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  1. #1
    Plutarch
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    Alexander der Große

    In den Jahren 334-330 v. Chr. gelang Alexander dem Großen die Eroberung des Persischen Großreiches, an dessen Ende auch der Perserkönig Dareios III. sein Leben lassen musste.

    Ich finde es mehr als erstaunlich, dass es Alexander trotz der haushohen militärischen Überlegenheit der Perser (Plutarch spricht sogar von einem 600 000 Mann starken persischen Heer) gelingen konnte, die damals stärkste Territorialmacht der Erde, in wenigen Jahren völlig zu zerschlagen.

    War das Perserreich zu diesem Zeitpunkt bereits innerlich völlig marode oder wie lassen sich die beispiellosen Triumphe Alexanders erklärn?

    Ich hoffe auf zahlreiche Antworten

  2. #2
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    Hmmm, da gibt es viele Punkte, die man aufführen könnte. Sicher war auf jeden Fall, dass Alexanders selbst einerseits ein hervorragender Taktiker in der Schlachtführung war und andererseits er auf die unbedingte Loylität seines Heeres und seiner obersten Generäle pochen konnte.

  3. #3
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    Ich denke die Stellung der persischen Satrapen war auch ein Grund für den Zusammenbruch des großen Perserreiches. Sie hätten mit dem Großkönig eine gemeinsame Strategie ausarbeiten sollen, um Alexander tief ins persische Hinterland zu locken. So verzettelten sie sich schon in den ersten Gefechten und unterlagen der genialen Taktik des Makedonen.
    Die persische Armee bestand auch aus vielen Völkerschaften, während sich Alexander voll und ganz auf seine makeondische Phalanx und seine Gefährten-Reiterei verlassen konnte.
    Aber es gibt sicherlich noch mehr Gründe.

  4. #4
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    Alexanders Siegeszug

    Zum Thema, wie Alex in nur drei großen Schlachten das Riesenreich der Perser erobern konnte, gibts folgendes zu sagen:

    1. Vorsicht bei den Angaben über Truppenstärken bei antiken Historiografen! Je größer die Armee des Gegners, umso größer der Sieg. Das Millionenheer der Perserkönige gab es nicht. Als Darius III. bei Issos und Gaugamela gegen die Makedonen antrat, dürfte seine militärische Überlegenheit nicht ganz so groß gewesen sein, wie uns die Quellen weismachen wollen. Die Perser unterhielten eine Berufsarmee, und Berufsarmeen sind quer durch alle Epochen kleiner als die Heere von Staaten, die eine Wehrpflicht kennen. Darius' stärkste Waffe waren die griechischen Söldner, und die hatten schon am Granikos gewaltig geblutet!

    2. Das persische Heer pflegte die Schlacht mit Pfeilhageln zu eröffnen. Danach griffen die Sichelwagen an, dann stieß die Infanterie gegen das feindliche Zentrum vor, während die Reiterei den Gegner an der Flanke zu packen versuchte. Diese Taktik scheiterte aber an der Sarissen-Phalanx Alexanders, die gerade in der Verteidigungsstellung ihre ganze Qualität entfaltete. Alexander selbst machte sich die persische Taktik zu Eigen, indem er seinerseits schnelle Reitervorstöße unternahm. Dabei griff er jedes Mal von der Seite her das persische Zentrum mit Darius und seinen 10 000 Unsterblichen an.

    3. Die Infanterie der Perser war mit Flechtschilden bewaffnet und hatte somit keine Chance gegen die geschlossenen Hoplitenreihen.

    4. Darius war ein Feigling. Er floh jedesmal, obgleich der Kampf noch nicht verloren war. In einem Heer wie dem persischen, das ganz auf das Verhalten und die Kommandos des Oberbefehlshabers ausgerichtet war, eine verhängnisvolle Entscheidung. Es führte stets zur Auflösung der Schlachtreihen. Alexander kalkulierte damit. Und führte deshalb seine Hetairen immer gegen den gegnerischen Boss.

