 | |
18.02.2010, 10:56
|
#21 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Zitat:
Zitat von Hundsgurgel Was mir auffällt ist, dass immer nur an den Symptomen herumdiskutiert wird. Warum wird nicht mal darüber gesprochen, wie wir zu neuen Arbeitsplätzen kommen?
Ich vermute, dass die "spätrömische Dekadenz" Debatte deshalb aufkam, weil sich die Politiker selbst nicht zutrauen, die Probleme zu lösen! | Sie können das Problem nicht lösen, so einfach ist das. Seit Jahren werden die großen Konzerne hofiert, damit die keine Arbetisplätze abbauen. Ständig wird etwas gefordert, damit keine Arbeitsplätze im größeren Stil abgebaut werden müssen. Unsere Politiker überschlagen sich förmlich, diese Forderungen zu erfüllen, damit nicht Arbeitsplätze abgebaut werden.
Durch die Hintertür werden dann aber doch Arbeitsplätze abgebaut. Beispiel Frankfurter Flughafen. Der muß ausgebaut werden, damit neue Stellen entstehen können. Das ist der Tenor. Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus?Vor vier Jahren arbeiteten am Lufthansa Check In Schalter an einem normalen Vormittag an 7 Check- In Schaltern 10 Leute. Heute dagegen stehen dort vier Automaten- und nur noch 3 Personen sitzen da.
Die großen Konzerne werden immer überlegen, wie sie Personalkosten einsparen können- und deswegen sitzen die Polikter in einer Zwickmühle. Sie erfüllen deren Forderungen, damit es nicht zu Massenentlassungen kommt, aber neue Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, und alte klamm heimlich nach und nach abgebaut.
Dafür fehlt aber das Geld in der Staatskasse, um dort Erleichterungen zu schaffen, wo wirklich neue Stellen entstehen könnten- in kleinen und mittleren Betrieben.
Für einen kleinen Betrieb sind die Kündigungsgesetze viel zu heftig- trotz aller Erleichterungen. Auch zahlen die kleinen Betriebe im Vergleich zu den großen Konzernen viel zu viel Steuern, was auch wieder Arbeitsplätze vernichtet.
Im Prinzip bräuchte man zwei voneinander getrennte Arbeitsmarktpolitiken- eine für große Konzerne, bei denen die erwirtschafteten kapitalerträghe im Vordergrund stehen, und eine für kleine und mittelständische Unternehmen.
Da es aber schon bei der Unterscheidung anfängt schweirig zu werden, und Politiker den großen Unternehmen nicht weh tun möchten, ergibt sich darauf fast die Unfähigkeit, in Deutschland in nennenswertem Maße Arbeitsplätze zu schaffen... |
| |
18.02.2010, 13:24
|
#22 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von dieter Ganz Vornehme essen dazu noch Tafelspitz. Es wird in Hessen an Gründonnerstag gegessen. Wir essen es am Karfreitag, weil ich keinen Fisch mag.  | Gibt es bei den Evangelischen für den Karfreitag kein Fleischverbot, oder ignoriert Dieter es einfach?
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
|
| |
18.02.2010, 13:33
|
#23 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| @ Rohana:
Da läuft es in Österreich etwas besser. Wir haben die Wirtschaftskammer als mächtige und einflussreiche (zumindest, wenn die ÖVP mit in der Regierung sitzt) Interessensvertretung, der zwar eigentlich fast alle Unternehmer verpflichtend angehören, die aber in der Praxis hauptsächlich die Interessen der Klein- und Mittelunternehmen - auch gegen die Interessen der Großunternehmen, obwohl die eigentlich auch Mitglied sind - vertritt. Z. B. bekämpft sie die Gründung neuer Einkaufszentren am Stadtrand, um die innerstädtischen Läden zu schützen. Auch gesetzliche Verbesserungen setzt sie immer wieder durch.
