Zur Begriffsbestimmung: KV = King-Valley DAS Tal der Könige schlechthin
WV = West-Valley, ein nach Norden von der Zufahrt in das KV
abzweigendes Tal
Ich will den oft abenteuerlichen Theorien über Tut ank Amun und seinem Nachfolger Eje hier keine weitere hinzufügen. Stelle aber dennoch meine Meinung hierzu ein:
Ich denke, daß das Grab Im King Valley KV 62 = also das TEA-Grab, nicht das ursprünglich für ihn bestimmte Grab ist, dieses das WV 23 ist, in dem dann Eje, sein Nachfolger begraben wurde.
(ob Eje wirklich zur königlichen Linie gehörtem, nicht ein Usurpant , ist ja auch noch nicht hinreichend geklärt. Zumal EJE sich nicht in die „ketzerische“ Königslinie über Echnaton einreiht, allenfalls aus der Linie Amenophis III seinen Anspruch ableiten könnte, die von Ramses II aber noch nicht als ketzerisch ansah.
- Tut ank Amun wollte in der Nähe seines Großvaters Amenhophis III (das ist der Pharao, der den fast verschwundenen Tempel hinter den Memnon.Kolossen baute) begraben werden, der im West Tal im West Valley WV 22 begraben lag. Dort befindet sich das Grab WV 23, das als Affengrab, als Grab Ejes bekannt ist und 1816 von Belzoni zufällig entdeckt wurde also nicht oder kaum verschüttet war. Daraus leite ich ab: Eje hat Tut ank Amun buchstäblich um sein Grab gebracht und ihn dann in ein anderes Grab, dem KV 62 bestatten lassen und zwar in einer gewissermaßen inoffiziellen Beerdigung. Dagegen spricht auch nicht das Einbalsamierungsdepot KV 54 mit dem Einbasalsamierungsmaterial, eher sogar dafür, weil mit der Umbettung TEA aus dem Grab WV 23 aus rein praktischen Gründen aus den Särgen, Schreinen und Sarkophag entfernt werden musste und Balsamierungsharze über die Mumie geschüttet wurden.
Auch die oft gehörte Meinung, daß KV 62 und WV 23 zeitgleich vom gleichen Maler bemalt wurden, spricht eherr dafür, daß das KV 62 zusammen mit dem Grab WV 23 entstand.
- Die Grabanlage WV 23 (Eje) weist die typische Form eines Grabes für einen Pharao auf (langer, dekorierter Gang, , gestaffelte Grabkammer) , nicht jedoch die des KV 62
KV 62 ist nicht das Grab eines Pharao. Aber auch nicht das Grab eines Edlen, der im KV hätte gar nicht bestattet werden dürfen. Ich halte KV 62 für das von EJE ursprünglich für sich selber als Pharao geplante Grab, während seiner nur rd. 4 jährigen Regierung, er also nicht die Zeit hatte, ein derartig aufwendiges Grab mit langem Niedergang und mehreren Kammern zu bauen wie andere Pharaonen, die oft über 10, 20 Jahre an ihrem Grab bauen konnten. Eje war im Gegensatz zu anderen Pharaonen bereits ein alter Mann, seine Endlichkeit absehbar.
d.h. Tut ank amun ist zuerst in dem Grab WV 23 bestattet worden und dann nach Fertigstellung des Grabes KV 62 in Geheimaktion dorthin gebracht worden. Und Eje sein Nachfolger selber dann das WW 23 okkupierte .
Begründung für diese Theorie:
- In 40 Tagen nach TEA Tod kann selbst diese kleine Grabanlage TEA mit den damaligen Werkzeugen aus Bronze nicht geschaffen werden. Darum ist die Grabanlage weder für einen Pharao angemessen ausgemalt noch mit Skulpturen bedeckt.
- Die goldenen Schreine waren in der Himmelsrichtung falsch ausgerichtet, mussen erst passend gemacht werden (vergessene Hobelspuren) Alles deutet auf eine große Eile hin und für eine Geheimaktion .
