Habe im Internet gelesen, daß während des 2. Weltkrieges eine komplette Armee, bestehend aus Kroatien, in Stalingrad für Deutschland gekämpft hat.
Wer kann mir näheres darüber sagen?
| | |||||||||
| |
Habe im Internet gelesen, daß während des 2. Weltkrieges eine komplette Armee, bestehend aus Kroatien, in Stalingrad für Deutschland gekämpft hat.
Wer kann mir näheres darüber sagen?
Bekannt ist, dass ein kroatisches Hilfskorps in Russland zur Unterstützung der Wehrmacht im Einsatz war, es handelte sich dabei m. E. nach primär um Reiterabteilungen (ztw. unter dem Kommando des späteren kurzzeitigen Hitler-Schwagers Fegelein) sowie um Luftwaffeneinheiten. Von einer "Armee" kann man aber meiner Meinung nach nicht sprechen, dazu war die Koratische Armee in ihrer Gesamtheit doch zu klein.
PS Im Abspann des Buches "Unternehmen Barbarossa" von Paul Carell werden sämtliche deutschen und ausländischen Hilfskorps, die bis 1943 in Russland im Einsatz waren, mit genauer Bezeichnung der Einheit aufgeführt.
Danke für die Informationen.
Folgende SS Einheiten bestanden aus Kroaten:
13. SS Gebirgsjäger Division
Handschar Kroatische Nr. 1
SS-W. GJR Nr. 27
SS-W. GJR Nr. 28
SS-W. AR Nr. 13
SS-W. PzJR Nr. 13
23. SS Gebirgsjäger Division
Kamar
SS-W. GJR Nr. 55
SS-W. GJR Nr. 56
SS-W. AR Nr. 23
wurde am 24.09.1944 aufgelöst und in die Handschar überführt.
Gemeinsam ergaben sie die 31. SS Freiwilligen Gebirgsjäger Division
Quelle: Die SS; Gordon Williamson; Hitlers Instrument der Macht;
Fazit:
Meinen Informationen nach gab es in Stalingrad keine Gebirgsjäger Einheiten und damit auch keine Kroaten
Welche Einheiten genau wurden in Russland eingesetzt? Handschar, bestand die Division nicht vorwiegend aus Bosniern, die primär gegen Titos Partisanen auf dem Balkan eingesetzt wurden?
Stimmt.
Guter Einwand.
Habe das Buch nicht selbst vorliegen.
Es waren vor allem Bosnier moslemischen Glaubens mit Volksdeutschen als Offiziere in den Gebirgsjäger Regimenter.
So wie sich das liest könnten im Artillerie Regiment Kroaten gewesen sein.
Sie verübten auf dem Balkan im Verlauf des Kampfes gegen Titos Partisanen Kriegsverbrechen gegen serbische Bevölkerungsanteile.
- Waffen-Gebirgs-Jäger-Regiment der SS 27
- Waffen-Gebirgs-Jäger-Regiment der SS 28
- SS-Waffen-Artillerie-Regiment 13
- Kroatische SS-Panzer-Abteilung
- SS-Gebirgs-Panzerjäger-Abteilung 13
- Kroatische SS-Kavallerie-Abteilung
- SS-Flak-Abteilung 13
- SS-Gebirgs-Nachrichten-Abteilung 13
- SS-Gebirgs-Aufklärungs-Abteilung 13
- SS-Panzer-Aufklärungszug
- Kroatisches SS-Radfahr-Bataillon
- SS-Gebirgs-Pionier-Bataillon 13
- Kroatisches SS-Kradschützen-Bataillon
- SS-Divisions-Nachschubführer 13
- Versorgungs-Regiments-Stab 13
- SS-Divisions-Nachschubtruppen
- SS-Verwaltungs-Bataillon 13
- SS-Wirtschafts-Bataillon 13
- SS-Sanitätsabteilung 13
- SS-Gebirgs-Veterinär-Kompanie 13
- Divisionstruppen 13
lG
Geändert von lorginn (08.11.2008 um 16:57 Uhr)
Nach dem Deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 entschied der kroatische "Führer" Dr. Ante Pavelic die deutsche Wehrmacht mit einem eingegliederten kroatischen Verband, beim Russlandfeldzug, zu unterstützen.
(Anm.: Dies war eine Politische Entscheidung auf die Ich hier nicht weiter eingehen will)
Es wurde ein Aufruf gestartet in dem Freiwillige gesucht wurden.
Die Kroatische Führung erhoffte sich zumindest eine Anzahl von 3900 Freiwilligen um einen Verband in Regimentsstärke zur Verfügung stellen zu können.
Diese Erwartungen wurden jedoch bei weitem übertroffen !
