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01.02.2012, 21:28
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#101 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 14.09.2011 Ort: An der Ostsee.
Beiträge: 879
| Toll, deine Beitragsreihe. Für wichtig halte ich die "Globalübersicht", sprich welche Kulturen sich autochton entwickelt haben und was auf "fremden Babas" beruht. Welche Kontakte gab es wohin? Über den Atlantik? Wohl eher nicht.
__________________ „Wir wissen nicht alles” heißt noch lange nicht „Wir wissen nichts und alles ist möglich”. |
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01.02.2012, 22:03
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#102 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Zitat:
Zitat von Obotrit Toll, deine Beitragsreihe. Für wichtig halte ich die "Globalübersicht", sprich welche Kulturen sich autochton entwickelt haben und was auf "fremden Babas" beruht. Welche Kontakte gab es wohin? Über den Atlantik? Wohl eher nicht. |
Servus Obotrit .
Danke ;
Global tat sich in der Ecke nichts , das kam erst mit den Conquistadoren über sie .
Aber die Verflechtungen von Zentralmexico bis San Salvador habe ich in einzelnen Beiträgen schon angedeutet .
Aber da es in den einzelnen Jahrhunderten immer andere Beteiligte waren , möchte ich später bei den Mayas in den verschiedenen Perioden , Völkern und Städten näher darauf eingehen .
Da ab den Tolteken mehr über die Völker bekannt ist , werde ich die Geschichten etwas aufteilen .
Im Netz habe ich auch ganz tolle Karten , betreffend Zentralmexiko , gefunden .
Eroberungszüge , Gebietsvergrößerungen auch unter den verschiedensten Herrschern .
Und das Beste dabei ist , diese Karten sind nicht nur sehr genau und invormativ und man darf sie auch verwenden . Es wird übersichtlicher und noch bunter .
G. v. Luki.
P.S. Wenn ich Interesantes finde über schon beschriebene Kulturen , dann stelle ich es dort , auch nachträglich noch hinein .
Wie Z.B. drei Youtube Videos über El Tajin .
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (01.02.2012 um 22:55 Uhr).
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01.02.2012, 22:03
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#103 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von Luki
Servus Fabian .
Sie waren Alle eher kriegerisch eingestellt .
Aber Kämpfe wurden im Feld ausgetragen .
Das Ziel war nicht die Vernichtung des Gegners , sondern seine Unterwerfung und die dazugehörige Tributleistung .
Meistens blieben sogar die selben Herrscher im Amt .
Luki. | Danke für die Antwort Luki. 
Sehr interessant, wie sich die Kulturen Mittelamerika sdoch von denen in Eurasien und Afrika unterscheiden.
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
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03.02.2012, 13:37
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#104 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Tolteken I. Servus . Die Tolteken : Sicher ist , ein Großteil von ihnen kam aus dem Norden , sprach Nahua und waren eigentlich anfänglich barbarische Chichimeken . Auch sie kamen von Chicomoctoc ( den sieben Höhlen ).
