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Tags: begriffe, gefluegelte worte, redewendungen, sprache, sprichwoerter

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Alt 13.02.2008, 17:15   #1 (permalink)
Moderator
Rang: Knappe
 
Benutzerbild von Plutarch
 
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Nürnberg
Beiträge: 3
Plutarch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bekannte Redewendungen

So, und noch ein Thema über das sich sicher viel schreiben lässt:

Ich würde hier gerne eine Liste verschiedenster bekannter Sprüche und Redewendungen aufstellen. Natürlich nach Möglichkeit auch mit deren Herkunft, Bedeutung und allem was dazugehört

Ich mach mal den Anfang:

- "Auf dem hohen Roß sitzen" - Kommt daher, dass früher Adlige häufig auf einem Pferd unterwegs waren, während das gemeine Fußvolk laufen musste.

- "Fest im Sattel sitzen" - Geht auf die Zeit der Ritter zurück. Jemand saß fest im Sattel, wenn er bei einem Turnier seinen Gegnern so überlegen war, dass ihn niemand vom Pferd stoßen konnte.

- "Jemandem die Leviten lesen" - Bezieht sich auf Andachtsübungen der Benediktiner; hier wurden oft von Moses aufgestellte Regeln für Priester (=Leviten) vorgelesen. Auf diese folgten häufig Strafpredigten.
__________________
"Der Geist ist kein Schiff, das man beladen kann, sondern ein Feuer, das man entfachen muss."
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Alt 27.02.2008, 15:21   #2 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Großkanzler
 
Benutzerbild von Protagoras
 
Registriert seit: 18.02.2008
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
Protagoras wird schon bald berühmt werdenProtagoras wird schon bald berühmt werden
Das kann kein Schwein lesen!
Die Redewendung stammt vermutlich aus dem Plattdeutschen, aus der Gegend von Dithmarschen. Die "Swyns" waren angesehne gelehrte Leute, die der weniger gebildeten Landbevölkerung alte Urkunden und Schriftstücke erklären und deuten konnten. Oft jedoch waren die Unterlagen so unleserlich oder vergilbt, dass sogar ein erfahrener Swyn sie nicht entziffern konnte. So entstand der Ausruf: "Dat kann kin Swyn lesen!", der sich bald auch in Lübeck verbreitete und bis heute im Hochdeutschen verwendet wird.
__________________
Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind.
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Alt 28.02.2008, 13:23   #3 (permalink)
Benutzer
Rang: Kellermeister
 
Benutzerbild von Johanna
 
Registriert seit: 23.02.2008
Ort: bei Köln
Beiträge: 48
Johanna befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Interessant, wie durch das falsche Weitergeben nur EINES Wortes der Sinn nicht mehr ganz logisch wird.

Fällt mir immer bei dem Spruch "sein Schäfchen (vor einer Weile noch sagte man Schäflein) ins Trockene bringen"
Ist doch blödsinnig, schließlich stehen auch Kühe und Pferde durchaus im Regen auf einer Weide.
Es hieß ursprünglich: "sein SCHERFLEIN" ins Trockene bringen"
DAS macht Sinn!
Scherflein waren kleine Holzbündel, die natürlich nicht nass werden durften, da in diesem Falle unbrauchbar zum Verfeuern.
__________________
Wer die Wahrheit sagt braucht ein schnelles Pferd
Johanna ist offline  
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Alt 01.03.2008, 19:14   #4 (permalink)
Neuer Benutzer
Rang: Knappe
 
Benutzerbild von Nimrod
 
Registriert seit: 29.02.2008
Ort: bei Darmstadt
Beiträge: 10
Nimrod befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Etwas "aus den Stegreif" tun:

- Ist von einer alten Bezeichnung für Steigbügel abgeleitet; Man tut etwas, ohne sich vorher die Mühe zu machen abzusteigen

"Über Stock und Stein"

- Kommt daher, das Landesgrenten früher "besteint" waren, Gemeindegrenzen dagegen waren "bestockt"

"Unter die Haube komen"

- im Mittelalter trugen lange Zeit unverheirate Frauen ihr Haare offen. Das änderte sich aber nach der Hochzeit: verheirate Frauen wurden quasi gezwungen eine Kopfbedeckung zu tragen
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Alt 30.03.2008, 15:57   #5 (permalink)
tigerin456
 
Benutzerbild von tigerin456
 
Beiträge: n/a
Bekannte Redewendungen

"Der Gassenhauer" (populärer Song in den `50er Jahren)

... war ein doppelhändig zu gebrauchendes Langschwert, mit dem der kräftigste Landsknecht eine Gasse in die Masse der Feinde hauen sollte.

