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Tags: kelten

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Alt 19.07.2008, 12:20   #1 (permalink)
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WDPG ist jedem bekanntWDPG ist jedem bekanntWDPG ist jedem bekanntWDPG ist jedem bekanntWDPG ist jedem bekanntWDPG ist jedem bekannt
Woher kamen die Kelten

Die Kelten waren über lange Zeit das wichtigste Volk in Mittel- und Westeuropa. Nun ein Frage zum Thema Kelten:

-Woher kamen die Kelten?
-Von wen stammen sie ab?


Freue mich auf eure Antworten.
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Alt 19.07.2008, 14:01   #2 (permalink)
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Servus!
Die Kelten werden als eigenständige Kultur erst ab 500v.Chr. mit der LaTene-Kultur faßbar. Da die LaTene-Kultur aber auf der älteren Hallstattkultur aufbaut, wird davon ausgegangen, dass auch die Hallstätter schon Kelten (zumindest Protokelten) waren.
Die Hallstätter wiederum haben sich kulturell aus den lokalen bronzezeitlichen Kulturen des ostalpinen Raums entwickelt, daher wird davon ausgegangen, dass die Kelten nirgendwoher kamen, sondern von den Bronzenzeitkulturen des östlichen Mitteleuropa abstammen.

VG
Christian
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Alt 17.04.2009, 22:13   #3 (permalink)
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Natürlich hat ein Volk mindestens eine Wurzel in dem Gebiet, wo es zum erstenmal auftritt. Die Kelten erscheinen zum erstenmal im heutigen Süddeutschland/Schweiz/Österreich. Sie werden zur Indogermanischen Sprachfamilie gezählt. Biologisch u. als Sprachsubstrat werden sie auch von der alpinen Vorbevölkerung abstammen.
Davor hatte es auch eine Einwanderung von vaskonischen Landwirten aus dem Balkanraum gegeben.
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Paul

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Alt 17.04.2009, 22:21   #4 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Biologisch u. als Sprachsubstrat werden sie auch von der alpinen Vorbevölkerung abstammen.
Vor den Kelten war Österreich aber von den Illyrern bewohnt.

Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Davor hatte es auch eine Einwanderung von vaskonischen Landwirten aus dem Balkanraum gegeben.
Du meinst Basken? Ich weiß zwar, dass es die Theorie gibt, die Basken seien ein Relikt der vorindogermanischen Urbevölkerung Europas, aber es ist nur eine Theorie von vielen.
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Alt 17.04.2009, 23:04   #5 (permalink)
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[quote=Scifi;36776]Vor den Kelten war Österreich aber von den Illyrern bewohnt.

Alpine Bevölkerung ist doch die Bezeichnung der Ursprünglichen Bevölkerung, bevor die Indogermanen einwanderten, egal ob du sie Veneter, Kelten o. Ilyrer nennst. Die ursprünglichen Indogermanen unterschieden sich doch kulturell u. sprachlich kaum. Die Unterschiede entstanden mit der Auswanderung aus der "Urheimat" und der Vermischung mit den Bevölkerungen der neuen Wohngebiete.
Es kann also sein, das Indogermanen in das heutige Österreich einwanderten. Dort konnten sie sich durch Vermischung in ein neues Volk verwandeln.
Zog ein Teil der Bevölkerung weiter entstand in einem anderen Gebiet eine neue Bevölkerung. Der Name kann über die kulturelle Substanz einer Bevölkerung täuschen. Ob diese Indogermanen "Illiyrer" waren, hat doch heute keine Bedeutung mehr. Später wurde die neue Bevölkerung als keltische Räter bezeichnet. Diese Illyrer sollen erst als heutige Albaner wieder relevant/bekannt geworden sein. Wahrscheinlich sind relativ unvermischte Indogermanen weiter gewandert und haben sich in weiteren Regionen mit ursprungsbevölkerungen vermischt.
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Paul

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Alt 17.04.2009, 23:07   #6 (permalink)
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Servus!
Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Diese Illyrer sollen erst als heutige Albaner wieder relevant/bekannt geworden sein.
Behaupten zumindest die Albaner!


