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Alt 01.02.2012, 19:00   #61 (permalink)
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Gute Statements! Rein intuitiv habe ich das Gefühl, dass Obama den Weg von Jimmy Carter nehmen wird, der über eine Legislaturperiode als Präsident nicht hinauskam. Allerdings sind die Situationen nicht vergleichbar, Carter scheiterte primär an der Besetzung der US-Botschaft in Teheran durch iranische Studenten sowie daran, dass die geplante Befreiuungsaktion in der Wüste misslang. Persönlich war er mir sympathisch, das ist mir Obama übrigens auch. Ich meine immer, Obama ist den Amerikanern generell zu europäisch, ist er nicht auch ein Präsident der Unterklasse? Die Entscheidungsträger sammeln sich doch eher um Romney.
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Alt 01.02.2012, 20:41   #62 (permalink)
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Aus der Entferung schwer zu beurteilen, aber Romney soll nicht "echt" wirken. Authentisch sagt man wohl dazu. Ich räume ihm deshalb wenig Chancen ein, Obama hat Charisma und kann auch Erfolge vorweisen (Bin Laden, die Wirtschaft hat Tritt gefasst). Es ist eine Personenwahl, Programme sind relativ egal.

Jimmy Carters Problem war Ronald Reagan. Über den kann man viel Negatives sagen, aber er konnte Optimismus versprühen, trat gekonnt auf und brachte Glamour ins Weisse Haus, wonach ganz Amerika offenbar verlangte. Durch die Ölkrise und den Vietnamkrieg waren die USA in ihren Grundfesten erschüttert und wollten keinen blassen Jimmy Carter mehr.
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Alt 01.02.2012, 22:00   #63 (permalink)
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Ja Ronny Reagan war irgendwie ein guter Typ, wohl auch ziemlich naiv, so was scheint mitunter auch anzukommen. In den `80er Jahren besetzten die USA eine kleine Insel, ich meine es war Grenada, da hatte Ronny die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn das Inselchen war britisches Dominion. Dafür hat ihn Maggie Thatcher in Washington bei ihrem nächsten Besuch in den Senkel gestellt und abgekanzelt wie einen Schuljungen nach einem schlechten Diktat. Als Kohl rührselig wurde und Ronny ihn auf den Soldatenfriedhof nach Bitburg begleiten musste und es einen internationalen Skandal gab, hat Ronny sehr großzügig und besonnen reagiert. Er war nicht mal sauer bzw. ließ sich nichts anmerken. Damals sollen sich aber schon erste Anzeichen von Alzheimer bei ihm gezeigt haben. Er war wie er war, aber er hatte Stil und Noblesse.
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Alt 01.02.2012, 22:06   #64 (permalink)
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Ja Ronny Reagan war irgendwie ein guter Typ, wohl auch ziemlich naiv, so was scheint mitunter auch anzukommen. In den `80er Jahren besetzten die USA eine kleine Insel, ich meine es war Grenada, da hatte Ronny die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn das Inselchen war britisches Dominion. Dafür hat ihn Maggie Thatcher in Washington bei ihrem nächsten Besuch in den Senkel gestellt und abgekanzelt wie einen Schuljungen nach einem schlechten Diktat. Als Kohl rührselig wurde und Ronny ihn auf den Soldatenfriedhof nach Bitburg begleiten musste und es einen internationalen Skandal gab, hat Ronny sehr großzügig und besonnen reagiert. Er war nicht mal sauer bzw. ließ sich nichts anmerken. Damals sollen sich aber schon erste Anzeichen von Alzheimer bei ihm gezeigt haben. Er war wie er war, aber er hatte Stil und Noblesse.
Ja es war Grenada.
US-Invasion in Grenada ? Wikipedia
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Alt 03.02.2012, 13:46   #65 (permalink)
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Aus der Entferung schwer zu beurteilen, aber Romney soll nicht "echt" wirken. Authentisch sagt man wohl dazu. Ich räume ihm deshalb wenig Chancen ein, Obama hat Charisma und kann auch Erfolge vorweisen (Bin Laden, die Wirtschaft hat Tritt gefasst). Es ist eine Personenwahl, Programme sind relativ egal.
Genau so ist es! Man kann die Romney-Kandidatur schon jetzt mit der von John Kerry vor 8 Jahren vergleichen. Beides sind Typen die man für jeden Film als Darsteller für die Präsidentenrolle casten könnte. Aber deswegen sind sie ja künstlich.

Auffällig auch dass die (seriösen) konservativen und wirtschaftsnahen Medien zB Wall Street Journal, FT usw. schon seit dem Spätsommer sehr unzufrieden sind und regelmäßig auf seine Schwachstellen hinweisen.

Es ist aber auch das polit. System Amerikas mit den hohen privaten Kosten die schon der Vorwahllkampf mit sich bringt. Die guten Leute trauen sich nicht gegen den Amtsinhaber anzutreten und warten bis die 8 Jahren um sind. Das kann - wie im Falle Hilary Clinton - zu spät sein. Aber seit den 60ern kann man das Phänomen beobachten, vl. mit Ausnahme von 1980.
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Alt 03.02.2012, 21:59   #66 (permalink)
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Genau so ist es! Man kann die Romney-Kandidatur schon jetzt mit der von John Kerry vor 8 Jahren vergleichen. Beides sind Typen die man für jeden Film als Darsteller für die Präsidentenrolle casten könnte. Aber deswegen sind sie ja künstlich.
Besser hätte man es gar nicht beschreiben können.
Wobei Kerry angeblich deutlich schlechter und steifer beschrieben wurde, als er wirklich war. Ich nenne es mal das "Scharping-Syndrom". Dem wurde auch immer Langsamkeit in jeder Beziehung nachgesagt, obwohl er im Grunde nur die muttersprachlich geprägte Angewohnheit hatte, Vokale zu dehnen.

