Servus!
Zitat:
Zitat von Sandrokottos Außerdem haben sich die Römer noch nie von einer Niederlage abschrecken lassen. Ein paar Jahre später hätten sie Griechenland einfach noch einmal angegriffen und irgendwann wäre es gefallen. Einen dauerhaft haltenden anti-römischen Block im östlichen Mittelmeer halte ich für eher unwahrscheinlich. |
Hm. Und wenn sich etwa Makedonien dauerhaft hätte halten können? Paul schrieb ja auch, "Wenn sich Griechenland behauptet hätte". Vorausgesetzt, es wäre den Römern wirklich nie gelungen, die jeweilige griechische Hauptmacht entscheidend zu schlagen, dann hätte sich doch ein Dualismus oder eine Trias (mit Ägypten) entwickelt, vielleicht mit einer randlichen Großmacht am Schwarzen Meer und mit Armenien, die beide wie auch Ägypten nud wer-auch-immer im syrischen Bereich mit den Parthern im Clinch gelegen hätten, evtl. besiegt worden wären, aber dass sich die Parther hier dauerhaft festgesetzt hätten, glaube ich nicht.
Paul spinnt den Gedanken weiter: "Gallien wäre selbständig geblieben. Die Germanen wären schneller zu einer direkten Bedrohung in Italien geworden, vor allem wenn sie Teile Galliens u. das heutige Süddeutschland früher erobert hätten."
Auch das kann ich mir vorstellen. Denn Caesar konnte Gallien ja nur erobern, weil seine Legionen anderweitig nicht gebraucht wurden. Kann man sich den gallischen Feldzug mit seinen bis zu zehn im Einsatz befindlichen Legionen vorstellen, wenn auf der anderen Seite der Adria eine starke griechische Macht gestanden hätte? Ich denke nein...
Gallien hätte tatsächlich frei bleiben können. Die Germanen waren eh schno auf Expansion (Ariovist) und hätten sich zumindest einen Teil des gallischen Kuchens geholt. Die Goten waren auch schon in Osteuropa unterwegs.
Beim Eintreffen der Hunnen - so weit kann man die Geschichte m.E. tatsächlich weiter spinnen - hätte die Situation dann so ausgesehen: Am Schwarzen Meer und in Südrussland ein gotisches Reich mit Einflussbereich bis hoch zur Ostsee (Ermanarich). Rom auf das westliche Mittelmeer ohne Gallien beschränkt (und wahrscheinlich gesünder, weil nicht mit so vielen Kriegsschauplätzen über die Jahrhunderte beschäftigt), im Osten würden sich griechische und anatolische Reiche mit Ägypten und den Parthern streiten.
Die Ostgoten werden wie gehabt von den Hunnen geschlagen und weichen zusammen mit anderen Germanenstämmen aus - so weit, so bekannt. Da nun aber kein starkes (Ost-)Römisches Reich den Weg über die Donau nach Süden verwehrt, müssen die Germanen nicht unbedingt nach Westen ausweichen, wo ein eventuell stärkeres (weil nicht riesig großes) Rom sie abwehren könnte, sondern den Weg nehmen könnten, den sie auch in der Realität als Erstes favorisiert haben - nach Griechenland - gäbe es nun zwei Möglichkeiten:
1. Die flüchtenden Germanen strömen auf die Balkanhalbinsel, der dortige (griechische? bosporanische?) Staat kann sie entweder abwehren oder nicht.
a) er kann sie abwehren:
aa) Die Germanen werden angesiedelt nach dem Muster der römische Föderaten und bleiben ansässig, übernehmen vielleicht nach und nach den betreffenden "Gaststaat", wie sie es in der Realität mit dem Weströmischen Reich getan haben.
ab) Die Germanen weichen nun doch nach Westen aus und das Römische Reich bekommt die bekannten Probleme. Von nun an wird´s aber zu spekulativ, weil jetzt die Ressourcen dieses "Klein-römischen Reiches" gefragt sind, die wiederum von zu vielen Bedingungen abhängen, als dass man sie in die Rechnung einbeziehen könnte.
b) er kann sie nicht abwehren:
ba) Die Germanen erobern den Balkan und gründen Reiche, die sich gegen die Hunnen behaupten können oder auch nicht. Auch hier wird´s mir spätestens an diesem Punkt zu spekulativ
bb) Die Germanen ziehen raubend und plündernd weiter. Entweder nach Westen (weiter siehe Möglichkeit "ab") oder nach Anatolien, (= weiter weg von den Hunnen) wo se es mit dem nächsten Staat zu tun bekommen, Ausgang ungewiss.
2. Die Germanen flüchten gleich nach Westen. Weiter siehe Szenario 1)ab)
Weil wir grad beim Abklopfen von möglichen Szenarios sind: Es wäre auch denkbar, dass es zu diesem Zeitpunkt ein Römisches Reich schon gar nicht mehr gibt. Womit wir uns endgültig im Ungewissen befinden und ich deswegen in diese Richtung auch gar nicht mehr weiterspekulieren möchte.
VG
Christian