Ein Problem ist aber auch bei uns der zu starre Kündigungsschutz, der Kleinunternehmen von der Einstellung neuer Arbeitskräfte abhält, insbesondere, wenn absehbar ist, dass sie nicht dauerhaft benötigt werden, aber nicht von Beginn an eine Frist festgelegt werden kann.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
|
| |
18.02.2010, 14:08
|
#24 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 16.02.2010 Ort: Hamburg
Beiträge: 219
| @ Scifi, ich möchte ergänzend zu Deinen Ausführungen einmal beitragen, dass die maßgeblichen EG-Organe in Brüssel da doch auch erheblich in der Verantwortung stehen, ... oder muß man sagen "stünden". Man weiß ja nie, wer zuständig ist, und wenn ja (in Brüssel), warum auch von dort sehr oft nur "Richtlinien" erlassen werden, die dann sehr mühsam in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Das kann dauern, wir wir wissen. Bis dahin mag
in "Felix Austria" vieles praktikabler laufen (?).
Minotaurus, mit einem vorsorglichen Fragezeichen  |
| |
18.02.2010, 14:13
|
#25 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 28.12.2009
Beiträge: 308
| Zitat:
Zitat von Rohana Sie können das Problem nicht lösen, so einfach ist das. Seit Jahren werden die großen Konzerne hofiert, damit die keine Arbetisplätze abbauen. Ständig wird etwas gefordert, damit keine Arbeitsplätze im größeren Stil abgebaut werden müssen. Unsere Politiker überschlagen sich förmlich, diese Forderungen zu erfüllen, damit nicht Arbeitsplätze abgebaut werden.
Durch die Hintertür werden dann aber doch Arbeitsplätze abgebaut. Beispiel Frankfurter Flughafen. Der muß ausgebaut werden, damit neue Stellen entstehen können. Das ist der Tenor. Aber wie sieht es in Wirklichkeit aus?Vor vier Jahren arbeiteten am Lufthansa Check In Schalter an einem normalen Vormittag an 7 Check- In Schaltern 10 Leute. Heute dagegen stehen dort vier Automaten- und nur noch 3 Personen sitzen da.
Die großen Konzerne werden immer überlegen, wie sie Personalkosten einsparen können- und deswegen sitzen die Polikter in einer Zwickmühle. Sie erfüllen deren Forderungen, damit es nicht zu Massenentlassungen kommt, aber neue Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, und alte klamm heimlich nach und nach abgebaut.
Dafür fehlt aber das Geld in der Staatskasse, um dort Erleichterungen zu schaffen, wo wirklich neue Stellen entstehen könnten- in kleinen und mittleren Betrieben.
Für einen kleinen Betrieb sind die Kündigungsgesetze viel zu heftig- trotz aller Erleichterungen. Auch zahlen die kleinen Betriebe im Vergleich zu den großen Konzernen viel zu viel Steuern, was auch wieder Arbeitsplätze vernichtet.
Im Prinzip bräuchte man zwei voneinander getrennte Arbeitsmarktpolitiken- eine für große Konzerne, bei denen die erwirtschafteten kapitalerträghe im Vordergrund stehen, und eine für kleine und mittelständische Unternehmen.
