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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
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    20. Juli 1944 - Attentat glückt ?!

    Hallo zusammen,

    am 20. Juli 1944 versuchten einige Generäle (unter anderem Staufenberg) den deutschen Diktator Adolf Hitler mit einer Bombe zu ermorden. Dat Attentat misslang jedoch. Was wäre aber gewesen wenn das Attentat geglückt wäre und Hitler an jenem Tag gestorben wäre?

    - Hätte Deutschland schnellstmöglich kapituliert?
    - Wäre ein Bürgerkrieg zwischen SS und Wehrmacht um die Macht ausgebrochen?
    - Hätte jemand anders Hitlers Plan fortgesetzt?

    Freu mich auf eure Meinungen...

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
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    Für mich schwer zu sagen. Einerseits denke ich, dass der Krieg nicht mehr gewollt wurde, jedoch gab es trotzdem noch Menschen, die vom Krieg ihren Nutzen hatten. Aber dadurch, dass die NS-Diktatur eine Terrordiktatur war, würde sie vielleicht beendet worden sein. Im Prinzip hat sich alles auf Hitler aufgebaut - ein anderer Führer wäre vielleicht nicht akzeptiert worden.

    Tut mir leid, wenn ich Müll geschrieben habe, aber hier fällt mir das Spekulieren etwas schwer.

  3. #3
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    Hallo,
    hier einige interessante Anmerkungen von J. Fernau zu den Hintermännern des 20. Juli 1944:

    eine Gruppe von deutschen Generälen arbeitete erst gegen den Krieg, dann gegen den Sieg (in wie weit waren sie der immer wieder auftauchende Maulwurf im gesamten Kriegs Verlauf? Wer weiß was grundsätzliches von Spionage aller Beteiligten im zweiten W.W.? Wer kennt gute Literatur dazu?) Es waren vorsichtige Überzeugungstäter. Bis zum großen Anschlag vergingen 5 Jahre mit immer wieder halbherzigen Aktionen. Doch das Attentat mißlang.
    Hitler fällte schnell das für ihn nächste Urteil: Verräter!
    Später kam das gerichtliche Urteil: Helden!
    Doch das Urteil der Geschichte wird lauten: Stümper!

    Quelle:"Deutschland, Deutschland über alles..." S. 274 Goldmann Verlag1982

  4. #4
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    ob der Krieg wirklich zu Ende gewesen wäre?

    J.Fest schreibt dazu auf S. 960 in seinem Band "der Führer":

    die außenpolitische Absicherung des geplanten Attentats, also die versuchte Kontaktaufnahme des Widerstandes zu den Vertretern Englands und der USA scheiterten. Erstens war die Wehrmacht seit spätestens Sommer 1943 auf der Verliererstraße, Zweitens Churchill und Roosevelt nicht geneigt irgendwelchen deutschen Militärs, also Repräsentanten der alten Ordnung irgendwas zu zugestehen. Auch gab es verschiedenen Widerstand, also mehrere Kreise, die sich oft nicht einig waren. Merkwürdiger Weise unternahm sogar H. Himmler ein paar Anfragen an die Westmächte bezüglich einer Einigung mit oder ohne A.H., die aber gar keine Resonanz fand und bald wieder eingestellt wurden.

    Eine Schonung von Menschenleben aufgrund eines Friedensschluss nach der Beseitigung des Gröfaz ist also mehr als zweifelhaft. Aufgrund der Zurückhaltung der Alliierten kam es dann zum Verzweiflung Akt vom Juli 44 und dem Aufbäumen der Gruppe um Stauffenberg, auch aus moralischen Gründen.

    G

  5. #5
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    Was passiert wäre, wenn die Attentäter - deren Attentatspläne schliesslich oder letztendlich erst reiften, als sie sahen, wie Hitlers Kriegsführung die Rote Armee direkt auf ihre Rittergüter zu bringen drohte (und eines Krieges, den sie bis dahin massgeblich mit getragen hatten!) - erfolgreich gewesen wären?

    Na, ersteinmal würden wir wahrscheinlich nicht in einer Demokratie leben, wie wir sie kennen - nach unserem heutigen Demokratieverständnis. Und, zweitens, wäre mit Sicherheit eine zweite "Dolchstosslegende" entstanden: "mit Adolf hätten wir den Krieg gewonnen"!