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Alt 17.04.2009, 23:17   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Paul Beitrag anzeigen
Später wurde die neue Bevölkerung als keltische Räter bezeichnet.
Bei den Rätern ist doch nicht einmal sicher, ob sie überhaupt Indogermanen waren. Zumindest nach antiker Auffassung waren sie mit den Etruskern verwandt, deren Herkunft auch unklar ist. Keltisch haben sie jedenfalls nicht gesprochen.
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Alt 17.04.2009, 23:53   #8 (permalink)
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Der Gedanke, das nur das "Superstrat", also die dominierende Sprache, bei einer Vermischung, wichtig für eine Verwandschaft ist, finde ich nicht richtig. Auch das "Substrat" ist für die Sprachentwicklung wichtig. Oft sind die Grenzen nicht so klar. So wie das Rätische ursprünglichere Sprachanteile hatte, gilt dies doch für viele Sprachen. Die Indischen Sprachen könnten z.B. nicht nur zum Indogermanischen, sondern auch zur drawidischen Sprachfamilie gezählt werden. Das Hethitische auch zu den Kaukasischen Sprachen.
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Alt 18.04.2009, 00:48   #9 (permalink)
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Trotzdem ist das Deutsche eine germanische Sprache und nicht etwa eine keltische. Natürlich ist das Superstrat ausschlaggebend. Irgendwelche Einflüsse von bald einer Sprache hat bald eine Sprache. Es kommt auf das Wesen der Sprache an.
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Alt 20.04.2009, 15:12   #10 (permalink)
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Zitat:
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Natürlich hat ein Volk mindestens eine Wurzel in dem Gebiet, wo es zum erstenmal auftritt. Die Kelten erscheinen zum erstenmal im heutigen Süddeutschland/Schweiz/Österreich. Sie werden zur Indogermanischen Sprachfamilie gezählt. Biologisch u. als Sprachsubstrat werden sie auch von der alpinen Vorbevölkerung abstammen..
Der Ursprungsraum der Kelten reicht von Ostfrankreich bis Süddeutschland. Dort werden sie unbestritten archäologisch fassbar am Ende der Hallstattzeit, also etwa um 650 v. Chr. Die Latènezeit ab ca. 500 v. Chr. ist dann gänzlich von der keltischen Kultur und keltischen Stämmen dominiert, die sich bekanntlich über Mitteleuropa, die Britischen Inseln, Spanien (Keltiberer) und sogar als Galater bis nach Anatolien ausbreiten.

Die anschließende Frage ist: Kann man schon während der Hallstattzeit oder sogar davor von "Kelten" sprechen?

Da gehen die Meinungen schon auseinander. Vielfach spricht man von "Kelten" bereits ab 800 v. Chr. (Hallstatt C). Immerhin siedelten sie unbestritten bereits um 650 v. Chr. (Hallstatt D) in einem Raum, der von Ostfrankreich bis Süddeutschland reichte. Es ist also mehr als wahrscheinlich, dass sie dort auch schon in Hallstatt C um 800 v. Chr. saßen.

Anders sieht das freilich bei der vorangehenden Urnenfelderkultur aus. Hier halte ich es für verfehlt, für den ostfranzösisch-süddeutschen Raum bereits von "Kelten" zu sprechen, obwohl selbst das zuweilen geschieht. Manche sprechen dabei von "Proto-Kelten", die es ja gegeben haben mag - doch grenzt deren Verortung zur Urnenfelderzeit an Kaffeesatzleserei.

Im übrigen unterscheiden wir bekanntlich zwischen einem Westhallstattkreis, der Ostfrankreich, Süddeutschland, das Mittelrheingebiet, Böhmen und Oberösterreich umfasst, und einem Osthallstattkreis, der sich über Niederösterreich, Mähren, Slowenien, Kroatien und Teile Ungarns erstreckt.

Während man den Westkreis gern den Kelten und uns heute unbekannten Volksgruppen zuschreibt, wurde der Osthallstattkreis früher gern den Illyrern zugerechnet. Das ist in der Forschung nicht ohne Widerspruch geblieben, sodass die Identität "Osthallstatt = Illyrer" vielfach heute bestritten oder zumindest differenzierter gesehen wird.
Dietrich ist offline  
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