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05.06.2011, 21:19
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Nachtgedanken Servus!
Ich hab soeben meine Kinder ins Bett gebracht. Sie schliefen eng aneinander und an mich gekuschelt selig ein (kein Wunder, war ein anstrengender Tag mit Planschen im Garten, Toben und Spielen mit der einjährigen Cousine...) - und da dachte ich so bei mir, während die Atemzüge neben mir immer ruhiger wurden: Was für ein Glück wir doch haben, wir und unsere Kinder, in einer dermaßen friedlichen Zeit einschlafen zu können.
Gut, es gibt in fast allen größeren Städten Viertel, wo du als deutsch Aussehender zu dieser Tageszeit nicht mehr hingehen solltest/möchtest. Es gibt auch Viertel, wo du als nichtdeutsch Aussehender nicht mehr hingehen solltest/möchtest.
Wir alle haben unsere Probleme - Wirtschaft, Weltpolitik, Job, Privates...
Und trotzdem - wenn man an das denkt, was die Generationen, die ´45 mitbekommen haben, so alles ausgestanden haben, wenn man bedenkt, dass es Kinder gab, genau im Alter meiner Kinder, die bei Eiseskälte in rumpelnden Bollerwägen einschlafen mussten, oder in zerbombten Wohnungen, mit weinenden Eltern, hungrig, verzweifelt, nicht wissend, was mit ihnen grad passiert - dann sind unsere heutigen Probleme echte Luxusprobleme, für die wir eigentlich dankbar sein sollten, denn Jahrhunderte lang konnte man eigentlich mit ziemlicher Sicherheit damit rechnen, irgendwann ähnliche Zeiten wie ´45 erleben zu müssen.
Wir, unsere Eltern, unsere Kinder können damit rechnen, ebensolches NICHT zu erleben. Und der Gedanke erfüllte mich grad mit tiefer Dankbarkeit, und das wollte ich euch einfach mal so mitteilen.
So als mein Wort zum Sonntag.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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05.06.2011, 21:28
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Schön geschrieben.
Und natürlich hast du recht. Seltsam, ich mußte die Woche an etwas ähnliches denken, als wir das Grundschulabschlussfest hatten.
Mein älterer Sohn hat einen afrikanischen Klassenkameraden, der all das kennt. Hunger, seine Heimat verlassen müssen, nicht wissen, wo er hinkommen wird. Krieg- ja das auch.
Er hat Glück gehabt. Nicht ganz so viel, wie unsere Kinder. Aber defintiv Glück, daß er etwas kennenlernen durfte, was viele Kinder seiner Nationalität nicht kennenlernen durften. Schon alleine, daß er regelmäßig zur Schule gehen kann, daß er in eine warme Wohung gehen, nicht mehr hungern muss.
Ja, unsere Kinder haben ganz viel Glück. Und du hast recht- wir sollten dankbar dafür sein.
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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05.06.2011, 21:39
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Gut geschrieben!
Wir sollten echt öfter daran denken, dass wir in einer so behüteten Zeit und vor allem Gegend leben.
Das wird viel zu oft übersehen.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
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06.06.2011, 13:59
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 02.10.2008 Ort: mittendrin
Beiträge: 487
| Ja,
man sollte seine eigenen Sorgen und Probleme in Relation setzen...
__________________
"Es gibt nichts Gutes am Krieg, von seinem Ende ein Mal abgesehen!"
Abraham Lincoln
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06.06.2011, 14:15
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Lieber Christian,
ich bin so jemand der 1945 noch direkt mitbekommen hat. Zwar erscheinen mir heute nur noch einzelne Bilder ohne Zusammenhang, aber sie erscheinen nach wie vor.
In meiner Kindheit hieß es noch, wo ich zum Eikaufen geschickt wurde, "das Geld darfst Du verlieren, aber wehe Du verlierst die Lebensmittelmärkchen."
In der Mittelschule in Frankfurt/M. waren wir im ersten Schuljahr sage und schreibe 54 Kinder in einer Klasse. Nach einem Jahr mußten 10 Kinder zurück in die Volksschule. Es war ein ständiger Kampf gegen das Sitzenbleiben oder den Verweis von der Schule. Da man von den 54 Kinder runterkommen mußte, soviel gab es auch in den drei Paralellklassen, es wurden im jeden Jahr fünf bis zehn Kinder raussgeworfen bis man bei 25 Kindern war, dann wurde die Klasse mit abgebrochenen Gymnasiasten auf 32 Kinder aufgefüllt.