Aus Wikipedia ; Urheber ; Madman . Anklicken . Tongefäß . Da um ca. 550. bis ca. 650. der Machtbereich Teotihuacans abnahm und erlosch , ergab sich ein Machtvakuum im nordwestlichen Zentralmexiko. Ein solcher Zustand lud immer , Stämme aus dem Norden , zur Einwanderung ein . So auch Obgenannte . Wann sie ankamen ist nicht sicher , da schwanken die Meinungen vom 8.bis 9. Jahrhundert . Das Land das ihnen gefiel war nicht unbewohnt und dummerweise hatte auch eine andere Gruppe ein Auge darauf geworfen . Die Nonoalcas , von denen man sagte daß sie zivilisiert waren , also der Zentralamerikanischen Kulturstufe angehörten . Und daher sogenannte Tecpan tlaca
( Palastleute ) waren . Sie sprachen entweder auch Nahua oder verstanden es zumindestens gut . Sie sollen aus kriegerischen , fürstlichen Familien bestanden haben . Und dann ereignete sich etwas Ungewöhnliches . Statt sich normalerweise um das Land zu prügeln und sich gepflegt , gegenseitig den Schädel einzuschlagen , trafen sich ihre Häuptlinge und Führer zur Beratung . Sie beschlossen gemeinsam das Land zu erobern und in Besitz zu nehmen . Worauf die Chichimeken vier brennende Pfeile in die vier Windrichtungen schossen , das war bei den Leuten im Norden Tradition und bedeutete , daß sie das Land in Besitz genommen hatten . Die noch urtümlichen Chichimeken waren in religiösen Angelegenheiten eher pragmatisch . Aufgewachsen in einer kargen Umgebung im Kampf ums tägliche Überleben der Sippe , vertrauten sie mehr der Tatkraft und Klugheit ihrer Kriegshäuptlinge als ihrer Priester . War ein Ohmen positiv ist`s gut , war es nicht so gut negierte man es . Die aber in der zentralmexicanischen Kultur Aufgewachsenen , richteten ihr Leben ganz auf die Götter aus und folgten deren Angestellten , den Priestern . Da wurde kein Krieg geführt , kein Land in Besitz genommen , oder keine Stadt gegründet ohne richtiges Ohmen . Na ja , mit gutem Willen und eventuell etwas sanftem Nachdruck durch die Fürsten konnte vielleicht dem Ohmen etwas nachgeholfen werden ? Das fällt auch bei der Gründung von Tenochtitlan , durch die Azteken auf . Obwohl sie eigentlich auch Chichimeken waren , kein Pfeileschießen mehr , nur das richtige Ohmen war wichtig zur Gründung der Stadt .
( Adler auf Kaktus mit Schlange im Schnabel ) Nachdem sich die Beiden vereinten Volksgruppen genug Land gesichert hatten begannen sie mit dem Bau einer Stadt ; Tollan . ( Tula chico )
Aus Wikipedia ; Urheber : Yavidaxiu . 
Anklicken . Fortsetzung folgt . luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (03.02.2012 um 16:38 Uhr).
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03.02.2012, 22:00
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#105 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
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| Tolteken II. Servus . Tolteken : Beide Völker ( Stämme ) bewohnten die Stadt und diese wuchs . Sie wurden später Tolteca benannt . Vermutlich von tolca ( beschäftigen , werken )
und teca ( meisterhaft , meisterlich ) . Die Nonoalcen wusten Bescheid über die Architektur , Bewässerung , Tonwarenherstellung usw . Sie kannten und berechneten den Kalender und brachten höfisches Leben in die Gruppe . Es schadete auch nicht daß in der Nähe Obsidian
( Vulkanglas ) vorkam , das Eisen Mesoamericas . Aufgrund dessen Gewinnung , Veredelung und Vertrieb schon Teotihuacan groß wurde . Ihre Stadt wuchs auf eine Größe von 5 bis 7 km² . Nach ca. 100 Jahren , im 10. Jahrhundert , zogen sie um . Nicht weit , nur etwas südlicher und gründeten Tollan neu ( Tula grande ) , Tollan-Xicocotitlan . Das ist jetzt die Stadt mit den bekannten späteren Säulenatlanten ( Darstellung von Toltec Kriegern ) .
Anklicken . Aus Wikipedia ; Urheber : Luidger .
Morgensternpyramide ( Atlanten , 4,5 m hoch ). Ihr Hauptgott war Quetzalcoatl . In der Morgensternpyramide ( Venus = Kriegsstern ) in der Ausprägung des Tlahuizcalpantecuhtli verehrt .
Anklicken ; Aus Wikipedia . : Codex Telleriano-Remensis . Tlahuizcalpantecuhtli ? Wikipedia Die Legende über die Tolteken erzählt , daß sie von einem gefürchteten Kriegshäuptling namens Mixcoatl nach Süden geführt wurden . Der zeugte mit Chimalman den Sohn Ce Acatl Toplitzin , bevor er von seinem Bruder umgebracht wurde . Dieser wurde ein Krieger und tötete seinen Onkel . Daraufhin wurde er der Oberpriester Quetzalcoatls . Später nahm er auch den Namen der Gottheit an . Er wird als Gründer der Stadt Tollan angesehen . Das kann aber dann nur Tollan Chico gewesen sein . Um es noch mehr zu verkomplizieren , es gab zwei Personen dieses Namens , sie lebten zeitlich versetzt . Werden aber meist als eine Person beschrieben . Mehr darüber im nächsten Teil . Luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (03.02.2012 um 22:55 Uhr).