    Wie sich das auf die Nachkriegspolitik ausgewirkt hätte, lässt sich schwer einschätzen, bleibt auch Spekulation.

    Ich glaube kaum, dass es zu einem Bürgerkrieg zwischen SS u. Wehrmacht gekommen wäre, auch nicht, dass Deutschland so mir nichts dir nicht kapituliert hätte: der Plan der Attentäter sah ja bekanntlich vor, den Krieg zwar im Westen zu beenden, im Osten dennoch fortzusetzen - eventuell sogar gemeinsam, also mit England u. USA gegen Bolschewismus, etc.

    Träume, unendliche...



    Saludos!

  6. #6
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    Literaturtipp

    Servus!
    Ein Buch zum Thema, das ich empfehlen kann:

    Friedrich Tomberg: Weltordnungsvisionen im deutschen Widerstand
    Kreisauer Kreis mit Moltke - Goerdeler Gruppe - Honoratioren - Stauffenbergs weltanschauliche Motivation. ISBN: 978-3-86596-000-9 / 9783865960009;
    ISBN: 3-86596-000-6 / 3865960006.

    VG
    Christian

  7. #7
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    20 Juli 1944 doch ein großer Tag in der deutschen Geschichte

    Doku von heute aus Anlass des morgigen Jahrestag.

    Wenn diese Informationen stimmen, die ich heute erhalten habe, war Claus Schenk Graf von Stauffenberg wirklich ein Held.
    Erstens war er einer der Antreiber für die Walküre Pläne des Widerstands. Später der einzige aktive Verantwortliche der mit ganzem Herzen die Aktion verteidigte. Ein Stümper darf er, wie von Fernau bezeichnet (siehe meinen Beitrag vom 16.05.2008), nicht genannt werden. Er war stark behindert. Eine Hand fehlte komplett, die zweite stand nur noch mit zwei Fingern und dem Daumen.
    Dies behinderte ihn doch beträchtlich bei dem Scharfmachen des Zünder kurz vor dem Anschlag. In der Eile konnte eine zweite Kilo Sprengladung nicht der Tasche, die unter einem schweren Eichentisch stand, beigelegt werden. Diese hätte der Gröfaz wohl kaum überlebt. Leider stand zu diesem Attentat kein Anderer zur Verfügung. Die Situation an der Front erforderte aber sofortiges Handeln, da die Russen schon seit Anfang des Monats unaufhaltsam auf dem Vormarsch waren. Jedes weitere Zögern verringerte um Stunde zu Stunde die Verhandlung Masse gegenüber den Alliierten.
    Die Planungen waren auf den Tod des Führers ausgelegt. Damit wären die Offiziere ihrem Eid entbunden gewesen und selbst ein Kommandierender des Regiment Großdeutschland wie Remer als überzeugter Nazi hätte sich nicht widersetzt. Kluge und Fromm wären beigesprungen. Die Machtübernahme hätte funktioniert. Höppner und Beck die von Hitler pensionierten Generäle standen zur Regierungsübernahme bereit. Bereits vor dem Attentat war die Lage unklar. Wenn es stimmt was die Doku lieferte, war sich Stauffenberg über ein Scheitern bewusst. Aber trotzdem sollte für das "heilige Deutschland" und seine Zukunft ein Zeichen gesetzt werden. Dies gelang ihm. Leider lief auch dann in Berlin einiges schief. Die fünf Hauptverantwortlichen wurden sofort im Bendlerblock exekutiert. Später waren auch einige Wendehälse, die noch einen Wechsel zum Führer versuchten, dran.
    In Gedenken lorginn

  8. #8
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    Lieber Ginnheimer,
    Stauffenberg war bis in das Jahr 1942 hinein glühender Anhänger des Nazi-Regimes. Er war nach dem Polenfeldzug dafür, die polnische Bbevölkerung zur Arbeitsleistung in der Landwirtschaft nach Deutschland zu schicken.Was dann auch geschah. Er war Nutznießer mit den adligen Offizieren von der Aufrüstung der Nazis.
    Wären bis 1933 die demokratischen Parteien unterstützt worden, vorallem die SPD, die als einzige Fraktion 1933 gegen das Ermächtigunggesetz gestimmt hatte -Heuss stimmte dafür-, dann wären die Nazis nie an die Macht gekommen.
    Man erschießt Hitler oder sprengt sich mit ihm, wie es die Palästinenser machen, in die Luft und verlässt nicht vorher das Gelände.

