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Tags: peloponnes, sparta

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Alt 07.02.2008, 13:54   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Titus
 
Registriert seit: 02.02.2008
Beiträge: 18
Titus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Sparta

Dieses Thema soll allein dem Stadtstaat Sparta dienen. Hier könnt ihr Fragen, Anregungen und Anekdoten über diese eindrucksvolle und wohl einzigartige antike griechische Polis einbringen.

Ich selbst finde es besonders erstaunlich, dass bei aller Konzentration auf die militärische Tüchtigkeit, die spartanischen Frauen im griechischen Vergleich die wohl größten Rechte hatten. So konnten sie Grundbesitz erwerben und bewirtschaften, etc.
Titus ist offline  
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Alt 07.02.2008, 18:31   #2 (permalink)
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Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von woesch
 
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
woesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ohh, damit hat eines meiner Lieblingsthemen in dieses Forum Einzug gehalten: das antike Sparta.

Ich bin schon gespannt auf die weiteren Beiträge. Mich selbst beeindruckt an Sparta natürlich auch das Militär, die Staatsorganisation, die Kompromißlosigkeit, etc. (klar, nicht als Vorbild für die heutige Zeit )

Doch vor allem ist es doch die Strahlkraft so weniger, vor über 2 Jahrtausenden lebenden Menschen. Denn mehr als vielleicht 10000 freie Männer gab es nie gleichzeitig in Sparta, also heute nur eine Kleinstadt. Auch im Gegensatz zu Athen, Persien etc. nur ein Minimum an Individuen.

Doch die Taten jener weniger Griechen sind heute noch in bester Erinnerung, auch wenn sie im Gegensatz zu Athen und Rom selbst nur wenige greifbare Zeugnisse hinterlassen haben.
woesch ist offline  
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Alt 10.02.2008, 21:09   #3 (permalink)
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Benutzerbild von Jschmitt
 
Registriert seit: 01.02.2008
Ort: Schwabach
Beiträge: 10
Jschmitt befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich finde den militärischen Drill einfach so beeindruckend. Wie war das noch? Spartaner mussten vor dem erreichen des Mannesalters 2 Jahre in der Wildnis überleben, um in die Bürgerschaft des Stadtstaates und in die prestigeträchtige Armee aufgenommen zu werden?... oder lieg ich damit falsch oder bin zu ungenau?
__________________
Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden. John Ruskin (1819-1900)
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Alt 11.02.2008, 11:34   #4 (permalink)
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Rang: Kellermeister
 
Benutzerbild von PeggySue
 
Registriert seit: 04.02.2008
Ort: Nürnberg
Beiträge: 23
PeggySue befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Ich selbst finde es besonders erstaunlich, dass bei aller Konzentration auf die militärische Tüchtigkeit, die spartanischen Frauen im griechischen Vergleich die wohl größten Rechte hatten. So konnten sie Grundbesitz erwerben und bewirtschaften, etc.
War das deswegen so, weil sie während der Kriegszüge zu Haus alles gemanagt haben oder was gibt's da für 'nen Grund?
PeggySue ist offline  
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Alt 11.02.2008, 16:10   #5 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von woesch
 
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
woesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Werte Peggy Sue, die Richtung stimmt schonmal.

Eine kurze Übersicht zur Erklärung:

