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Zitat von 913Chris Die Merowinger waren antike Herrscher. |
Hallo 913Chris,
glaube Du hast Dich da ein wenig verrannt.
Werde aus meiner ziemlich guten, sehr umfangreichen vielleicht auch Dir bekannten Ring Buch Karten Sammlung deutsche Geschichte vom Atlas Verlag zitieren.
Grundsätzlich beginnt die Edition mit der Einteilung des Frühmittelalter von 482 bis 911.
Also der
Beginn der Herrschaft von Chlodwig I, einen salischer Kleinkönig der Franken aus dem Geschlecht der Merowinger, der den letzten römischen Statthalter und Heermeister Syagrius bei Soisson 482 schlägt,
über dessen gallo-römischen Territorium zwischen Somme und Loire.
Bis zum Tod des letzten Karolinger der ostfränkischen Linie der Franken, Ludwig das Kind 24.09.911 als Zeitpunkte der Geschichte.
Festzumachen wäre ein Ende der Antike z.B. an den rückläufigen Bevölkerungszahlen der Städte nördlich der Alpen, am Untergang des römischen Münzwesen und der europäischen Wirtschaftsbeziehungen, an der aufgegebenen Kultur der Antike. Keine Theateraufführungen mehr und erst später wieder auflebende Spiele, wie Du bereits geschildert hast. Auch die Bildung, Kunst und Literatur, die lateinische Sprache verwischt in romanische Dialekte, versinkt im Dunkeln. Erst unter Karl dem Großen mit Verlegung der Aufgabe der Schulung auf die klösterlichen Institutionen werden Versuche unternommen wieder etwas mehr "Breite" zu erhalten. Wahrscheinlich ist es aber lokal jeweils schlechter oder besser gestellt mit der
Krise der Antike.
Dieser Begriff kommt in der Sammlung auf. Also kein direkter Bruch sondern eine schwierige Übergangszeit mit Lichtblicken und dunklen Tagen.
Den Merowingern ist in der Tat eine erhebliche Bedeutung in diesen Tagen zu zu erkennen, mit der Verlegung des politischen Zentrum wieder in den Norden Europas. Auch die antike Kultur konnte gerettet werden. Germanische-christliche Komponenten wurden entsprechend hinzugefügt. Die teilweise noch existente römische Verwaltung wurde wie von Dir bereits erwähnt übernommen. Aber auch die Beibehaltung des fränkischen Rechts gewahrt. Einigend hilft zwischen der romanisierten Bevölkerung Galliens und der germanischen-fränkischen Führungsschicht die Übernahme des römischen-katholischen Glauben, im Gegensatz zum arianischen, welcher sonst unter den getauften Stämmen üblich ist.
Eine Unterordnung der Franken zu den Römern kann ich Dir allerdings nicht wirklich bestätigen, sondern muß im Fazit widersprechen. Zwar gab es Versuche diese Stämme in das untergehende römische Westreich zu integrieren, doch diese schlugen fehl. Für kurze Zeit war wohl der Vater ein enger Freund und Verbündeter der gallischen Römer, doch der Sohn machte sich schnell selbständig und wurde zum Feind. Schließlich tötete Chlodwig den "letzten Römer" nach seiner Auslieferung durch die Westgoten.
Zustimmung:
Wenn Du Karl den Großen als einen antiken Herrscher bezeichnest steht das sicherlich im Kontext zur Karolingischen Renaissance.
Diese Bezeichnung erhielt die Zeit K.d.G. nach seiner Kaiserkrönung durch Papst Leo III am Weihnachtsabend im Jahre 800. Es findet eine Wiederbelebung der antiken Geisteswelt mit weittragenden Auswirkungen auf das europäische Mittelalter statt. Reformen der Bildung, Liturgie und der Sprache werden in die Wege geleitet.
Doch auch an der volkstümlichen Kultur wird Interesse gezeigt. Eine einzigartige Verschmelzung auf höchster Ebene findet Gefallen. Zu Recht trägt Karl den Namen der Große!
lG