- Die Gebrauchsgegenstände in der Vorkammer waren eher hineingeworfen, als daß sie zum Gebrauch im Jenseits geordnet bereitstehen sollten.
- Als das wichtigste Indiz sehe ich aber die Bemalung in der Sargkammer an, die Mundöffnung des Toten TEA durch Eje. Diese Mundöffnung war nur dem Nachfolger (Nachfolger in spe) erlaubt. Zwischen Tod und Bestattung eines Vorgängers durfte nach ägyptischer Auffassung nicht mehr an dessen Grab gearbeitet werden. (Belügen der Götter) Da aber die Regierungsnachfolge Ejes unklar war, die Regierungsnachfolge auf Anchesen pa Aton, TEA Ehefrau wegen Kinderlosigkeit übergegangen wäre, MUSS dieses Grab KV 62 zu einem Zeitpunkt erstellt worden sein, als EJE bereits Pharao war, also NACH der Grablegung TEA, die Götter also nicht belogen worden sind, denn EJE war ja de fakto der Nachfolger.
Gegen meine Theoriel kann sprechen: das Grab KV 55, umnittelbar gegenüber von KV 62 , ebenfalls unvollendet und ebenfalls in der Manier des Grabes von TEA enthielt einen Holzsarkophag, und einem Goldnetz, beides ebenfalls in der Cloisonne-Arbeit wie der von TEA gebaut wurde und der Mensch / nach anfänglicher Untersuchung der Mumie ein Alter von ca. 20 jahren gehabt hat., darum von Semenchkare ausgegangen wurde.
(was der eher richtigen Einschätzung widerspricht, daß Semenchkare und Nofretete identisch sein sollen. ) aktuell geht man aber davon aus, daß diese Mumie zu einem Mann stammt, der bei seinem Tod um die 60 Jahre alt gewesen ist, es sich dann um Echnaton = Amenophis IV handeln könnte, dessen Sohn dann in der Nähe seines Vaters beerdigt wurde. (KV 62 und KV 55 liegen in unmittelbarer Nähe
(Der o.g. Sarg und das Goldnetz werden aktuell 2010 in Kairo als Sarg Echnatons bezeichnet, die Kartusche mit dem Namen des Bestatteten ist herausgebrochen, was für Echnaton (also Amenophis IV) , zumindest für einen Angehörigen der Ketzer-Familie spricht. .
Andererseits können beide Gräber zeitgleich und als NOT-Grab erstellt worden sein: Vater und Sohn im Tode vereint (auch dann, wenn EJE die Mumie TEA später aus dem Grab entfernt hat und in KV 62 brachte. Dafür, daß KV 55 ebenfalls ein Notgrab war (NACH einer offiziellen Beerdigung 10 Jahre vorher in Amarna – Nachfolge Echnatons durch TEA _ spricht auch, daß in KV 55 keine Ausstattung hat. Ferner gibt es in inmittelbarer Nähe zu KV 62 und KV 55 – also dem „Amarna-Klüngel“ nun seit 2005 das Grab KV 63, das ebenfalls der 18 Dynastie zugeordnet wird. Auf dem freien Platz vor dem KV 62 ist derzeit (2009)dieses Riesenloch für KV 63 gegraben, das Grab sich unterirdisch auch in Richtung KV 62 erstreckt.
Rechts des Grabes TEA = in Richtung Eingang des Tales werden (3/2009) umfangreiche Grabungen am Hang vorgenommen, Auch ist das Geröll aus einer Schlucht von 10 m breite und 5 m Tiefe bis zum Gehweg weggeräumt worden. In der vor aller Augen antike Tongefäße restauriert werden Die ges: Umgebung KV 62, KV 63 und KV 9 sind eine riesige Baustelle.