Sparta war in sich ein sehr geschlossenes System. Es gab nur wenige freie Bürger, eben die Spartaner (oder Spartiaten). Selten waren es mehr als 9000 - 10000, vll. sogar auf maximal 9000 festgelegt.
Auf diese war der Landbesitz etwa gleichmäßig verteilt, den sie sahen sich als Gleiche (Homoioi) an (Deswegen auch ein Doppelkönigtum und nie eine Tyrannis in Sparta ).
Eine große Zahl unterworfener Heloten (Sklaven) bearbeitete das Land. Die ebenfalls zahlreichen Perioiken (sozusagen Freie, aber eben keine Spartaner) kümmerten sich um Handel und Wirtschaft. Dies war den Spartanern selbst verboten.
Die Spartaner aber waren als die einzigen "Vollbürger" für Politik und Militär sowie die Organisation des Grundbesitzes, also die Nahrungsmittelproduktion, zuständig.
Da sich nun die wenigen Männer von ihrer Kindheit an ganz und gar auf die Politik bzw. das Militär konzentrierten, was ja die Stärke und den Ruf Spartas begründeten, mußte sich jemand um den Grundbesitz kümmern.
Das übernahmen dann eben vor allem in Kriegszeiten, auch gewünscht, deren Frauen, die rechtlich über den Heloten und Perioiken standen.
Und da selbst die hartgesottenen Spartaner Verluste in den Kriegen hatten, erbten mitunter die Frauen Land und damit auch Macht.
Sie hatten somit nicht die gleichen Rechte wie die Männer, sondern eben etwas andere.
Im Vergleich zum restlichen Griechenland oder gar Persien aber war schon dies etwas besonderes. Denn außerhalb Spartas war es damals geradezu undenkbar, das Frauen auch Grundbesitzer(innen) sein könnten.
woesch ist offline  
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Alt 12.02.2008, 20:30   #6 (permalink)
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Benutzerbild von +Ramses+
 
Registriert seit: 12.02.2008
Ort: Stuttgart
Beiträge: 9
+Ramses+ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Sehr interessante Ausführungen.
Das mit den Frauenrechten und -pflichten in Sparta wusste ich noch nicht.
+Ramses+ ist offline  
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Alt 01.03.2008, 17:27   #7 (permalink)
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Benutzerbild von frankman
 
Registriert seit: 16.02.2008
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Beiträge: 15
frankman befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Könnte mir mal biite jemand erklären, warum es nicht mehr als diese 9 oder 10000 Vollbürger in Sparta gab. Warum schlossen sie denn die Heloten etc. vom Militär aus? Mit jenen hätte Sparta doch zweifelsfrei ein noch stärkere Armee aufbauen können. Oder bin ich da auf dem Holzweg?
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Alt 01.03.2008, 21:36   #8 (permalink)
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Rang: Knappe
 
Benutzerbild von Kalligrafin
 
Registriert seit: 01.03.2008
Ort: Rheinhessen
Beiträge: 10
Kalligrafin befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich denke einfach aus dem Grund, da man in Sparta eine Militärlaufbahn gegenüber den Heloten nur für Bürger reservierte, weil Feldarbeit als Sklavenarbeit galt. Bürger und Adelige waren die, die in den Krieg zogen, Sklaven diejenigen, die die Arbeit verrichteten. Wenn man Heloten nun zum Militär zuließ hätte man diese Trennung aufgehoben
Kalligrafin ist offline  
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Alt 02.03.2008, 09:30   #9 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
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Zitat:
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Könnte mir mal biite jemand erklären, warum es nicht mehr als diese 9 oder 10000 Vollbürger in Sparta gab. Warum schlossen sie denn die Heloten etc. vom Militär aus? Mit jenen hätte Sparta doch zweifelsfrei ein noch stärkere Armee aufbauen können.
Die Heloten waren die unterworfene Bevölkerung der Landschaften Lakonien und Messenien, die schon recht früh - am Ende der "Dunklen Jahrhunderte", also zwischen dem 8. und 6.Jh.v.Chr. - von Sparta erobert wurden. Hätten die Spartaner die Heloten aus ihrer Defacto-Sklaverei entlassen, wären Sparta als staatliches Gebilde sofort verschwunden. Eine kleine Oberschicht kann nur mit Unterdrückung über eine grosse Unterschicht herrschen, andernfalls wird sie assimiliert.

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 02.03.2008, 09:58   #10 (permalink)
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Benutzerbild von Maxlmemm
 
Registriert seit: 02.03.2008
Ort: Hengersberg/Bayern
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Maxlmemm befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Mythos Sparta

Was mich an der Thematik Sparta stört, ist die Bewunderung der militärischen Leistungen, die die Grausamkeiten, die sie an Feinden, Heloten und der eigenen Bevölkerung begangen haben, letztlich übertünchen.
Die Euthanasie an schwächlichen Kindern oder das wahllose Ermorden von Heloten zur Abschreckung sind für mich der Beweis dafür, dass die Polis Sparta kein vernünftiger Entwurf einer fortschrittlichen und dauerhaften Gesellschaft war. Dies wird für mein Empfinden zu wenig dargestellt.
Maxlmemm ist offline  
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