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  1. #1
    Benutzer Rang: Kellermeister
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    Keltisch-Etruskische Beziehungen

    So,nachdem ich meine PC_Probleme gemeistert habe,komme ich auch wieder in dieses Forum. Und schon hab ich ein spannendes Thema,das ich zur Diskussion stellen möchte:
    Kürzlich stieß ich auf eine Grafik,die die Verbreitung etruskischer Scnabelkannen zeigt und war erstaunt.
    Die meisten Funde dieser Kannen und die größte flächendeckende Verbreitung findet sich nicht an ihrem Herstellungsort in Mittelitalien sondern im Bereich zwischen Mosel, Mittelrhein und Pfälzer Bergland-einer Gegend, die damals eindeutig keltisch besiedelt war
    In den Randgebieten dieses Bereichs finden sich dann sogar einheimische Kopien dieser Kannen.

    Das ganze deutet auf intensive keltisch-etruskische Handelsbeziehungen ,einen gewissen Technologietransfer und ein erhebliches wirtschaftliches Engagement der Etrusker im Mosel-Rhein-Gebiet hin.

    Stellt sich die Frage,warum das so war , wieso ausgerechnet in diesem Gebiet und was das Äquivalent war, daß in umgekehrter Richtung gehandelt wurde.
    Keltische Funde bei den Etruskern sind m.W. eher selten .

  2. #2
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    Zitat Zitat von zaphodB. Beitrag anzeigen
    Stellt sich die Frage,warum das so war , wieso ausgerechnet in diesem Gebiet und was das Äquivalent war, daß in umgekehrter Richtung gehandelt wurde.
    Keltische Funde bei den Etruskern sind m.W. eher selten .
    Vermutlich haben die Kelten mit Salz und Stoffen oder anderen Rohstoffen gehandelt... davon finden sich dann keine Reste.

  3. #3
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    Hallo zaphod,
    schön dich noch kurz vor Toresschluß hier zu sehen.
    Aber wir machen was neues, "das beste Geschichtsforum" mach dich mal kundig.

    Die Beziehungen zwischen dem Mittelmeerraum und den Kelten Mitteleuropas sind ein zweifellos sehr faszinierendes Gebiet.

    Zu den Schnabelkannen leider keine Ahnung.
    Zur Heuneburg (Lehmziegelmauer) habe ich meine eigene Theorie.

    Auf der Schwäbischen Alb gibt es Bohnerz, auf der Schwäbischen Alb gibt es Holz die Menge.
    Warum soll hier nicht ein Zentrum der "Schwerindustrie" der Latenezeit gewesen sein?
    Dann sind die (Zahlungs-)Mittel vorhanden, um Luxusartijkel aus dem Etruskerland zu erwerben.
    Und irgendwoher muss der Reichtum des "Keltenfürsten der Heuneburg" ja gestammt haben.
    Und wie von Rohana angemerkt, von Salz oder Eisen finden sich halt kaum spuren für die Archäologen.
    Eisen wurde wieder eingeschmolzen, und der Abraum und die Schlacke wurden sooft ein neues Verfahren entwickelt war, zu allererst durch den Ofen gejagt.

    Setz dies mal auf die Mosel um, könnte mir vorstellen, dass auch dort irgend ein ähnliches Produkt zu finden ist. Das die "Zahlungs-"Mittel für Luxusgüter in die Kasse spülte.

  4. #4
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    Man muss wissen, dass die künstlerischen und Handelsbeziehungen in der Antike auch schon vor dem römischen Imperium sehr eng geknüpft waren. Ein reger kultureller Austausch fand zwischen Norditalien (Etrusker) und Griechenland statt und die Kunst vermischte sich oft, sodass die Herkunft nicht genau identifizierbar ist. Auch in die anderen Richtungen fand ein reger Austausch statt.
    Vor kurzem (das heißt bis gestern) habe ich - Zufall? Vorsehung? - ein Buch über etruskische Kunst gelesen. Ich erinnere mich daran, dass die etruskischen Stämme stark beeinflusst waren durch die indogermanischen Stämme, was Gottheiten angeht. Und die Etrusker waren ja auch ziemlich hoch entwickelt (Herkunft aus Kleinasien? Einfluss der Griechen?). Die Terra sigillata - Tonkunst verbreiteten die Etrusker überregional.
    Aber da das Buch kein Register hat, finde ich dazu momentan nicht mehr hinaus.