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04.02.2012, 14:06
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#106 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
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| Ce Acatl Topilzin .
Servus . Ce Acatl Topilzin :
( unser Fürst eins Rohr ) . Quetzalcoatl aus dem Codex Borbonicus . Er rächte sich an seinem Onkel , dem Mörder seines Vaters Mixcoatl ( Nachtwind ) und erschlug ihn . Hohepriester des Gottes Quetzalcoatl und Herrscher der Tolteken . Gilt als Gründer der Stadt Tollan ( Tula Chico ? ). Unter ihm wuchs die Macht der Tolteken . Daher kann er nicht allzu friedfertig gewesen sein . Der zweite Ce Acatl Toplizin wurde am Tag eins Rohr geboren , vermutlich im Jahr 947. n. Chr. ( 923/947 ) in Tepoztlan . Angeblich war er der fünfte Toltekenherrscher . Beide waren Oberpriester der Gottheit Quetzalcoatls
( Lautschrift ; ketsal`ko:a:tl ) die gefiederte Schlange . Und Beide wurden zum Gott , sie wurden zu Quetcalcoatl erhoben . Dessen Name wurde aus den Wörtern
Quetzalli ( Vogel mit prächtigem Gefieder ) und Coatl ( Schlange ) gebildet . Mehr über diesen Gott später , in den Beiträgen über die Götter . Christian , ich habe eine glaubwürdige Erklärung gefunden warum in diesen Kulturen die Schlangen so verehrt wurden . Da sie sich an Land und ebenso sicher im Wasser bewegten , wurden sie als mythische Wesen verehrt . Dem zweiten Ce Acatl Toplizin wurde nachgesagt daß er sehr weise war . Über großes Können und Wissen verfügte und unserem Bild von einem Renaissancemenschen entsprach . Tula. Zitat: "Er hatte Häuser die aus grünen Edelsteinen erbaut waren. Er hatte andere Häuser aus Silber, solche die aus gefärbtem und weißen Muscheln bestanden...Häuser aus Türkis und Häuser aus reichen Federn...Quetzalcoatl hatte alle Reichtümer der Welt aus Gold, Silber, grünen Steinen …... Er war vielleicht ein Humanist ? Ein Diener seines Gottes der ja die Menschen erschaffen hatte . Laut der Legende störten ihn die rituellen Menschenopfer und er verbot sie . Stattdessen führte er Opferungen von Blumen , Jade , Tieren und Schmetterlingen ein , sowie das schon von den Olmeken und Mayas bekannte Blutopfer , mittels Dorn . Tezcalipochtla und Qutzalcoatl . Anklicken. Quetzalcoatl hatte seit Anbeginn der Schöpfung einen Gegenspieler Tezcatlipoca ( rauchender Spiegel ) , der unter Anderem auch der Gott des Krieges und der Krieger war . Da die Tolteken eine Kriegergesellschaft waren paßten eventuell Vielen diese religiösen Änderungen Ce Acatl Toplizin nicht . Sie empfanden sie als Tabubruch und fürchteten die Götter zu beleidigen ? Legende ist : Die Götter waren erzürnt und der Gott Tezcatlipoca verleitete den Fürst zu einer Verfehlung aufgrund Derer er vertrieben wurde . ( ca. 987 ) Er wanderte mit seinen Getreuen aus in ein fernes Land ? Fakt ist : Es gab zu jener Zeit Auswanderungen von großen , wehrhaften Gruppen aus dem Toltekenreich . In San Salvador leben noch heute die Pipil , eine Nahuasprechende Volksguppe deren Sprache das Nawat ist .Sie lebten auch an der Guatemaltekischen Pazifikküste ( Cotzumalhuapa ) . Dieses ist eine noch urtümliche Abart des Nahua , getrennt vor ca. 1000. Jahren und am nächsten verwandt mit dem Nawatl das als Nahua-Dialekt noch im Golfgebiet um Veracruz gesprochen wird . In Chichen Itza ( 987 ) , im nördliches Yucatan , tauchen Tolteken auf . Ab da verehrten sie Quetzalcoatl unter dem Namen Kukulkan . Und bei den K`iche ( Quiche ) im Mayahochland hieß er Q`uq`umatz ( Cucumatz ) . Deren Könige beriefen sich auf eine Abstammung von Tollan . Tolteken , Einflußbereich und Fundstellen .