  9. #9
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    Hallo Dieter

    Zitat Zitat von dieter Beitrag anzeigen
    Man erschießt Hitler oder sprengt sich mit ihm, wie es die Palästinenser machen, in die Luft und verlässt nicht vorher das Gelände.
    Lieber Chatte,
    die Waffen mussten am Eingang zur Baracke abgegeben werden.
    Da Stauffenberg auch der Kopf des Widerstand war, musste er überleben. Die erfolgreiche Durchführung der Operation Walküre, die Übernahme der Regierung mit Entmachtung der NSDAP, SD und SS war ohne ihn undenkbar. Es war nicht geplant, das er als schwer gezeichneter Afrika Kämpfer auch noch das Attentat selbst verüben sollte, sondern es ging an diesem Tag um einen Vortrag über das Ersatzheer. Es war nicht erforderlich, das er dort anwesend war. Es hätte auch ein Anderer in die Wolfschanze fliegen können. Er musste tagelang mit den Zündern üben, um es trotz seiner Behinderung hinzubekommen. Es gab auch genug bereits gescheiterte Versuche der Wehrmacht. Eben nach der Niederlage vor Stalingrad, als der Gröfaz durch sein inkompetentes Einschreiten in die Pläne von Manstein 150.000 Veteranen verrecken ließ, gab es kein Halten mehr. Außerdem erfolgten gerade durch die abzeichnende Niederlage verstärkt "Sauereien" vor den Augen der Wehrmacht. Diese schaute weg, konnte aber die Verbrechen nicht weiter mit ihrem Gewissen vereinbaren.
    Zu mindestens gab es einige Offiziere die gerade dies als Grund heranzogen gegen ihren Eid auf den Führer zu handeln. Das war ein ungeheuerlicher Vorgang der sich durch die gesamte Wehrmacht ausbreitete. Generalfeldmarschall Kluge, Stülpnagel und Manstein waren eingeweiht, wenn auch passiv im entscheidenden Moment.

    Bitte überdenke Deine Position.
    lG

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    klare Worte zum Gelöbnis 2008

    Eben im Rahmen des Gelöbnis der Rekruten des Wachbataillon vor dem Berliner Reichstag gab es zwei sehr beeindruckende Reden einmal vom Verteidigungsminister Jung und besonders vom Alkanzler Schmidt, der sich direkt an die jungen Rekruten richtete und aus seiner Zeit in der Wehrmacht berichtete.
    Jung zitierte Churchill aus seiner Rede vor dem englischen Parlament 1946, indem dieser die Tat um die Gruppe Stauffenberg 1944 als das "Edelste" in der Erkenntnis, Planung und Durchführung schilderte was wahrscheinlich in der Militär Geschichte passiert ist. Außerdem betonte Jung das die heutige Bundeswehr den aufgeklärten Staatsbürger in Uniform ausbildet, der einen "inneren Kompass" besitzt, und niemals Befehle befolgen darf, die gegen das Grundgesetz und die Menschlichkeit verstoßen.
    Helmut Schmidt warnte hingegen vor der Verführbarkeit jedes Einzelnen von uns, seiner indirekten Feigheit trotz Wissen um die Verbrechen des Regime ab Herbst 1944 weiter seine Pflicht getan zu haben, im Gegensatz zu diesen mutigen Menschen des militärischen Widerstand.
    Die aus inneren Beweggründen, dem eigenen Gewissen gefolgt sind und sich erhoben haben. Ausdrücklich betonte der 90ig Jährige das die gewählte Staatsführung von heute mit Damals nicht zu vergleichen ist. Die Bundeswehr kann sich auf die Politik verlassen. Siehe Ablehnung des nicht von der Weltgemeinschaft und dem Grundgesetz gedeckten Einsatz im Irak. Die Mission in Afghanistan hingegen ist rechtlich zweifelsfrei aber streitbar.
    lG

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