Ich möchte einmal ein paar Bücher in die Runde werfen, die zwar nicht zur Belletristik gehören, aber für den Geschichtsinterssierten jedenfalls interssant sein dürften.
Der große Ploetz
DAS Standardwerk für Historiker und solche, die es sein wollen. Wo sonst steht zuverlässig, in welchem Jahr Karl der Hinterhältige Konrad den Armseligen in der Schlacht am Kaninchenhügel vernichtend schlug? Mit einer gewissen Berechtigung kann man behaupten, was nicht im Ploetz steht, ist nicht passiert.
Und nicht selten folgt auf ein gezieltes Nachsehen ein längeres Schmökern, weil es unverhofft interessant ist, was in Russland im 11. Jahrhundert oder in Persien um die Zeitenwende los war.
Barbara Tuchman: Der ferne Spiegel
Ich könnte mir vorstellen, dass für eingefleischte Historiker Tuchmans Bücher nicht unumstritten sind. Aber nachdem man den fernen Spiegel gelesen hat, ist einem das 14. Jahrhundert und der hundertjährige Krieg vertraut und die Zusammenhänge sind ziemlich klar. Die Sprache ist dabei leicht zu lesen, so dass auch knapp 600 Seiten nicht langweilig werden. Ich würde mir solche Bücher auch über andere Jahrhunderte wünschen.
Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge
Schon etwas schwerere Kost, aber immer noch fesselnd. Derjenige, der sich für die Kreuzzüge interessiert, findet nach der Lektüre dieses Buches aller Fragen beantwortet und unzählige Antworten auf Fragen, auf die er nie gekommen wäre. Woh anerkannterweise eines der besten historischen Fachbücher.
Alain Corbain, auf den Spuren eines Unbekannten. Ein Historiker rekonstruiert ein ganz nomales Leben.
Tja, das ist schon ziemlich harte Kost, aber ein faszinierendes Thema. Corbin nimmt ein Einwohnerverzeichnis, legt den Finger auf irgendeinen Namen, den 1798 geborenen Louis-Francois Pinagot, und erarbeitet Schritt für Schritt, was über diesen Menschen und sein Umfeld herauszufinden ist. Keine Lektüre zur Erholung, dieses Buch will erarbeitet sein, aber ein anschauliches Kompendium, wozu historische Wissenschaften in der Lage sind.
Grüße von Talley