Anklicken ; aus Wikipedia , Urheber : Yavidaxiu .
Luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (05.02.2012 um 08:42 Uhr).
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04.02.2012, 14:18
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#107 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von Luki Christian , ich habe eine glaubwürdige Erklärung gefunden warum in diesen Kulturen die Schlangen so verehrt wurden . Da sie sich an Land und ebenso sicher im Wasser bewegten , wurden sie als mythische Wesen verehrt . | Danke, dass du noch an meine Einwürfe denkst. 
Die Erklärung klingt in der Tat sehr logisch.
Ich denke aber darüber hinaus, dass die Häutungen durchaus auch noch eine Rolle gespielt haben, die Schlange zum göttlichen Tier zu erheben.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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04.02.2012, 22:10
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#108 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Das Eisen Mesoamericas . Servus . Obsidian : Das Eisen Mesoamericas .
Anklicken , aus Wikipedia : Urheber : Wolfgang Sauber . Obsidianklinge . Was trieb eigentlich die Staaten Zentralmexicos militärisch so weit in den Süden . Zwar waren ihre Zentren so angewachsen daß ihre Bevölkerung aus dem näheren und auch weiteren Umland nicht mehr mit genügend Lebensmittel versorgt werden konnte . Diese mußten schon von weiter hergeschafft werden , auch als Form von Tributen . Aber aus Peeten und aus Guatemala ? Das wäre von der Transportkapazität nicht möglich . Die Lastenträger mußten ja auch ernährt werden . Und Alles ohne Kühltaschen ? Nein , aus dem Süden holte man die Kakaobohnen , bunte Federn ( Quetzalvogel ) , Schmucksteine( Jadeit , Serpentin , Chrysopras und Diopsid ) oder Zinnober . Aber das konnte man auch durch normalen Handel , im Tausch gegen Kunsthandwerk erwerben . Was trieb also Teotihuacan mit militärischer Macht in den Süden ? Kriegsgefangene , zum Opfern ?
Die hätte man ja verköstigen und ca. 1000. Km. nach Norden treiben müssen . War es die Eroberungslust ? Oder die liebliche Landschaft ? Wohl kaum , denn erträglich war es nur im Hochland und auf dem schmalen Küstenstreifen am Pazifik . Im südlichen Yukatan ( Peeten ) Regenwald , Sumpf und zweimal im Jahr Regenzeit . Im Norden Savanne ( Strauchland ) keine Flüsse oder Bäche . Eine Bodenkrume von nur wenigen Zentimetern . Da lebten sie ja in Zentralmexico im Paradies . Was also war so verlockend im Mayaland ? Es war das Obsidian . Obsidian besteht aus Silizium mit geringen Anteilen von verschiedenen Spurenelementen . Und an deren Beimengung kann man die Abbaustelle feststellen . Obsidian entsteht wenn glühende Siliziumlava rasch abkühlt und aushärtet . Es sind Adern im tauben Fels die durch Erosion freigelegt werden . Es gab vier abbauwürdige Fundstellen und Alle liegen im Hochland von Guatemala .
Anklicken ; Aus Wikipedia ; Urheber Maunus . Die zwei Rechten weissen Sterne stimmen nicht genau , sie gehören etwas nördlicher . El Chayal , die Ergiebigste lag in der Nähe der Stadt Kaminaljuyu . Die Obsidiane aus dem Hochland waren zwar nicht so wertvoll als der aus Pachuca , da sie nicht so grün-golden schimmerten . Es war aber trotzdem ein Werkstoff der nur für die Oberklasse verfügbar und leistbar war . Aus Obsidian wurden Waffen , feine Werkzeuge , Schmuckstücke ( z.B. Ohrpflöcke , Perlengehänge usw. ) und sakrale Figuren und Geräte hergestellt .
