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17.01.2011, 23:36
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#21 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 12.11.2010 Ort: Hessen, Hinterland
Beiträge: 800
| Zitat:
Zitat von ronis .
wrbica = Weidenbach. | Ich denke der Name schließt ehr darauf das es dort früher einen Bach mit vielen Weiden gab. |
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18.01.2011, 09:28
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#22 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 20.12.2010
Beiträge: 12
| Alteuropäische Sprache Lieber Christian,
man kann nur feststellen, die -apa-Namen findet man von Russland bis Belgien.Das sind alte Formen, die in allen in diesem Gebiet gesprochenen Sprachen vorkamen.
Im Sauerland findet man aber noch viele andere Formen, die auffällig osteuropäischen Formen ähneln.
Hülsenbusch: die Stechpalme (Ilex) ähnelt kolec, Stachel, Spitze.
Schlade: sklad= Abhang, Schlenke: sklonek= kleiner Abhang,Brink: bereg, brzeg= Abhang, Küste, Nochen: nahly=steil.Bracht: gotisch brahjan= markieren, slawisch bruzda= Furche,
-mert (Mörtel): Ackerboden.Sandomierz ist also ein altes Sandemert: die Stadt auf dem Lößhügel.
Die gesamte Umwelt wird mit Namen belegt, die man auch im Osten findet.
Viele Grüße
Ronis |
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18.01.2011, 16:09
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#23 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von ronis Lieber Christian,
man kann nur feststellen, die -apa-Namen findet man von Russland bis Belgien.Das sind alte Formen, die in allen in diesem Gebiet gesprochenen Sprachen vorkamen.
Im Sauerland findet man aber noch viele andere Formen, die auffällig osteuropäischen Formen ähneln. | Wenn du deine (etwas verwirrend gestaltete) Liste noch mit Daten zur jeweils frühesten Belegung der Wörter ergänzt, könnte ich was damit anfangen.
Diese "-apa"-Namen, ich wiederhol´s gern noch einmal, müssen nicht gleiche Ursprünge haben, obwohl sie heute (!) ähnlich klingen; auch hier wäre ein frühester Beleg interessant, um wirklich Vergleiche anstellen zu können.
Hast du eventuell ein Ortsnamenbuch de Sauerlandes greifbar? Da sind solche frühesten Belege drin...
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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18.01.2011, 16:18
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#24 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Bloß mal so als Beispiel:
Dormitz in Oberfranken.
Klingt schön slawisch, ist auch schon als slawischer Ortsname interpretiert worden, aber wenn man sich die Belege anschaut (ich zitiere nach dem Lexikon bayerischer Ortsnamen des Freiherrn von Reitzenstein aus 1991), verpufft das sofort:
ca.1142 wurde das Dorf erstmals als "Dorenbenze" erwähnt, ca. 1146 als "Dornbenze", 1273 als "Dornpenz", 1408 als "Dormentz", 1481 als "Dorenpemicz", 1510 als "Dornpenz seu (oder) Dormitz" und 1556 nur noch als "Dormitz".
Als Grundwort ist ein althochdeutsches Wort "Banz" = Gau erschlossen worden, Bestimmungswort ist althochdeutsch "Dorn" = Dorn, Dornbusch. Auch ein Personenname "Doro" wäre hier denkbar.
Nachdem sich also 300 Jahre lang der "Dorn" wie auch der Gau als "banz" im Namen erhalten hat, hat 1510 irgendwer den Namen als "Dormentz" ausgesprochen und jemand anderer hat dann sowohl die bislang übliche schriftliche Form als auch die ausgesprochene Form festgehalten; schon 40 Jahre später war die gesprochene Form die einzig übliche, wodurch der "Dorn" im Namen vollständig verschwunden schien. Heute klingt der Ortsname eindeutig slawisch, wäre in Oberfranken auch gar nicht überraschend, eine sprachliche Herleitung aus dem Slawischen verbietet sich jedoch vor dem Hintergrund der urkundlichen Überlieferung.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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21.01.2011, 11:15
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#25 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 20.12.2010
Beiträge: 12
| Schriftliche Überlieferung Lieber Christian,
die -apa-Namen im Sauerland sind meist kleine Bäche. Schriftliche Überlieferung setzt erst um 800 ein, weil damals die Gegend intensiver besiedelt wurde.