Wir hatte ehemalige Offiziere und alte Nazis als Lehrer. Wobei die nazis uns als Kinder von kleinen Angestellten und Arbeitern akzeptierten, weil wie in ihren Augen Deutsche waren. Die Offiziere vorallem ein Herr Schenk zu Sauhügel ( von uns als Juxname gebraucht, das Adelsgeschlecht gibt es heute noch in Hessen) bedauerten es sehr, dass es in Hessen kein Schulgeldpflicht gab und auch die Schulbücher von der Schule gestellt wurden.
Im Gegensatz zu heute hatte ich nach meiner Mittleren Reife, die Auswahl zwischen mehreren Lehrstellen und sogar einer Beamtenstelle. Der Krieg hatte so enorme Lücken gerissen und der Aufbau der Verwaltungen war noch nicht zu Ende. Es ging von Jahr zu Jahr vorwärts. Heute hätte ich es sicherlich nicht bis zum Amtmann gebracht.
Der Wehrmutstropfen war die Deutsche Teilung, die auch mich betraf, da ich bei meinem Besuch in der DDR ein Mädchen kennen und lieben gelernt hatte. Die Beziehung konnte nicht aufrechterhalten werden.
Heute bin ich mit meiner lieben Frau, die ich vier Jahre später kennen lernte fast 43 Jahre lang verheiratet, wir haben einen klugen Sohn gezeugt (Dipl. Ing und 1.Preis der FH Frankfurt/M. von 2000) wir haben eine intelligente Schwiegertochter und zur Zeit zwei goldige Enkelchen, die auf dem Benutzerbild und im Profil zu besichtigen sind.
Ich hoffe inständig, dass es keinen Kreig mehr in Europa gibt und wir uns nicht in jede Auseinandersetzung der Welt reinziehen lassen.
Wie haben ein tolles Land in der Mitte Europas und tolle Frauen, die wie meine Mutter den Aufbau Deutschlands ohne Männer erstmal anfangen mußten.
Beten wir dafür, dass es immer friedlicher auf der Welt wird. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum
Geändert von dieter (07.06.2011 um 15:38 Uhr).
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06.06.2011, 17:41
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 02.10.2008 Ort: mittendrin
Beiträge: 487
| Lieber Dieter,
dann bist du noch etwas älter als ich. Lebensmittelmarken habe ich nicht mehr kennen gelernt. Aber das Essen war in meiner Kindheit manchmal sehr "einfach".
Die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium habe ich locker bestanden, konnte es dann aber nicht besuchen, weil es keine Busverbindung in den Ort gab und meine Eltern noch kein Auto hatten.
Nach dem Realschulabschluss war ich schulmüde, was ich später im Beruf bedauert habe.
Heute kann man ohne Abitur kaum noch richtig vorwärts kommen, auch nicht als Beamter...
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Abraham Lincoln
Geändert von Conzaliss (06.06.2011 um 17:43 Uhr).
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06.06.2011, 20:49
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 02.10.2008 Ort: mittendrin
Beiträge: 487
| Clotilde Freiin Schenck zu Schweinsberg (1909–1980), Schriftstellerin und Künstlerin
Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg (* 1951), Vizepräsidentin des Deutschen Roten Kreuzes
Eberhard Schenk zu Schweinsberg (1893–1990), Kunsthistoriker und Bibliothekar Ferdinand Schenck zu Schweinsberg (1765–1842), Justizminister der ersten Regierung unter der Verfassung von 1831 in Kurhessen Gustav Adolf Schenck zu Schweinsberg (1843–1909), deutscher Diplomat Johann Schenk zu Schweinsberg (1460–1506), hessischer Marschall, Kaiserlicher und Reichsrat, Ritter vom Heiligen Grab
Johann Bernhard Schenk zu Schweinsberg (1584–1632), Fürstabt von Fulda 1623–1632, gefallen in der Schlacht bei Lützen
Philipp Schenk zu Schweinsberg, Fürstabt von Fulda 1541–1550
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06.06.2011, 21:11
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 02.10.2008 Ort: mittendrin
Beiträge: 487
| Nein,
ich habe mich nicht im thread vertan.
Dieter versteht meine Antwort sicherlich...
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Abraham Lincoln
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07.06.2011, 09:31
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Conzaliss Lieber Dieter,
Heute kann man ohne Abitur kaum noch richtig vorwärts kommen, auch nicht als Beamter... | Lieber Conzaliss,
so isses. Heute wäre ich nicht mehr soweit gekommen, wie ich durch die Nachkriegszeit gekommen bin. 
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07.06.2011, 13:50
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Conzaliss Nein,
ich habe mich nicht im thread vertan.
Dieter versteht meine Antwort sicherlich... | Lieber Conzaliss,
ich habe Dich verstanden. Dann war der Geschichtslehrer den wir hatten ein degenerierter Sproß der Familie.   (Vorsicht, Ironie)
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