Servus!
So ziemlich alles, was Rang und Namen hat bei der Erforschung des sogenannten "Alten Orient", beteiligt sich am wegweisenden ARCANE-Proekt (
ARCANE Project (Associated Regional Chronologies for the Ancient Near East)).
Ziel dieses internationalen und interdisziplinären Projekts ist es, die verschiedenen Chronologien der Kulturen zwischen Anatolien, Persien und Ägypten in Einklang zu bringen. Bislang hatte jede dieser Kulturen ihre eigenen Chronologie, meist festgemacht an einer Kombination von Herrscherdaten/-listen und archäologischen Funden. Zwischen den Kulturen gab es verschiedene Überschneidungen (etwa wenn zwei Herrscher sich gegenseitig bekriegten oder diplomatische Kontakte hatten), doch waren diese Überschneidungen so gering, dass es (zu) oft Unstimmigkeiten gab. Die ägyptischen Königslisten waren oft Dreh- und Angelpunkt auch der Chronologien Altpersiens oder Anatoliens. Da gerade für das Alte und Mittlere Reich aber oft keine exakten Daten vorliegen, konnte es sein, dass Datierungen, die sich auf diese Daten verließen, um bis zu hundert Jahre hin- oder hergingen.
ARCANE will sich nun dieses Problems annehmen. Ziel ist es, am Schluss dieses Projekts für jede der altorientalischen bronzenzeitlichen Kulturen eine möglichst exakte (und unstrittige) Chronolige vorliegen zu haben. Möglicherweise ergeben sich daraus auch neue Erkenntnisse. Vorstellbar wäre etwa, dass ein bislang völlig unbeachteter Pharao plötzlich als einer erscheint, der einen wichtigen Sieg gegen Hethiter, Assyrer oder ähnliche Hochkulturen errungen hat. Auch der Seevölkersturm, Troja, oder die Entstehung mesopotamischer Stadtkulturen könnten nach Abschluss des Projekts in einem neuen Zeitzusammenhang und damit auch in einem neuen Licht erscheinen.
Da das Projekt aber langfristig ausgelegt ist, also mehrere Jahre dauern kann, können wir uns erstmal entspannt zurücklehnen und der Dinge harren, die da auf uns zukommen.
VG
Christian