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Alt 18.03.2010, 14:10   #119 (permalink)
WDPG
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5. Kreuzzüge/Lage in Ungarn, Byzanz, Naher Osten:

Da die beiden Kreuzzugsunternehmungen die beide als 5. Kreuzzug bezeichnet werden zeitlich nicht so weit auseinanderliegen werde ich die Lage der Staaten die ich beschreibe hier zusammenfassen. Die beiden Kreuzzüge sind die von Damiette (1217-1221) und der Kreuzzug Friedrichs II (1228-1229).

-Ungarn: Der König von Ungarn zur Zeit der 5. Kreuzzüge war Andreas II. Dieser Herrschte von 1205-1235 über Ungarn. Im Jahr 1217 begab sich dieser mit einem Heer auf Kreuzzug. Wegen Transportproblemen über das Meer konnte er jedoch nur einen Teil des Heeres mit dem er zum Kreuzzug ziehen wollte mitnehmen. Große Erfolge brachte der Zug des Ungarnkönig Andreas II nicht. Man belagerte erfolglos eine Festung am Berg Tabor und schon Anfang 1218 zog Andreas II wieder ab. Der Kreuzzug ging ohne ihn weiter. Auch die Soldaten von Andreas II zogen wieder ab.

Der Kreuzzug Friedrichs II beeinflusste die Geschichte Ungarns nicht.

-Byzanz: Byzanz existierte seit dem 4. Kreuzzug nicht mehr. Im Gebiet des ehemaligen Byzantinischen Reichs kämpften nun verschiedene Reiche um die Vormachtstellung:
Darunter das von den Kreuzfahrern des 4. Kreuzzugs errichtete Lateinische Kaiserreich (1217 herrschte hier Peter von Courtenay, dieser kam jedoch nie in Konstantinopel an, danach herrschte sein Sohn Robert bis zum Jahr 1228), das bereits kurz nach dem 4. Kreuzzug zu bröckeln begann.
Bulgarien kämpfte ebenfalls um die Vormachtstellung in diesem Raum, teils mit großen Erfolgen. Und dann waren da noch die Nachfolgestaaten von Byzanz: Trapezunt, Epiros-Thessaloniki und Nikäa.
Die Machtkämpfe um Konstantinopel und damit die Nachfolge von Byzanz wurden erst 1261 gelöst, als es Truppen des Kaiserreichs von Nikäa gelang Konstantinopel einzunehmen. Der Lateinische Kaiser wurde vertrieben, Byzanz wiederhergestellt.
In keinem der beiden Kreuzzüge spielten die Gebiete von Byzanz eine bedeutende Rolle.

-Anatolien, Syrien, Ägypten, Persien:
In Ägypten und Syrien herrschten in der Zeit der 5. Kreuzzüge die Ajjubiden, die Nachfolger Sultan Saladins. Nach Saladins Ableben kam es zunächst zu Machtkämfen. Aus diesen ging al-Adil I als Sieger hervor. al-Adil I erlebte noch einen Teil des Kreuzzugs von Damiette. Nach seinem Tod wurde das Reich abermals geteilt, was wiederum Machtkämpfe unter den Ajjubiden zur Folge hatte. Al Kamil wurde zum Sultan in Ägypten, ihm gelang es schließlich das Kreuzzugsheer des 5. Kreuzzugs zu besiegen.
Mein Eindruck vom Ajjubidenreich ist, dass es nach Saladin bei weitem nicht mehr so stark war, immer wieder wurde es vom Machtkämpfen im Inneren bedroht und auch von Außen gab es immer wieder gefährliche Bedrohungen.
Das erklärt auch warum Al-Kamil eine friedliche Lösung mit Friedrich II einem Krieg vorzog und ihm Teile des ehmaligen Königreichs Jerusalem, samt Jerusalem abtrat.

In Persien kündigte sich in dieser Zeit eine neue Macht an. Die der Mongolen. Unter Al-Ad-Din Muhammad (1200-1220) erreicht das Reich der Choresm-Schahs seine größte Ausdehung. Doch nun grenzte es an das Reich Dschinghis Khans. Wer nun wirklich schuld am Krieg zwischen den beiden Großreichen hatte, darüber lässt sich streiten, aber schlussendlich kam es zu diesem. Al-Ad-Din Muhammad setzte auf die falsche Taktik und sein Reich erwies sich als zu instabil um den Mongolen trotzen zu können. Stadt um Stadt fiel an diese, Al-Ad-Din Muhammad starb auf der Flucht. Energisch setzt sein Sohn Dschalal ad-Din den Widerstand des Choresm-Reichs fort, er hatte auch den einen oder anderen Erfolg dabei, scheiterte aber schlussendlich doch. Seine energische Politik auch seinen Nachbarstaaten gegenüber bedrohte auch die Ajjubiden, was in ihren Politik dem Kreuzzug Friedrichs II gegenüber auch eine gewisse Rolle gespielt haben dürfte. Spätestens mit dem Ende von Dschalal ad-Din war es mit dem Choresm-Reich vorbei. Doch sein Heer existierte weiter. Es spielte in den Machtkämfen der Ajjubiden eine bedeutende Rolle und dieses Heer war es auch das schlussendlich 1244 Jerusalem den Kreuzfahrern wieder "wegnahm".

In Anatolien erlebte das Reich der Rum-Seldschuken von 1204 (eigentlich schon von 1176 an) bis zur Schlacht von Köse Dag 1243 eine Blüte Zeit. Was nicht gelang ist das Kaiserreich Nikäa einzunehmen oder zumindest unter Kontrolle bringen zu können. Dieser Versuch kostete einem Seldschukenherrscher (Kai Chosrau I) das leben. Auch die Rum-Seldschuken bedrohten immer wieder das Ajjubidenreich.
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