Anklicken . Aus Wikipedia ; Urheber : Simon Burchell . Die Normalsterblichen mußten sich mit Werkzeugen aus Silex
( Feuerstein ) begnügen der überall im Land vorkam . Obsidian war auch eine Prestigesache . Wer was war brauchte Obsidian . Ob als Weihegabefigur unter einer Stele begraben . Als Grabbeigaben und einigen Fürsten schüttete man sogar kübelweise tausende Obsidiansplitter vor den Grabeingang .
Anklicken, aus wikipedia ; Urheber : Wolfgang Sauber . Quetzalcoatl mit Obsidianauge . Von Ixtepeque schaffte man den Obsidian flußabwärts und per Küstenschiffahrt entlang Belizes in den Norden von Yucatan . Es gab vermutlich Lieferabsprachen und Abnahmeverpflichtungen , denn der Obsidian wurde immer nur in einige Gebiete versandt , kaum in die der anderen Minen . Als die Teotihuacaner , Kamilnajuyu als Zentrum ausgebaut hatten mit der ergiebigen Mine El Chayal in der Nähe , begann San Martin Jilotepeque auch in andere Gegenden zu liefern . Worauf sie auch diese Mine eroberten und den Abbau einstellten . Die Teotihuacaner hatten sich dadurch das Monopol der Obsidiangewinnung gesichert und wurden dabei Reich . Es war nicht nur die Furcht vor ihrer militärischen Schlagkraft , sondern auch die Bewunderung Teotihuacans , die sogar weit entfernte Herrscher veranlaßte den Stil Teotihuacans nachzuahmen und sich mit fremden Federn zu schmücken . Da wir in Zentralmexico schon im 11/12. Jahrhundert sind bleibe ich mit den nächsten Beiträgen im Mayaland um nicht zu große Zeitsprünge zu verursachen .
luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (07.02.2012 um 18:27 Uhr).
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05.02.2012, 13:56
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#109 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Milpa - Feldbau .
Landwirtschaft im Mayaland I. Die drei Grundvorraussetzungen für die Landwirtschaft sind : Nährstoffreicher Mutterboden , ausreichende Wasserversorgung und die Wärmestrahlung unserer Sonne . Der Untergrund Yucatans besteht vorwiegend aus Karstgestein . Das Land liegt in verschiedenen Klimazonen . Von fast Meereshöhe im Norden Yucatans , bis auf über 4000. Metern im Gebirge . Auch die durchschnittliche Regenmenge ist sehr unterschiedlich verteilt . Die Regenzeit beschränkt sich in Nordwest-Yucatan auf ca. 1. Monat und es fallen ca. 475. Milliliter Regen . Je weiter südlich verlängert sich die Regenzeit und nimmt die Regenmenge enorm zu . In Toldo ( Süd-Belize ) fallen ca. 3/4000. Milliliter Regen , ebenso im Hochland . In der Umgebung der alten Mayastadt Palenque gibt es nur 1 bis 2. Monate ohne Regen und es fallen über 4000. Milliliter im Jahr . Da regnet es nur in 1. bis 2. Monate nicht . Die Regenzeiten können sich aber verschieben . Es wechseln sich auch Jahre mit weniger Regen und mit Jahren mit mehr Regen , als durchschnittlich , ab . Das könnte auch eine Auswirkung des El Niño sein . El Niño ? Wikipedia Die älteste Form der Feldbestellung ist der Wanderfeldbau mittels Brandrodung . Die Milpa ( Nahua = Feld ) . Diese sieht einfacher aus als sie ist . Es darf nicht zu bald und auch nicht zu spät gerodet werden . Rodet man zu bald , besteht die Gefahr , daß der Wind die Asche wegbläst . Ist man zu spät dran , ist durch den beginnenden Regen das Unterholz zu feucht und verbrennt nicht zu Asche . Diese ist aber nötig um dem Boden die benötigten Nährstoffe zuzuführen . Die Brandrodung muß also so zeitgerecht erfolgen daß die Asche noch am Feld liegt und vom beginnenden Regen eingewaschen wird . Daher war es wichtig zu wissen wann die Regenzeit beginnt . Das war auch ein Hauptgrund zur Kalenderberechnung . Es ist aber eine sehr unwirtschaftliche Form der Feldbestellung . Den die gerodeten Flächen sind maximal drei Jahre fruchtbar und lassen einen Ertrag zu . Dann muß man diese Flächen mindestens fünf Jahre brachliegen lassen bevor man sie erneut nutzen kann . Das bedeutet aber auch , schon kleinere Gruppen beanspruchen , zur Sicherstellung ihrer Ernährung , sehr große Flächen . Ca. 30 % der Oberfläche Yucatans ( im Peten ca. 50% ) besteht aus Feuchtgebieten . Da war keine Brandrodung möglich , da das Land in der Regenzeit überschwemmt ist . Also bot sich der Milpa-Anbau vorwiegend im Hochland an . Wo er auch noch heute praktiziert wird .