"Einen Zahn zulegen"

... kommt aus den Küchen des Mittelalters, als Pfannen und Töpfe noch auf einer Art Zackengestell über dem Herdfeuer hingen, ein Zacken nach unten, und das Essen war schneller fertig
 
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Alt 31.03.2008, 11:14   #6 (permalink)
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Rang: Kanzler
 
Benutzerbild von Talley
 
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 813
Talley ist ein sehr geschätzer MenschTalley ist ein sehr geschätzer MenschTalley ist ein sehr geschätzer Mensch
"Hokuspokus"
Die Wandlung in der lateinischen Liturgie beginnt mit den Worten "Hoc est corpus" ("Dies ist mein Leib"). Die nichtverstehende Gemeinde begriff lediglich, dass der Priester die Oblate in den Leib Christi verwandelte, mit Hokuspokus eben.

"Simsalabim"
Die Kreuzfahrer machten die Erfahrung, dass Moslems allen wichtigen Entscheidungen die Formel "Bismi allah rahman i rahim" ("Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen") voranstellten. Wieder daheim wurde es dann zu: "Simsalabim, so soll es geschehen"

"Hals- und Beinbruch"
Kommt aus dem Jiddischen: "hazloche un broche" heißt dort: "Glück und Segen".

"auf dem Holzweg"
Ein Holzweg war derjenige Weg, auf dem ein gefällter Baum aus dem Wald geholt wurde. Er führt demnach nicht ans Ziel, sondern endet im Nirgendwo.
Talley ist offline  
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Alt 31.03.2008, 14:00   #7 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Großkanzler
 
Benutzerbild von Protagoras
 
Registriert seit: 18.02.2008
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
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Zitat:
Zitat von Talley Beitrag anzeigen
"Hokuspokus"
Die Wandlung in der lateinischen Liturgie beginnt mit den Worten "Hoc est corpus" ("Dies ist mein Leib"). Die nichtverstehende Gemeinde begriff lediglich, dass der Priester die Oblate in den Leib Christi verwandelte, mit Hokuspokus eben.
Diese Erklärung ist die beste Herleitung für eine Redewendung, die ich bis jetzt gehört hab und auch so nie erwartet hätte.
__________________
Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind.
Protagoras ist offline  
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Alt 23.04.2008, 03:10   #8 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von Elektra
 
Registriert seit: 07.04.2008
Beiträge: 137
Elektra wird schon bald berühmt werden
Die Redewendung : " DEN LÖFFEL ABGEBEN " !

Dieser Ausspruch stammt aus dem Mittelalter.
Da Besteck / Löffel sehr teuer war, wurde der wertvolle Löffel, den Jemand besaß, nach dessen Tod an einen anderen Familienangehörigen, welcher noch keinen eigenen Löffel besaß, weitervererbt / gegeben !

Makaber - aber sinnvoll !
Elektra ist offline  
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Alt 01.08.2008, 23:21   #9 (permalink)
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Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
null Bock: Hat nichts mit dem Bock zu tun, sondern kommt von dem Romanes-Wort "bokh", was soviel wie "Hunger", "Lust", "Gier" bedeutet.

guten Rutsch: "Rutsch" kommt vom mittelhochdeutschen Wort für "Anfang".

beleidigte Leberwurst / frei von der Leber / jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen: Die Leber galt bis in die Renaissance als Sitz der Gefühle.
Scifi ist offline  
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Alt 04.08.2008, 08:36   #10 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Kanzler
 
Benutzerbild von Talley
 
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 813
Talley ist ein sehr geschätzer MenschTalley ist ein sehr geschätzer MenschTalley ist ein sehr geschätzer Mensch
Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
guten Rutsch: "Rutsch" kommt vom mittelhochdeutschen Wort für "Anfang".
...
Meines Wissens kommt der Wunsch aus dem Jiddischen. Der jüdische Neujahrsgruß lautet nämlich:
"A guts Rosch haschana".
Talley ist offline  
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