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Zitat von RedScorpion Nämlich? Dass die Schule dann zur Ganztagsaufbewahrungsanstalt verkommen ist? |
Ist sie ja nicht. Zwar haben die Fünftklässler 2 mal die Woche Nachtmittagsunterricht, aber der fällt so oft aus (zumindest der Sport), daß die lieben Kleinen dann schon oft nach der fünften Stunde Schulfrei haben...
Nein, das Problem dabei ist eher, daß nun der gleiche Stoff, der früher in sechs Jahren vermittelt wurde, in fünf Jahren vermittelt werden muss. Und das in Klassen mit 30 Schülern.
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Zitat von RedScorpion Das klingt in meinen Ohren aber danach, dass er entweder faul ist, wirklich keine Zeit hat zum Nachschlagen und Selbstkontrollieren oder keine Lernmethode hat. Letzteres wäre das Schlimmere, aber man kann auch Methode lernen. |
Ich habe mir den Absatz noch mal herausgegriffen, weil ich denke, daß das Hauptproblem wirklich die Methode ist.
Wenn ich so an das erste halbe Jahr fünfte Klasse zurückdenke, dann ist es nicht so, daß die Kinder wirklich große Schwierigkeiten mit dem Stoff hatten.
Das Hauptproblem war wirklich die Umstellung darauf, wie sie von nun an zu lernen und zu üben hatten.
Die Grundschule kennt die Fächer Deutsch, Mathe und Sachunterricht als Hauptfächer. Dazu Englisch, Kunst Sport, Musik und Religion als Nebenfach.Was bedeudet, daß sie z.B. in Mathe und Deutsch 3 Arbeiten pro Halbjahr, in Sachkunde 2 Arbeiten pro Halbjahr und vielleicht in Religion 1 Arbeit pro Halbjahr schreiben.
Die drei Hauptfächer haben sie fast jeden Tag, Hausaufgaben gibt es von dem einen auf den anderen Tag, und wenn ein Kind aus welchem Grund mal Unterricht versäumt, bekommt es alles erklärt.
Gymnasium ist anders. Durch G8 wird fast alles in Doppelstunden unterrichtet, so daß die Schüler z.B nur einmal die Woche Bio und Erdkunde haben (aus einem Sachunterrrichtsfach mach 2). Englisch kommt als Hauptfach dazu, und in allen Nebenfächern außer Sport werden Arbeiten geschrieben. Es gibt auch in allen Fächern außer Sport Hausaufgaben, die dann aber erst bis in einer Woche gemacht werden müssen, weil bei zwei Wochenstunden die Woche und alles in Doppelstunde nur einmal die Woche das Fach unterrichtet wird.
Was natürlich bedeutet, daß die Lücke, die entsteht, wenn ein Kind krank ist, sehr groß ist. Da wird nichts nacherklärt (so kam es bei meinem Sohnemann zu der Lücke in Geometrie)- es wird einfach vorausgesetzt, daß die Kinder das irgendwie nachholen. Wiederholen müssen die Kinder den Stoff ohnhin slbstständig, weil bei einem Abstand von eienr Woche dann doch mehr vergessen wird als wenn ein Fach alle drei Tage eine Stunde unterrichtet wird.
Die Kinder müssen sich komplett anders organisieren, und das verursacht die Schweirigkeiten. Hier sind die Kinder klar im Vorteil, die Eltern haben, die ihnen dabei helfen können, sich Organisationspläne zu machen. z.B. Wenn sie in vier Fächern Hausaufgaben aufhaben, die sie an einem Nachmittag gar nicht schaffen, dann müssen sie lernen, zuerst die Hausaufgabe zu machen, die sie als erstes brauchen und nicht die, auf die sie jetzt gerade am meisten Lust haben, weil sie ansonsten mit den Hausaufgaben des nächsten Tages und dem Üben und Wiederholen des Stoffes in Zeitdruck geraten.
Sie müssen lernen, wie sie Lücken schließen und und und... Lauter so ein Zeug.
Die Kinder, die keine Eltern haben, die ihnen dabei behilflich sein können, fallen dabei hinten runter- einfach, weil das Tempo dann doch zu schnell ist, um ihnen die Zeit zugeben, sich die entsprechenden Fähigkeiten zur Organisation alleine anzueignen. Bis sie sich das angeeignet haben, sind die Lücken für das rein fachliche Wissen zu groß.
Es gibt natürlich auch Schulen, an denen das anders gehandhabt wird. Wir haben hier eine sehr gute integrative Gesamtschule, in denen diese Probleme erst gar nicht auftreten, weil das Konzept ein anderes ist. Da gibt es auch kein G8, sondern noch G9.
Beim Gymnasium läßt sich aber tatsächlich das Fazit ziehen, daß die Schüler, die Eltern haben, die sie auf ihrem Schulweg begleiten können, eine wesentlich höhrere Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss haben als Schüler, die diese elterliche Unterstützung nicht haben.
Da gibt es noch sehr viel Verbrsserungspotential... Sehr, sehr viel. Insebsondere, was die Methode anbelangt.