Zitat:
Zitat von Obotrit ...
Das ist es doch sowieso schon. Deutschland braucht keinen Grüß-August.
ein. |
Bei allem Verständnis für lustige Kraftausdrücke, halte ich diese Titulierung des Bundespräsidenten für daneben.
Man kann ja der Meinung sein, dass es in einem demokratischen Staat eines sog. Staatsoberhauptes als einer zusätzlichen Einzelperson nicht bedarf. Dann müsste diese Repräsentation des Staates im Ausland aber durch eine andere Person in Personalunion mit der eines anderen Amtes wahrgenommen werden, z.B. Kanzler oder Bundestagspräsident.
Sicher diskutabel.
Solange es aber die verfassungskonforme Person eines separaten Staatsoberhauptes gibt, solange gebürt diesem Achtung und keine abwertende Titulierung, darum keine positive Benotung Ihres Beitrages.
Zur Sache selber, Wulff
Auch wenn die Sachvorwürfe gegen ihn peanuts sind, aus parteipolitischen Gründen hochgekocht werden, hat Wulff durch die Art und Weise, wie er mit diesen Vorwürfen umgegangen ist, selber das Amt des Bundespräsidenten diskreditiert, sein eigenes Amt.
Ein Anwaltsbüro als Sprachrohr des Staatsoberhauptes, als wenn doch mehr an diesen Vorwürfen sein könnte - das wird ja dann so von der Bevölkerung angenommen und eine Rechtfertigung juristisch in trockene Tücher gepackt werden müsste, das ist eines Bundespräsidenten unwürdig.
Wulff ist sicher für die Ansprachen zum Jahresende, würde sicher, wenn nicht jetzt zum Jahresende auf gepackten Koffern sitzen, dieses Ehrgefühl darf man ihm nicht absprechen.
Wäre es zur Jahresmitte, sollte Wulff seinen Hut nehmen.
Alles hängt von der Glaubwürdigkeit seiner Rede ab und er sollte dem Anwaltsbüro das Mandat entziehen.
Macht Wulff im bisherigen Stil weiter, haben wir im Frühjahr eine neue Nationalsversammlung.
Gauck, Wulffs Schatten, wäre schlecht beraten, derzeit an die Öffentlichkeit zu gehen, was den Ruch des Brutus hätte.
Gauck als Bundespräsident hätte es als Nachfolger ohnehin nicht leicht, die Nachfolge dessen anzutreten, dem er einmal unterlegen war.
Ich meine aber, dass Gauck die Größe und Erfahrung hat, das Amt des Bundespräsidenten neu zu beleben.