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Tags: lykurgische reformen, sparta, verfassung

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Alt 05.07.2008, 11:58   #1 (permalink)
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Knoepferl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Lykurgos von Sparta

Der legendäre Gelehrte Lykurg gab dem Stadtstaat Sparta seine Verfassung. Dadurch dass diese Gesetze eine starre Ständeordnung beinhalteten und in sich ein geschlossenes System bildeten, konnte sich Sparta nicht reformieren. Durch dieses totalitäre System, dass bis tief ins Privatleben reichte, schaffte es Sparta zur Militärmacht aufzusteigen, ging aber auch an der unfelxiblen Verfassung zugrunde.
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Alt 06.07.2008, 18:54   #2 (permalink)
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webomamara ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Wasserkopf

Hallo Knöpferl,

eine interessante Sichtweise hast Du da bezüglich des Niedergangs von Sparta. Meiner Meinung nach hatte der aber vor allem damit zu tun, dass Sparta sich als Großmacht aufspielte. Die Verfassung war aber nur für einen Stadtstaat vorgesehen.

webomamara ist offline  
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Alt 06.07.2008, 20:06   #3 (permalink)
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Registriert seit: 05.07.2008
Beiträge: 13
Knoepferl befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hallo webomamara,

da sind wir grundsätzlich einer Meinung. Ich denke ja eben gerade auch, dass die Verfassung ein Hindernis war, sich auf die neuen Machtverhältnisse einzustellen.

Knoepferl ist offline  
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Alt 07.07.2008, 18:03   #4 (permalink)
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Ich sehe das ein klein wenig anders. Die Lykurgische Verfassung wurde ja gerade zu dem Zweck geschaffen, die Herrschaft der zahlenmäßig nicht sehr zahlreichen Spartiaten über die Massen der Periöken und Heloten aufrechtzuerhalten, statt diese gesellschaftlich zu integrieren. Die Verfassung war also nicht ein Hindernis, sich auf die Machtverhältnisse einzustellen, sondern diese Machtverhältnisse führten erst zu der (verfehlten) Verfassung.
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Alt 10.07.2008, 16:24   #5 (permalink)
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Benutzerbild von woesch
 
Registriert seit: 01.02.2008
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woesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Die Verfassung Spartas war keineswegs verfehlt und beileibe nicht totalitär. Sie war im Grunde für die damalige Zeit sehr ausgereift. Denn man darf nicht vergessen, dass es vor allem auf Grund der Verfassung des Lykurgos in Sparta über hunderte von Jahren niemals einen Tyrannen gab. Der Staat war wohl organisiert und konnte wegen eben dieser Beständigkeit auch weitere Macht dazu gewinnen.
Doch stimme ich zu, dass die spartanische Verfassung im Endeffekt zu unflexibler war. Im Grunde stellte sie nämlich schon eine beinahe perfekte Grundlage für einen Staat dar, aber eben einen Stadtstaat mit spartanischen Verhältnissen.
Nachdem die Grundlage der Macht Spartas, das Militär, erhebliche Niederlagen und Verluste hatte einstecken müssen, war es auch mit Spartas Vorherrschaft vorbei.
woesch ist offline  
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Alt 10.07.2008, 16:32   #6 (permalink)
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Zitat:
Zitat von woesch Beitrag anzeigen
Die Verfassung Spartas war keineswegs verfehlt und beileibe nicht totalitär. Sie war im Grunde für die damalige Zeit sehr ausgereift. Denn man darf nicht vergessen, dass es vor allem auf Grund der Verfassung des Lykurgos in Sparta über hunderte von Jahren niemals einen Tyrannen gab.
Da kann man natürlich diskutieren, was besser war: Das tyrannenfreie, monarchisch-aristokratische Sparta, das seine Heloten brutal unterdrückte, oder Athen, dessen Tyrann Peisistratos klug und milde regierte. Überhaupt waren die meisten Tyrannen, trotz ihres schlechten Rufes, fähige und auch gerechte Herrscher, wenngleich es natürlich Ausnahmen gab (Phalaris, ...).
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Alt 10.07.2008, 19:42   #7 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
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Servus!

Den schlechten Ruf haben die Tyrannen erst später bekommen, als klar wurde, dass viele Alleinherrscher ihre Machtfülle ausnutzen.

Ursprünglich hieß "Tyrann" einfach nur "Alleinherrscher", wenn auch einer, der illegitim an die Macht gekommen ist.
Wikipedia sagt, der Begriff käme aus dem Lydischen und habe auf dem Umweg über Griechen, Etrusker und schließlich Römer Eingang gefunden in die europäischen Sprachen. Nachgeprüft hab ich das allerdings (noch) nicht!

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 10.07.2008, 19:54   #8 (permalink)
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Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
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Schuld am negativen Tyrannenbegriff ist vor allem Platon, der selbst Aristokrat war und daher eine natürliche Abneigung gegen die Tyrannen (die ja normalerweise an die Macht kamen, indem sie mir Hilfe des Volkes die Aristokratie stürzten) hatte.
Scifi ist offline  
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Alt 22.07.2008, 14:02   #9 (permalink)
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woesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zustimmung.
Doch das damals Bewunderte an Spartas Verfassung war eben die Beständigkeit über die Jahrhunderte. Den übrigen Griechen, die oftmals mannigfaltige Wirren um die Organisation ihrer Poleis erlebten, erschien die Kontinuität in Spartas Staatsform bewundernswert. Noch dazu weil Sparta wegen eben dieser Staatsorganisation auf militärischem Gebiet maßgebender Spitzenreiter war.
woesch ist offline  
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