Ansonsten blickt man als Europäer schwer durch das amerikanische System mit seinen Vorwahlkämpfen, den Kampagnenfinanzierungen und dem merkwürdigen Wahlsystem mit der völlig absurden Überbewertung der Swing-States. Von der idiotischen Wahl, zu der man sich erst registrieren muss und dann mitten in der Woche wählt, ganz zu schweigen.
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Geändert von Triton (08.02.2012 um 18:02 Uhr).
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Alt 08.02.2012, 17:25   #67 (permalink)
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Ansonsten blickt man als Europäer schwer durch das amerikanische System mit seinen Vorwahlkämpfen, den Kampagnenfinanzierungen und dem merkwürdigen Wahlsystem mit der völlig absurden Überbewertung der Swng-States. Von der idiotischen Wahl, zu der man sich erst registrieren muss und dann mitten in der Woche wählt, ganz zu schweigen.
Das amerikanische Wahlsystem ist eben gelebte Geschichte, teilweise etwas erneuerungsbedürftig, aber wenn man das als Europäer sagt, hat man keine Ahnung oder versteht den Sinn hinter all dem nicht...

Die Wahltermine unter der Woche gibt es ja fast in allen angelsächsischen Ländern. Die Engländer wählen traditionsbedingt immer Donnerstag. Im 18. Jahrhundert konnte man sich wohl noch nicht vorstellen, Sonntags zu wählen. In den USA kam wohl noch ein pragmatischer Grund dazu: Weil es Wahllokale nur in wenigen Städten gab und gerade in den ländlichen Gebiete eine richtige Anreise erforderlich war, legte man als Wahltag einen typischen Markttag fest. Der Donnerstag kam nicht in Frage, weil man sich von den Engländern unterscheiden wollte. Die Wahl für den - verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Dienstag nach dem 1. November - wurde angeblich auch von einem religiösen Aspekt beeinflusst: Die Sonntagspredigt sollte über den Montag reflektiert werden, so dass man am Dienstag zur "richtigen" Wahlentscheidung im Stande war.

Die Registrierung war wohl bewußt als Hürde eingebaut. Das amerikanische Demokratieverständnis der Gründerzeit war noch von den antiken Idealen geprägt. Eine möglichst breite Wahlbeteiligung war gar nicht beabsichtigt. Die Wahl sollte sich an die politisch interessierten Bürger richten.

Eine besonders bemerkenswerte Geschichte aus dem US-Wahlen betrifft die Anschaffung eines elektronischen Stimmenzählers. In einem Staat standen zwei Modelle zur Auswahl: Bei dem einen gab es die Möglichkeit schriftliche Kontroll-Ausdrucke zu ziehen, bei dem anderen war dies technisch ausgeschlossen. Der Staat hat sich bewußt für das zweite System entschieden. Nachzählen unerwünscht!

Geändert von trace-cgn (08.02.2012 um 17:32 Uhr).
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Alt 08.02.2012, 17:27   #68 (permalink)
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Die Entscheidung für den verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Dienstag wurde angeblich auch von einem religiösen Aspekt beeinflusst: Die Sonntagspredigt sollte über den Montag reflektiert werden, so dass man am Dienstag zur "richtigen" Wahlentscheidung im Stande war.
Außerdem hatten die Wähler dann den Montag zur Anreise.

VG
Christian
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De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung)
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Alt 08.02.2012, 17:35   #69 (permalink)
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Außerdem hatten die Wähler dann den Montag zur Anreise.

VG
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Yep, deswegen fanden die Märkte auch meistens Dienstags oder Freitags statt. Freitag stand auch zur Diskussion.
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Alt 24.02.2012, 17:51   #70 (permalink)
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Nachdem sich Deutschland binnen 2 Tagen auf einen vernünftigen Präsidentschaftskandidaten geeignet hat ziehen tritt das republikanische Nominierungsverfahren in eine neue Runde. Das Schema ist dabei immer das gleiche: Man schiebt immer einen anderen Kandidaten vor, so wie man im Geschäft neue Anzüge anprobiert, um dann wieder in die Arme von Mitt Romney zurückzufallen. Sollte er am Ende nominiert werden trägt er schon jetzt das Etikett "dritte Wahl".

Jetzt also Rick Sanatorum. In den Staaten, in denen in den nächsten 14 Tagen gewählt wird liegt er in Umfrage überraschend oft vorne. Das man nicht nur von einem kurzfristigen Hoch ausgeht sieht man daran, dass sich die Demokraten nun auch auf ihn, als potentiellen Kandidaten einstellen. Den USA würde dann ein besonders religiös aufgeladener Wahlkampf blühen. Das hat auch Obama teilweise mitverschuldet, weil er sich - entgegen dem Rat des Vizepräsidenten - mit der katholischen Kirche angelegt hat, indem er u.a. kirchliche Arbeitgeber zur Finanzierung von Verhütungsmitteln verpflichten möchte. Dazu zählen auch umstrittene Präparate, wie die Pille danach, in den Augen der Kirche ein Abtreibungsmittel. Für den Katholiken Rick Sanatorum eine Steilvorlage im Wahlkampf.

Aber auch für evangelikale Christen, die sich nur sehr zögerlich an Wahlen beteiligen und im Zweifel eher zu Hause bleiben, könnte die Sache mit der Abtreibungspille der letzte Beweis sein, dass das Weiße Haus derzeit vom Bösen beherrscht wird...am Ende würde sie auch für einen Mormonen stimmen, Hauptsache Obama ist weg!
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