Brandrodung in San Salvador . Anklicken . Aus Wikipedia ; Urheber : Dirk van der Made . Aufgrund des Bevölkerungszuwachses mußten aber ertragreichere Anbaumethoden erdacht werden . Mittels Fäkaliendüngung und einer Art Wechselbrache konnten die Fächen besser genützt werden . Aber es war noch nicht ausreichend . luki
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (05.02.2012 um 15:27 Uhr).
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05.02.2012, 15:21
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#110 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Die Hochbeetanbau .
Die Hochbeetanbau : Die Mayas bemerkten daß es Fächen mit stärkerer Vegetation gab . In erdgeschichtlicher Zeit gab es im südlicheren Yucatan viele Seen und Tümpel . Die Flüsse aus dem Gebirge brachten Erosionsmaterial mit . Und die Seen verlandeten oder versumpften . Da kamen sie auf die Idee auf diesen Flächen Hochbeete anzulegen . Sie hoben kreuz und quer seichtere ( 15. bis 60. cm ) und tiefere ( bis 1,2 Meter ) Gräben aus . Das schlammige und nährstoffreiche Aushubmaterial verfrachteten sie auf die dazwischenliegenden Parzellen . So kultivierten sie auch Sumpfgebiete . Diese Felder mußten aber ganzjährig betreut werden . Diese Felderwirtschaft garantierte einen drei bis vierfach höheren Ertrag als die Milpa .
Durch das immerwärende Schlammauftragen wurden die Beete immer höher und mußten per Muskelkraft bewässert werden . Das bedingt den ganzjährigen Einsatz von vielen Arbeitskräften , was wiederum eine zentrale Organisationsform voraussetzt . Die ersten Dörfer und Kleinstädte wurden so gegründet . Auch die späteren größeren Ansiedlungen ( Städte ) wurden nicht willkürlich in die Landschaft gesetzt . Sondern sie befinden sich immer da , wo in der näheren Umgebung genügend natürliche Feuchgebiete waren , tauglich zur Anlage von Hochbeeten . Feuchtgebiete im Regenwald liest sich etwas blöd . Aber die Böden in den Regenwäldern sind sehr Nährstoffarm . Es fallen zwar laufend Blätter zu Boden und abgestorbene Bäume vermodern , aber dadurch baut sich keine neue Humusschicht auf . Denn aufgrund der Nährstoffarmut werden die dadurch freiwerdenden Nährstoffe des Todholzes sofort von den nachfolgenden Pflanzen und Bäumen aufgezehrt . Als Beispiel dient das Amazonasgebiet , wo durch extensive Brandrodung , die Versteppung der abgebrannten Gebiete droht . Denn ein so nährstoffarmer Regenwald braucht Jahrhunderte um wieder nachzuwachsen . Jede Familie bewirtschaftete nebstbei auch einen kleinen Hausgarten . In dem wurden Gemüse , Gewürze und Heilkräuter für den Hausgebrauch angepflanzt . Genau so wie es unsere Landwirtinen heute noch pflegen .
Luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (05.02.2012 um 17:59 Uhr).
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