Innerhalb von 10 Tagen meldeten sich über 9000 kroatische Freiwillige. Dies erhöhte das Ausmusterungskriterium, so das zum Schluss, wie Anfangs gewollt, eine Truppe in Regimentsstärke von ca. 3900 Soldaten aufgestellt wurde.
Diese Truppe wurde im weiteren Kriegsverlauf durch kroatische Ersatzeinheiten ergänzt.
Das Regiment wurde unter dem Namen "verstärktes kroatisches Infanterie-Regiment 369" aufgestellt.
(Anm.: In späteren Aufstellungen hieß die Truppe:"369. Kroatische-Infanterie-Division" auch genannt "Teufelsdivision", unter deutschen Soldaten auch "Schachbrettdivision)
Danach wurden die Soldaten zum Truppenübungsplatz nach Döllersheim gebracht, dort erhielten sie Wehrmachtsuniformen welche jedoch am (soweit Ich weiß) linken Ärmel das Kroatische Wappen, also das bekannte Rot-Weiße Schachbrettmußter hatten.
Nach einer 3-Wöchigen Ausbildung wurde die Truppe per Zug, über Ungarn nach Dongena in Bessarabien gefahren wo sie von dort aus zur Front in voller Montur, in nur 35 Tagen, mit nur einem einzigen Tag Pause, 750 Km zu Fuss zurücklegten.
Die erste Feindbegegnung fand am 13.10.1941 östlich des Dnjepr statt, daraufhin war das Einsatzgebiet der 369. die Gegend um Petrusani, Kremencuga, Poltava, Saroki, Balti, Pervomajsk, Kriovgrad, Petropavlovsk, Taranovka, Grisin, Stalino, Vasiljevka, Alexandrovka, Ivanovka und Garbatovo.
Anfangs wurden von den Kroaten beachtliche Gefangennahmen gemacht, da sich die Ukrainischen und Russischen Soldaten anscheinend "lieber" den Kroaten ergaben als den Deutschen (Anm.: diese Aussage ist durch Aufzeichnungen "verbürgt") (Pers. Meinung: Wahrscheinlich wegen der ähnlichen Slawischstämmigen Sprache und die dadurch resultierenden Kommunikationsmöglichkeiten und die dadurch erhoffte bessere Behandlung).
Ich sehe gerade....ziemlich viel Schreibkram.....
Ich fasse mich nun Kurz..
Die 369. Teufelsdivison wurde nach Stalingrad verlegt und war dort direkter Bestandteil der 6. Armee.
Es war die EINZIGE (!) "Nichtdeutsche" kämpfende Einheit in Stalingrad, z.Vgl. die Italienischen oder Rumänischen Einheiten bildeten keine direkt kämpfenden Einheiten sondern waren vormehr "Logistische" Truppen.
Insgesammt kämpften ca. 16000 kroaten im Russlandfeldzug unter der Leitung der Wehmacht. Darunter in allen Waffengattungen Heer, Luftwaffe, Marine.
Anm. zur Marine: als das Asowsche Meer erreicht wurde hatte man eine kroatische Marineeinheit aufgestellt unter der Führung von Kapitän Andro Vrkljan, diese bildeten eine Aufklärungseinheit bestehend aus drei Abteilungen. Jedoch wurden nach kurzer Zeit von einigen Wochen so viele Sovjetische Schiffe aufgebracht das eine kroatische Marine entstand...und dass kuriose dabei war dass die Kroaten Ukrainische Freiwillige anheuerten welche auf diesen Schiffen als Matrosen dienten !
Anm. zur Luftwaffe: Es gab Jagd- und Bomberstaffeln gebildet aus kroatischen Freiwilligen die in deutsche Verbände integriert waren. Luftwaffenuniformen jedoch (Kuriosum) hatten diese Flieger das "Ustascha"-Wappen, mit dem gewölbten "U" und dem Kroatischen Schachbrettwappen als Brustschild (Anm.: falls ihr so etwas mal findet könnt ihr es mir ruhig schenken....oder an die "Galerie d´Historie" für n par mille Euronen verkaufen).
Aus diesen Fliegerstaffeln stammt auch der erste kroatische "Ostfrontkämpfer" welcher mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde.
......so...jetzt bin ich müd´....
Falls Ich euer Interesse geweckt habe könnt Ihr euch ja hier im Forum melden, bzw. Fragen stellen....Ich werde diese, soweit mir dass möglich ist, gerne beantworten.....
Geändert von garrincha (04.04.2009 um 09:58 Uhr)
Sensationeller Beitrag.
Hervorragende Detail Kenntnisse schwer zu bekommen.
Danke Spezialist.
Kroate aus Frankfurt?
| Geschichte-Forum | Kontakt | Impressum | AGB | Widerrufsbelehrung | Stellenangebote Links | Feedback | Medienlisten | Mediadaten |
Lesezeichen