  5. #5
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    Wir müssen uns erstmal fragen, ob es wirklich Kelten waren, die im heutigen Südwestdeutschland zur fraglichen Zeit siedelten. Man bringt die Räter ? Wikipedia nämlich durchaus sprachlich und kulturell mit den Etruskern in eine verwandtschaftliche Beziehung. Es wäre dann auch nicht überraschend, wenn es intensive Handelsbeziehungen zwischen der Toskana und ihren etwas hinterwäldlerischen Vettern nördlich der Alpen gab.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Wir müssen uns erstmal fragen, ob es wirklich Kelten waren, die im heutigen Südwestdeutschland zur fraglichen Zeit siedelten. Man bringt die Räter ? Wikipedia nämlich durchaus sprachlich und kulturell mit den Etruskern in eine verwandtschaftliche Beziehung. Es wäre dann auch nicht überraschend, wenn es intensive Handelsbeziehungen zwischen der Toskana und ihren etwas hinterwäldlerischen Vettern nördlich der Alpen gab.
    Schön, dass du auch wieder da bist.

    Stimmt, denn natürlich fanden auch im ersten (das heißt im letzten) vorchristlichen Jahrtausend Völkerwanderungen statt. Die Etrusker kamen aus Kleinasien, andere Stämme aus dem Osten...
    Wenn damals noch die Räter im südwestdeutschen Raum siedelten, erklärt das natürlich so einiges. Vielleicht kam der nachweisbare mitteleuropäische Einfluss auf die Etrusker, der den der Griechen ergänzte, von den Rätern. Vielleicht aber stammten diese ebenso aus Kleinasien. Oder sie waren einfach ein Nebenstamm der Etrusker, der sich bei deren Zug von Kleinasien (oder von wo auch immer) nach Norditalien abzweigte und eben wo anders siedelte. Das würde die Beziehungen sicherlich am besten erklären, aber die anderen Möglichkeiten kann man natürlich nicht unbedingt ausschließen.

  7. #7
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    Oder sie waren einfach ein Nebenstamm der Etrusker, der sich bei deren Zug von Kleinasien (oder von wo auch immer) nach Norditalien abzweigte und eben wo anders siedelte.
    Moin Max, die angebliche kleinasiatische Abstammung der Etrusker wird zwar seit der Antike immer wieder behauptet, ist aber bis heute unbewiesen. Wenn, dann betraf das bestenfalls die herrschende Elite über den Seeweg, aber nicht das ganze Volk. Das sollte erst recht für die Räter gelten.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Moin Max, die angebliche kleinasiatische Abstammung der Etrusker wird zwar seit der Antike immer wieder behauptet, ist aber bis heute unbewiesen. Wenn, dann betraf das bestenfalls die herrschende Elite über den Seeweg, aber nicht das ganze Volk. Das sollte erst recht für die Räter gelten.
    Soweit ich weiß, gibt es hier irgendwo einen Thread, in dem es genau um diese Frage geht. Mal schauen, ob ich ihn noch finde.
    Vor ein oder zwei Jahren hat eine genetische Untersuchung nahegelegt, daß die Vorfahren der Etrusker möglicherweise tatsächlich aus Kleinasien stammen...Hm ich schaue mal, ob ich den Thread bei Gelegenheit noch mal finde....

  9. #9
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Moin Max, die angebliche kleinasiatische Abstammung der Etrusker wird zwar seit der Antike immer wieder behauptet, ist aber bis heute unbewiesen. Wenn, dann betraf das bestenfalls die herrschende Elite über den Seeweg, aber nicht das ganze Volk. Das sollte erst recht für die Räter gelten.
    So genau weiß man das eh nie. Man kann ja eh nie wirklich von Völkerwanderungen sprechen. Es war ein ewiges adaptieren, aufspalten, vermischen. Aber Etrusker und Räter hatten wahrscheinlich herkunftstechnisch einiges gemeinsam. Aber trotzdem - wissen kann man das nie.

  10. #10
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    Zitat Zitat von Rohana Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, gibt es hier irgendwo einen Thread, in dem es genau um diese Frage geht. Mal schauen, ob ich ihn noch finde.
    Vor ein oder zwei Jahren hat eine genetische Untersuchung nahegelegt, daß die Vorfahren der Etrusker möglicherweise tatsächlich aus Kleinasien stammen...Hm ich schaue mal, ob ich den Thread bei Gelegenheit noch mal finde....
    Über die Etrusker an sich geht folgender Thread: http://www.g-geschichte.de/forum/ant...-etrusker.html (Die Etrusker)

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