Da es aber schon bei der Unterscheidung anfängt schweirig zu werden, und Politiker den großen Unternehmen nicht weh tun möchten, ergibt sich darauf fast die Unfähigkeit, in Deutschland in nennenswertem Maße Arbeitsplätze zu schaffen... | Das stimmt natürlich. Aber es wäre auch sinnvoll, die Körperschaftssteuer nicht ständig zu senken! Warum soll man Arbeitsabbau auch noch subventionieren? |
| |
18.02.2010, 14:29
|
#26 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| @ Minotaurus:
Dass oft nur "Richtlinien" erlassen werden, hat schon seinen Sinn. Die "Verordnungen", also quasi die EU-Gesetze, die in allen Mitgliedsstaaten direkt gelten, müssen so ausgearbeitet werden, dass sie mit dem Recht aller Mitgliedsstaaten voll kompatibel sind. Das ist oft sehr schwierig. Richtlinien hingegen legen nur den Rahmen fest, der dann an das nationale Recht angepasst werden kann. Allerdings ist es in der Praxis häufig so, dass Richtlinien schon so detailliert sind, dass den nationalen Gesetzgebern eh kaum noch Gestaltungsspielraum bleibt. Und natürlich wird bei der Umsetzung oft viel getrickst, sodass die Umsetzung nicht immer den Vorgaben der Richtlinie entspricht.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
|
| |
18.02.2010, 14:34
|
#27 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von Hundsgurgel Das stimmt natürlich. Aber es wäre auch sinnvoll, die Körperschaftssteuer nicht ständig zu senken! Warum soll man Arbeitsabbau auch noch subventionieren? | Das ist zu kurz gedacht. Hauptbetroffen von der Körperschaftssteuer sind die GmbHs, und die Masse der GmbHs sind keineswegs irgendwelche Großunternehmen, sondern Klein- und Mittelunternehmen. Die haben ohnehin das Problem, dass die Körperschaftssteuer, anders als die Einkommenssteuer, nicht progressiv ist, das heißt, egal wie groß oder klein der Gewinn ist, der Steuersatz ist immer derselbe.
Die Großunternehmen wiederum wandern in das Land mit dem niedrigsten Körperschaftssteuersatz, dann sind die Arbeitsplätze ganz weg.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
|
| |
18.02.2010, 21:29
|
#28 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Zitat:
Zitat von Hundsgurgel Was mir auffällt ist, dass immer nur an den Symptomen herumdiskutiert wird. Warum wird nicht mal darüber gesprochen, wie wir zu neuen Arbeitsplätzen kommen? | Stimmt. Das ist doch bei vielen Sachen so, es wird nur an Symptomen herumdiskutiert, anstatt Konzepte vorzulegen, wie man die eigentlichen Probleme in den Griff bekommt (darauf sollten sich die Parteien weit mehr konzentrieren als sie es tun). |
| |
18.02.2010, 21:32
|
#29 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Zitat:
Zitat von Rohana Sie können das Problem nicht lösen, so einfach ist das. . | Genauso wie bei anderen Problemen auch muss man feststellen es ist nicht so einfach. Nein ist es nicht, es ist sogar verdammt schwer.
Aber wir (und auch ihr) haben gut bezahlte Politiker und 5 Parteien die Ideen liefern können. Doch daran mangelt es.
Kein Wunder es ist einfach ein paar dumme Aussagen zu machen, anstatt sich den Kopf zu zerbrechen. |
| |
18.02.2010, 21:37
|
#30 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Zitat:
Zitat von Scifi Das ist zu kurz gedacht. Hauptbetroffen von der Körperschaftssteuer sind die GmbHs, und die Masse der GmbHs sind keineswegs irgendwelche Großunternehmen, sondern Klein- und Mittelunternehmen. Die haben ohnehin das Problem, dass die Körperschaftssteuer, anders als die Einkommenssteuer, nicht progressiv ist, das heißt, egal wie groß oder klein der Gewinn ist, der Steuersatz ist immer derselbe.
Die Großunternehmen wiederum wandern in das Land mit dem niedrigsten Körperschaftssteuersatz, dann sind die Arbeitsplätze ganz weg. | Gerade Konzerne mit mehreren Standorten in mehreren Ländern haben aber natürlich auch die Möglichkeit so zu arbeiten, daß die höchsten Gewinne natürlich in den Ländern mit den niedrigsten Steuersätzen anfallen. Ich habe mal einen Bericht über Daimler gesehen, die an ihrem Stammwekr durch bilanzielle Umschichtungen so gut wie keine Gewerbesteuern mehr zahlen, was für die betroffene Kommune besonders problemtisch war. (Ist schon ein paar Jahre her, weiß also nicht, ob es immer noch so ist.)
Kleine Unternehmen haben diese Möglichkeiten natürlich nicht. |
| |  | |
Powered by vBulletin® Version 3.6.8 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
SEO by vBSEO 3.1.0

Forum style by ForumMonkeys.com.
|