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Alt 25.03.2010, 10:59   #120 (permalink)
WDPG
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Ungarn, Byzanz, Islamische Welt/ 6. Kreuzzug:

-Ungarn: Beim 6. Kreuzzug den der französische König Ludwig IX führte, war Ungarn nicht dabei. Kein Wunder es hatte andere Sorgen. Der König von Ungarn in der Zeit des 6. Kreuzzugs (1248-1250) war Bela IV, dieser herrschte von 1235-1270. In seine Regierungszeit fiel der Einfall der Mongolen im Jahr 1241. Gegen die heranstürmenden Mongolen erlitten die Ungarn in der Schlacht bei Muhi eine vernichtende Niederlage, der König kam nur knapp mit seinem Leben davon. Es wäre gar nicht so unlogisch gewesen, dass Ungarn zu einem Teil des Mongolenreichs geworden wäre, doch diese zogen schlussendlich doch ab und Bela IV konnte seine Herrschaft fortsetzen.
Für Ungarn war der Mongolensturm dennoch ein schwerer Schlag, der extrem viele Opfer forderte. Zunächst war Ungarn also mit dem Wiederaufbau beschäftigt und dannach mit Kriegen gegen die Nachbarn (1246 besiegt man in der Schlacht bei der Leitha Herzog Friedrich II aus Österreich, der in der Schlacht umkommt). An eine Kreuzzugsteilnahme war unter diesen Umständen nicht zu denken, wüsste auch nichts, dass man über diese nachdachte.

-Ehemals byzantinische Gebiete: In diesen Gebieten herrschte nach wie vor der Machtkampf um das Erbe von Byzanz. Mittlerweile mit klarem Favoriten. Epiros-Thessaloniki war schon im Jahr 1230 aus dem Kampf um die Macht ausgeschieden, nachdem es eine Niederlage gegen Bulgarien erlitt, das Kaiserreich der Lateiner war relativ schnell niedergegangen, war nur dadurch ein wichtiger Machtfaktor, dass es Konstantinopel als Hauptstadt hatte. Blieben neben diesem noch Bulgarien und Nikäa als Kontrahenten um die Macht in den Gebieten von Byzanz. Bulgarien wurde schlussendlich durch den Einfall der Mongolen 1242 extrem geschwächt und fiel dadurch im Kampf um Konstantinopel aus. Blieben noch das schwache Lateinische Kaiserreich, dass außerhalb von Konstantinopel kaum mehr Gebiete besaß und das Kaiserreich von Nikäa.
Herrscher des Lateinischen Kaiserreichs war Balduin II. Er bestieg als 11 Jähriger den Thron, gerade in der Lage in der sich das Lateinische Kaiserreich befand braucht man einen fähigen Regenten. Das wurde schlussendlich Johann von Brienne, der im 5. Kreuzzug eine wichtige Rolle gespielt hatte und zuvor König von Jerusalem war. Als er den Titel eines Mitkaisers annahm war er bereits ein alter Mann, doch er regierte das Lateinische Kaiserreich immerhin noch 9 Jahre lang. In dieser Zeit musste es eine Belagerung durch Bulgarien und Nikäa bestehen. Ab 1237 herrschten nun Balduin II selbst über das Lateinische Kaiserreich. Die Lage war äußerst problematisch, Balduins Reich war ein von äußeren Feinden (vor allem Nikäa) bedrohter Kleinstaat, der kaum Soldaten hatte und starke finanzielle Schwierigkeiten hatte.
Aus diesem Grund bereiste Balduin II die Höfe Europas. Auch dem 6. Kreuzzug stattete Balduin II einen Besuch ab.

-Anatolien, Syrien, Ägypten, Persien:

Unter Kai Kobad I befand sich das Reich der Rum-Seldschuken in voller Blüte. 1237 bis 1246 herrschte Kai Chosrau II über das Reich der Rum-Seldschuken, er war bei weitem nicht so ein fähiger Herrscher wie sein Vater. Im Jahr 1243 wurden die Rum-Seldschuken in der Schlacht von Köse Dag geschlagen, die Blüte war zu Ende. Der Sultan wurde zum Vasallen der Mongolen.
In Ägypten und Syrien herrschten nach wie vor die Ajjubiden. Doch zwischen diesen kam es immer wieder zu kämpfen. Praktisch immer wenn ein Sultan verstarb, hatte das Nachfolgekämpfe zur Folge. In diese versuchten auch die Kreuzfahrerstaaten immer wieder einzugreiffen. Im Jahr 1245 gelang es as-Salih sich in langen Kämpfen gegen seine Kontrahenten um die Macht im Reich der Ajjubiden durchzusetzen, in diesen Kämpfen spielten auch die nun herrenlos gewordenen Truppen Dschelal-Ad-Dins immer wieder ein Rolle. Diese Truppen spielten auch bei der Eroberung Jerusalems im Jahr 1244 eine Rolle. Diese Eroberung hatte jedoch den 6. Kreuzzug zur Folge. Im Jahr 1249 also mitten in der Zeit des 6. Kreuzzugs verstarb as-Salih an einer Krankheit. Herrscher wurde nun Turan Schah, diesem gelang es das Heer des 6. Kreuzzugs zu schlagen. Doch er blieb nicht lange auf dem Thorn.
Eine andere Entwicklung die in der Zeit von as-Salih begann spielte nun eine Rolle. Wie erwähnt, spielten die Truppen des Choresm-Shahs die nach dem Ende von Dschelal Ad-Din herrenlos geworden waren immer wieder eine bedeutende Rolle im Dienste der Ajjubidenherrscher. Doch sie waren auch gefährlich, aus diesem Grund setzte der Sultan immer mehr auf türkische Sklaventruppen, die Mamluken. Turan Schah versuchte den Einfluss dieser Truppen nun einzugrenzen, was zu seinem Sturtz führte. Die Ajjubiden wurden nun von den Mamluken abgelöst.

Was Persien betrifft so spielte eine Entwicklung, die uns in dieser Zeit schon mehrfach begegnete eine große Rolle, der Aufstieg der Mongolen. Nachdem das Reich des Choresm-Shahs zerschlagen worden war, herrschten die Mongolen noch nicht über Persien, doch ihr Einfluss wird wohl hoch gewesen sein. Schlussendlich, ein paar Jahre nach dem 6. Kreuzzug kam es zur Eroberung Persiens und auch der Eroberung von Bagdad im Jahr 1258.
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