Die westfälischen Ortsnamen sollen an der Universität Münster untersucht werden. Man kann mit vielen Formen wenig anfangen. Offensichtlich ist auch viel Zeit vergangen bis zur ersten schriftlichen Überlieferung.
Die ganze deutsche Sprache wird erst um 800 fassbar, weil Karl der Große die Schreibstuben der Klöster förderte.
Tworek = kleines Geschöpf wird zu Zwerg. Was soll das sonst sein?
Viele Grüße
Ronis |
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21.01.2011, 11:58
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#26 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Kleines Gewässer soll indogermanisch Ach heißen. Daraus wurde dann im Deutschen Bach. So das diese Bedeutung in Namen oft doppelt vorkommt. Im Kleinwalsertal gibt es einen Bach der heisst Schwarzachbach, also schwarzer Bach Bach.
__________________
viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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22.01.2011, 11:01
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#27 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von Paul Schwarzachbach, also schwarzer Bach Bach. | Klassischer Fall von "Bedeutung vergessen". Irgendwann war den Leuten nicht mehr klar, dass "ach"="bach". Da da vor ihren Augen aber eindeutig ein Bach war, nannten sie das ganze dann - wohl in Unterscheidung zu einer größeren Schwarzach - noch zusätzlich "-bach".
VG
Christian
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22.01.2011, 11:11
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#28 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von ronis die -apa-Namen im Sauerland sind meist kleine Bäche. Schriftliche Überlieferung setzt erst um 800 ein, weil damals die Gegend intensiver besiedelt wurde. | Ich hab mich jetzt mal im Ortsnamenbuch von Stadt und Kreis Hannover schlau gemacht.
Dort steht u.a. zu der strittigen Interpretation des Ortsnamens "Ahlem" (S.2/3):
"(...); denkt man ferner an alteuropäische Namen wie Ola, Alara (Aller) (eine der größten Sippen innerhalb der alten Gewässernamenbildung), weiter an etwas jüngere Formen wie Alster, Elster, Alpe (Al-apa) und dann an germanische Bildungen wie Eilte bei Ahlden, 1258 "de Elete" (am ehesten als erschlossenes Wort Elithi < Al-ithi), dann liegt es nahe, im Bestimmungswort von Ahlem die auch in den genannten Namen vorliegende indogermanische Wurzel mit der Grundbedeutung "Wasser, feucht, fließen" zu vermuten."
Also nix mit slawischen Einwanderern, sondern gemeinsame indogermanische Sprachwurzel.
VG
Christian
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Geändert von 913Chris (22.01.2011 um 11:13 Uhr).
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26.01.2011, 11:13
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#29 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 20.12.2010
Beiträge: 12
| Gewässernamen Bach ist wohl zu erklären mit buchati = strömen : der Fluss Bug.
Ach ist abzuleiten von aqua, stammt also aus dem Süden.
Die Dörspe bei Gummersbach erscheint westlich von Riga als Dursupe.
Baltisch durti = russisch dorgati = zerren, reißen: der Dorn, wo man sich zerrt und reißt. Eigenartigerweise erscheint im Rheinland die baltische Form.
Viele Grüße! Ronis |
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27.01.2011, 14:22
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#30 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Seufz.
Also, zum letzten Mal: Deine osteuropäischen Gewässernamen stammen aus der GLEICHEN WURZEL wie die westeuropäischen! Überdies sind die osteuropäischen Gewässernamen JÜNGER als die westeuropäischen!
Die Theorie, Westeuropa wäre von Slawen besiedelt worden, kannstu knicken!!
VG
Christian
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