| Also, ich habe mich vor einiger Zeit bei Stayfriends registriert- und habe festgestellt, daß sich das nicht wirklich lohnt. Ist ja schön, wenn man mal wieder alte Bekannte "trifft" und dann ein zwei Mails austauscht, aber spätestens dann merkt man dann doch wieder, warum dann eben nicht in verbindung geblieben ist.
Der größte Fehler jedoch war, mich bei Facebook zu registrieren- Gott sei Dank unter meinem Mädchennamen. Wenn ich es könnte (oder wüßte wie), würde ich das vermutlich wieder lächeln.
Ich bekomme alle zwei Tage Mails "Du hast ungelesene Mitteilungen", und dann lese ich nach, daß irgendjemand, den ich vor 20 Jahren mal kannte, in Südafrika Bungeespringen war...
Eine Information, die mich im Leben ungemein weiterbringt. Ständig bekommt man sogenannte "Freundschaftsanfragen" und ich frage mich, warum Leute, die mich auf der Schule eher links haben liegen lassen, dann plötzlich mit mir "befreundet" sein wollen. Letztendlich nur, weil es halt toller ist, auf Facebook mit 70 Leuten befreundet zu sein als mit einem.
Wobei dieses "Befreundet" sehr relativ ist- von den meisten hört man nichts mehr, nachdem man die "Freundschaftsandfrage" positiv beantwortet hat.
Viel befremdlicher finde ich aber dann, daß ich Einladungen zu dämlichen Spielen bekomme. Dann bekomme ich eine Frage über jemanden gestellt, den ich als "Freund" angegeben habe. Zum Beispiel so sinnige Fragen wie "Würde sich XYZ beim ersten Date einladen lassen oder eher selbst einladen."
Wenn ich dann 15 von so saudummen Fragen über Leute beantwortet habe, die ich vor 20 Jahren das letzte Mal gesehen habe, dann darf ich mir ansehen, was andere so über mich geantwortet haben. Vorher nicht.
Wenig entzückt war ich auch, als dann plötzlich ein Bild aus Handballertagen von mir auftauchte- damals trugen wir noch diese furchtbaren Frotteesporthosen...
Und ganz furchtbar wurde es, als ich so nebenbei sehen konnte, was meine "Freunde" gerade im Internet getrieben haben...
Also mein Fazit: Ich brauche diese sozialen Netzwerke nicht, diese Art von oberflächlicher Beinahekommunikation ist nicht mein Ding. Ich fürchte allerdings, daß ich damit eine Art Dinosaurier bin. Aber begeistert schaue ich nicht gerade in eine Zukunft, in denen soziale Kontakte geprägt sind von Oberflächlichkeiten, von Voyeurismus und letztendlich Realitätsverleugnung. Ganz zu schweigen von der immensen Möglichkeit der Verleumdung...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |