicht immer wieder von Neonazis und Rechtextremen/-radikalen neu an den Stammtischen salonfähig gemacht, wäre vielleicht die Aufarbeitung der NS-Zeit bei weitem nicht so weit fortgeschritten (weil eine Auseinandersetzung damit nicht so oft nötig wäre). Eventuell wäre sie aber vielleicht sogar schon weiter fortgeschritten, weil der gesellschaftliche Konsens, was ihre (negative) Bewertung betrifft, viel breiter wäre.
VG
Christian | Das stimmt, wenn Sie denn mit Ihrem guten Beitrag auf meinen kurzen Beitrag antworten, der in persona, den Nagel auf den Kopf getroffen hat,, warum zieren Sie sich, dann auch mal Ross und Reiter zu nennen ?
Und sehr gut Ihr Hinweis, dass sehr viele der von den Neonazis (siehe Adressat meines Beitrages) bezeichneten Migranten bereits zur Mittelschicht gehören.
Aber auch die (anfangs vielleich als zwangsweise empfundene, weil durch Vorurteile geprägte) Nachbarschaft Alteingesessener mit Zugezogenen aus dem Ausland ändert die Sicht und das gegenseitige Verhältnis, nicht nur bei Jugendlichen . " Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" war früher Dünkel, wäre heute purer Rassimus
Ausländer kommen zumeist aus einem sozialen Umfeld, bei dem nachbarscharftliche Hilfe eine Normalität darstellt, die sich dann auf das neue nachbarschaftliche Umfeld. |
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