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28.01.2012, 20:09
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#21 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Zitat:
Zitat von Triton Ein Schlitzohr ist ein ehemaliges Mitglied einer Zunft. Die Zunftangehörigen trugen zur öffentlichen Erkennung Ohrringe. | War meines Wissens nicht nur ein Erkennungszeichen, sondern auch eine Art Versicherung, da diese dann ja im Notfall verkauft werden konnten (hab ich zumindest schon mal so gehört). |
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29.01.2012, 08:57
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#22 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von WDPG War meines Wissens nicht nur ein Erkennungszeichen, sondern auch eine Art Versicherung, da diese dann ja im Notfall verkauft werden konnten (hab ich zumindest schon mal so gehört). | Ich auch. Wer ein intaktes Ohrloch ohne Ring hatte, war also ein notleidender Handwerker, einer mit geschlitztem Ohrloch ein Ausgestoßener?
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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29.01.2012, 16:03
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#23 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Den Ritterschlag bekommen
Vom Vorgesetzten eine Auszeichnung / ein Lob bekommen
Ich denke, im Gegensatz zur folgenden Redewendung (die eine ähnliche Bedeutung hat) ist hier der Ursprung klar: Im Mittelalter wurde ein Sohn des Adels nach 14-jähriger Ausbildung als Page und Knappe durch den Ritterschlag ein Ritter und vollwertiges Mitglied des Adels.
Sich die Sporen verdienen
Sich auszeichnen, sich würdig erweisen
Diese Redewendung ist der vorherigen (auch im Ursprung) sehr ähnlich: Bei dem oben beschriebenen Ritterschlag wurden dem frischgebackenen Ritter mit goldenen Sporen belohnt.
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29.01.2012, 16:07
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#24 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| In die Bresche springen
Jemanden in der Not beistehen
Auf die Herkunft dieser Redensart könnte manch historisch Interessierter schon kommen: Eine Bresche (vom französischen brèche – Spalt, Öffnung) ist ein Loch in der Mauer, das bei dem Angriff auf eine Burg ideal für die Angreifer und katastrophal für die Verteidiger ist. Diese müssen unbedingt versuchen, die Bresche wieder zu schließen. Um dies zu erreichen, ist es notwendig, erst einmal die Feinde vom Eindringen abzuhalten. Ein besonders heldenhafter Ritter springt da im Idealfall in die Öffnung, bevor sie von den Angreifern verbreitert wird, und wehrt wie ein bewaffneter Korken alle ab, die ins Innere der Burg vordringen wollen und rettet so die ganze Burg – manchmal bezahlt er das mit seinem Leben. Hand und Fuß haben
In Ordnung sein, komplett sein
Nach einem altdeutschen Gesetz (wenn man die damaligen Gesetze schon als solche bezeichnen kann) war ein Ritter nur dann ein Ritter, wenn er den rechten Arm (den brauchte er zum Führen des Schwertes) und den linken Fuß (dem braucht man zum Besteigen des Pferdes) hatte. Eine schlimme Strafe war es, wenn eines oder beide dieser Körperteile verstümmelt wurden. Hatte ein Ritter Hand und Fuß konnte er ins Feld ziehen.
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26.02.2012, 14:32
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#25 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| In Harnisch bringen
Jemanden zornig machen
Diese Redewendung kommt vom Harnisch, dem Teil der Rüstung, der die Brust bedeckte und der eines der wichtigsten Bestandteile einer Rüstung war. Brachte man jemand in Harnisch, brachte man ihn dazu, seine Rüstung anzulegen und sich für ein Duell bereitzumachen. Der andere war also nun sehr wütend.
Ross und Reiter nennen
Genau die Fakten angeben
Vor einem mittelalterlichen Turnier wurden die Kontrahenten genannt und ihre Pferde, von denen beim Kämpfen viel abhing. Der Herold übernahm diese Aufgabe, das Ross und seinen Reiter zu nennen. Das Heft in der Hand haben
Etwas vorstehen, es leiten
Diese Redewendung kommt nicht vom Schreibheft, sondern von der mittelalterlichen Bedeutung des Begriffes „Heft“. Damals bezeichnete er nämlich den Griff eines Gegenstandes und somit auch des Schwertes. Wer also das Heft in der Hand hatte, hatte die Macht, konnte über die anderen bestimmen.
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26.02.2012, 14:52
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#26 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| In die Schranken weisen
Zurechtweisen
Die heute bekannteste Form des mittelalterlichen Turniers war der Tjost, bei dem zwei Ritter aufeinander zuritten und ihren Gegner aus dem Sattel werfen wollten. Den Anlauf dazu nahmen sie in je einer Laufbahn, die von Holzschranken begrenzt war und die ihnen vor dem Turnier zugewiesen worden war. Sie waren also in die Schranken gewiesen worden. Wie die Redewendung ihre heutige Bedeutung erlangte, weiß man nicht. Aus der Bahn geworfen werden
Durch das Schicksal schwer getroffen werden
Bei dem oben genannten Tjost war es eine Regel, dass die Teilnehmer die Bahn zwischen den Schranken nicht verlassen durften, bis das Turnier beendet war. Wurde nun jedoch ein Ritter aus dem Sattel geworfen oder vom Pferd abgeworfen, fiel er über die Schranken aus dem Spielfeld heraus. Er hatte verloren, war aus der Bahn geworfen worden.
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26.02.2012, 15:18
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#27 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| "In Harnisch bringen" ist mir nicht so geläufig. Zwar habe ich es schon gelesen, nur scheint es, zumindest in mitteldeutschen Landen, nicht sehr bekannt zu sein und verwendet zu werden.
Zufälligerweise habe ich hier zwei Damen sitzen, die eine aus Sachsen, die andere aus Zerbst, welche damit nichts anfangen konnten.
Scheinbar sind bestimmte Redewendungen regional unterschiedlich oder gar nicht bekannt.
Die eine fragte mich - meinst du, "aus der Haut fahren"...?
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26.02.2012, 15:45
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#28 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Ich meinte das, was ich schrieb: jemanden in Harnisch bringen
beziehungsweise In Harnisch bringen - Medienwerkstatt-Wissen © 2006-2008 Medienwerkstatt
Ich kannte die Redewendung auch nur aus Büchern. Mein Buch über Redewendungen, aus dem ich meine Liste an hier zu erklärenden Redewendungen erstelle und wegen dem ich es hier erklärt habe, wurde von einem Rheinländer aus dem Norden von Rheinland-Pfalz geschrieben.
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26.02.2012, 15:50
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#29 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 15.10.2011 Ort: Thüringen
Beiträge: 1.623
| Habe ich dich jetzt in Harnisch gebracht?
Wenn ja, dann tut es mir leid.
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26.02.2012, 16:04
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#30 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Nafets Habe ich dich jetzt in Harnisch gebracht?
Wenn ja, dann tut es mir leid. | Nein nein. Es war ja eine reine Nachfrage zum Verständnis...
LG
Der Maxdorfer
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