    Das sind, in meinen Augen, einige der Gründe für den Siegeszug des Makedonen. Außerdem hatte er großes Glück. Der griechische Flottenadmiral der Perser mit Namen Memnon starb ausgerechnet kurz bevor er den Krieg nach Griechenland selbst tragen konnte. Und Darius' Ermordung kam ihm ebenfalls zupass.

  5. #5
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    Hannibals Erklärungen sind schon sehr gut. Doch die makedonischen Infanteristen waren keine Hopliten mehr, sondern Phalangiten. Hopliten stellten allenfalls noch die die griechischen Verbündeten.
    Der Unterschied: Der Hoplit kämpft mit dem großen Rundschild und der kurzen Lanze, der Phalangit kämpft als Teil der geschlossenen Phalanx mit der langen Sarissa und nur einem kleinen Schulterschild (wenn überhaupt).

  6. #6
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    Nicht zu vergessen, das Persische Vielvölkerreich befand sich zu Beginn von Alexanders Feldzug nichtmehr auf dem Höhepunkt seiner Macht. Neben zahllosen blutigen Thronstreitigkeiten erschütterten immer wieder und zunehmend Aufstände der unterdrückten Völker das "Weltreich".

  7. #7
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    Der Siegeszug gelang nur, da die Perser schon so verwöhnt waren. Darum konnten sie auch nicht Griechenland erobern. Natürlich lag es auch daran, dass Alexander ein ausergewöhnlicher Feldherr. Bei den Römern war es schließlich auch wie bei den Persern. Nachdem ihr Reich zu groß und sie durch den Luxus zu verwöhnt waren, ging Rom unter.

  8. #8
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    Na, das würde ich jetzt nicht sagen.
    Wie lange hat das Römische Reich existiert? Als Kaiserreich knapp 500 Jahre. Und wie lange hat Rom - zumindest die Oberschicht - im Luxus geschwelgt? Round about ebenfalls 500 Jahre, geht man nach Indizien wie Gebäuden, Biographien, Kochbüchern, etc. Einen direkten Zusammenhang zwischen Luxus und Untergang kann ich nicht erkennen...
    Eher einen zwischen Überdehnung, Unfähigkeit von Herrschern und zu vielen Feinden. Wobei "zwischendurch" immer wieder mal fähige Kaiser es schafften, das Reich zu konsolidieren. Mitte des 5.Jhs. war es dann aber einfach zu viel, zumindest für den weströmischen Reichsteil. Der oströmische hat ja noch 1000 Jahre weiter existiert, in einer Umgebung, die z.B. einen Karl den Grossen vor Neid fast platzen liess...

    VG
    Christian

  9. #9
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    Aber klar gab es bei Rom einen Zusammenhang zwischen Dekadenz und Untergang. Zum Ende hin kämpften die reichen Römer nicht mehr selbst, sondern heuerten Söldner aus allen Herren Länder für ihre Kriege an oder versuchten Invasoren zu bestechen. Alles letztendlich ohne Erfolg.
    Aber das Thema hier handelt ja von Alexander dem Großen, also bitte wieder dahin zurück!
    Was ist denn dran an den Gerüchten, Alexander habe aktiv etwas mit dem Tod seines Vaters Philipp II. zu tun?

  10. #10
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    Ob Alexander etwas mit dem Tod seines Vaters zu tun hatte wurde ja oft vermutet, ist aber durch die Quellen nicht zu beweisen. Vermutlich hatte wohl seine Mutter Olympias mit dem Mord an Philipp II. etwas zu tun, doch hatte der König der Makedonen nach der gewaltsamen Unterwerfung Griechenlands viele Feinde. Letztendlich könnte auch Alexander von dem Komplott gewußt haben, profitiert hat er ja auf jeden Fall vom Tode seines Vaters.
    Doch ob er aktiv an den Vorbereitungen beteiligt war, wird sich wohl nie herausfinden lassen.

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