Generell kann sicher davon ausgegangen werden, daß die Grabbeigaben aus dem KV 62 in erheblichem Maße aus dem Grab einer Königin stammen, und nur für TEA partiell umgearbeitet wurden, sogar die berühmte Maske, bei der nur das Gesicht des Pharao auf einn Haarschmuck gesetzt worden ist (klar erkennbare Lötungen aus Gold) Der Sarkophag selber ist ebenfalls für eine Königin bestimmt gewesen, weil nur Königinnen Göttinen an den 4 Ecken hatten, männliche Pharaonen jedoch nur Schwingen (Haremhabs Sarkophag also der Nachfolger Ejes hat nur diese Schwingen) Bei Ejes (WV-23-Sarg) sind die weiblichen Göttinen abgeschlagen, bei TEA KV 62 aber belassen worden, jedoch die männlischen Schwingen in die Tiefe des Steines nachgearbeitet wurden. .
Zudem sind am Sarkophag Reste der Sonnenscheibe aus früherer Skulptur erkannt worden.
Darum der Sarkophag TeA und EJES aus der Amarna-Periode stammen und da es in der Amarna-Periode nur eine Frau gab, Nofretete, die ggf. als Pharao geherrscht hat, (als Nachfolgerin ihres Mannes, dürfte einer der beiden Särge der der Nofretete sein.
Die Grabbeigaben für TEA sind auch die aus einem Grab für eine Frau, weiche, später nachgearbeitete Gesichtszüge, die sich von anderen Physionomien aus dem Grab unterscheinen, Statuen mit Brüsten aber dem Gesicht TEA
Die Theorien, daß Anchesen pa Aton den Hetiterkönig um einen Gatten bat, weil sie den alten Mann (Eje) nicht heiraten wollte, scheint wohl nach neuster Forschung zugunsten Nofretetes (deren Gatte Echnaton ja ebenfalls gestorben war) erledigt zu sein, andererseits „passen“ Dinge wie Kinderlosigkeit, ggf. auch der Vorwurf Ejes auf Hochverrat als Erpressung zur Heirat eher für Anchesen pa Aton als auf Nofretete, die ja 6 Kinder gehabt hat..
Auch passt die Ermordung des Gatten in spe Zananza, als er als Bräutigam nach Ägypten reisst, wiederum eher auf Anchesen pa Aton. .
Dafür, daß das Grab KV 62 praktisch ohne „Bekanntgabe an die Nachwelt“ errichtet und belegt worden ist, spricht der Umstand, daß der Eingang von KV 62 beim Bau von KV 9 = Ramses IV und V (irrtümlich ? ) verschüttet worden sein soll.
Bewusst verschüttet und zurecht, wenn die Ramessiden glaubten , dort liegt EJE, ein Usurpator und kein Pharao
Bewusst verschüttes und zurecht, wenn man EJE die Berechtigung der Nachfolge, auch aus der Linie eines Ketzers abspricht. (In der Königsliste von Ramses II aus Abydos ist der Name Tuts und Ejes nicht aufgeführt) , wonach also der Nachfolger Amenophis III dann gleich Haremhab wurde.
Aktuell (März 2009) liegt die Mumie TEA in der Vorkammer an der linken Wand unter einem Glassturz, den Kopf zur Treppe, Kopf und Füße sichtbar.
Außerdem wurden in in der Grabkammer hochaufgelöste Fotos der Bemalung gemacht, die so detailliert werden sollen als stünde man mit einer Lupe vor dem Bild.
(da wird es wohl bald einen entsprechenden Bildband geben.
Die Leute schliefen in der leeren Schatzkammer was durch die hohen Absatz in der Vorkammer zur Grabkammer zu erkennen war.
(Alleine die Vorstellung kann einen schon schaudern lassen: nachts in einem Grab zu schlafen, fast Wange an Wange mit dem Pharao.
…. Und vielleicht gibt es doch ein Quäntchen Wahrheit an dem Satz: : Der Tod kommt auf leisen Schwingen zu dem der die Ruhe des Pharao stört….
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Wer Lust hat, kann ja meine Fehler sagen.