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04.08.2011, 10:15
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#11 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von dieter Ihr Lieben,
wie wäre es wenn beim Ausbruch von Santorin, der Tsunami sich von dort ausbreitete und natürlich im Auge des Tsunamis, wie bei Hurikanen dort Windstille war und erst in weiterer Entfernung die volle Kraft einsetzte?  | Da ein verheerender Vulkanausbruch Ursache des Tsunamis gewesen sein müsste, kann man von "Ruhe im Auge des Sturms" nicht reden. Ein Tsunami entfaltet seine Zerstörungskraft auch nicht in quasi konzentrischen Kreisen, sondern dort, wo der Untergrund ansteigt. Da ein Tsunami eine stoßartige BEwegung der GESAMTEN WASSERSÄULE darstellt, muss das Wasser bei ansteigendem Untergrund nach oben ausweichen, was die enormen Wellenhöhen erklärt (über tiefem Untergrund ist ein Tsunami zwar schneller, dafür kaum ein paar Zentimeter hoch).
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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04.08.2011, 11:43
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Zitat:
Zitat von dieter Ihr Lieben,
wie wäre es wenn beim Ausbruch von Santorin, der Tsunami sich von dort ausbreitete und natürlich im Auge des Tsunamis, wie bei Hurikanen dort Windstille war und erst in weiterer Entfernung die volle Kraft einsetzte?  | Servus Dieter .
Im Prinzip richtig .
Tsunamis bilden sich durch plötzliche große Wasserverdrängung .
Die Ursachen können unterseeische ( Hebung von scherenden Kontinentalplatten ) oder Hangabrutschungen , Küstenabrutschungen , Vulkanabsprengungen ...sein .
Sie breiten sich , vom Ort der Wasserverdrängung kreisförmig aus .
Bei tiefliegenden Meeresgründen hebt sich die Meeresoberfläche nur einige Meter und beeinträchtigen die Schifffahrt kaum .
Vielleicht meintest Du das , als Vergleich mit der Ruhe im Auge des Tornados ??
Wenn die Verdrängungsenergie ( im Wasser wellenförmig gebunden ) aber auf flachere , weniger tiefe Meeresböden aufläuft dann wird sie jäh abgebremst und es türmen sich die Wassermassen zu hohen Wellen auf .
Aus diesem Grunde sind flachere Küstengebiete am Meisten bedroht .
Anklicken. 
Aus Wikipedia . Urheber : Erniebus . So wie im Nildelta , daß flach und nicht sehr hoch und nur Aufgrund der mitgeschleppten Sedimentablagerungen des Nils entstand .
Daher fand man , bei Grabungen 65. Km. von der Küste entfernt , Ablagerungen des Tsunamis von ca. 1600. v.Chr. .
G.v. Luki.
__________________
Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
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04.08.2011, 14:02
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#13 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von 913Chris Da ein verheerender Vulkanausbruch Ursache des Tsunamis gewesen sein müsste, kann man von "Ruhe im Auge des Sturms" nicht reden. Ein Tsunami entfaltet seine Zerstörungskraft auch nicht in quasi konzentrischen Kreisen, sondern dort, wo der Untergrund ansteigt. Da ein Tsunami eine stoßartige BEwegung der GESAMTEN WASSERSÄULE darstellt, muss das Wasser bei ansteigendem Untergrund nach oben ausweichen, was die enormen Wellenhöhen erklärt (über tiefem Untergrund ist ein Tsunami zwar schneller, dafür kaum ein paar Zentimeter hoch).
VG
Christian | Liebver Christian,
Danke für diese Aufklärung. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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04.08.2011, 22:44
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Zitat:
Zitat von Luki | Danke, Luki, für die Links.
Den ZDF BEricht kenne ich, genau der wird aber unter Geologen kontrovers diskutiert. Unumstritten ist, daß der Vulkanausbruch, der die Caldera bildete, einen heftigen Tsunami auslöste, aber allein die Sprengkraft einer Vulkaneruption sagt ja überhaupt nichts über die Tsunami- Wahrscheinlichkeit aus. Ein Tsunami wird ja durch die Veränderung der Erdkruste ausgelöst, nicht dadurch, mit welcher Heftigkeit die Eruption erfolgt. Diese wiederum ist abhängig von der Gaszusammensetzung im Innern des Vilkans, vom Verhältnis von Kieselsäure und Wasser, was aber nicht unbedingt Auswirkungen auf die Erdkruste haben muss...
Ich habe mehrere Artikel unterschiedlicher Geologen (ich glaube zumindest, daß es unterschiedliche waren) gelesen, die alle zu dem Schluß kamen, daß die Ablagerungen auf Kreta und mögliche Überleiferungen, die die Grundlage für die teilung des Roten Meeres nicht von dem gleichen Tsunami stammen können- es sei denn, dieser sei vor der ägyptischen Küste entstanden.
Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Denn immer neue Untersuchungen bringen immer neue Ergebnisse. Ich erinnere mich noch, wie vor einigen Jahren die Einschätzung der Gewalt der Thera- Explosion deutlich nach unten korrigiert wurde, als sich herausstellte, daß die Vulkanaschepartikel aus grönländischen Eisschichten, die Thera zugeschrieben wurden, von einem Vulkan aus Alaska stammten...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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27.10.2011, 21:34
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#15 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Servus!
Zum angeblich so tödlichen Tsunami nach der Thera-Explosion hat W. Sheppard Baird, ein freiberuflicher Archäologe und Geograph, einige Thesen veröffentlicht, die - um es kurz zu sagen - darauf hinauslaufen, dass die Auswirkungen eines solchen Tsunamis auf die kretische Zivilisation von den ZDF-"Experten" Floyd McCoy, Costas Synolakis und Alexander “Sandy” MacGillivray weit übertrieben sind.
Schon beim Ansehen der Dokumentation kamen ihm Zweifel, ob das geschilderte Szenario so gewesen sein könnte, und er nutzte ein GIS-Tool, das im Internet frei verfügbar ist und von ihm mitentwickelt wurde, um die Aussagen zu überprüfen. Er hat eine Reihe Karten ins Netz gestellt, auf denen zu sehen ist, dass maximal die unmittelbare Küstenlinie Kretas vom Tsunami betroffen gewesen sein kann, aber nicht der Bereich, der die eigentliche Zivilisation beherbergte, nämlich die Städte wie Knossos. Der Tsunami wäre - neben der unmittelbaren Küstenlinie - vor allem in ein Flusstal vorgedrungen, hätte Knossos aber nur in den strandnah gelegenen Bezirken tangiert.
Hier die Links: http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_1.jpg (die grüne Linie ist die Höhe, auf der der Tsunami aufgelaufen wäre, der 2004 auf Sri Lanka traf, die gelbe Linie kennzeichnet das weitest Vordringen des Tsunamis ins Land hinein - allerdings nur, wenn Kreta topographisch Sri Lanka entsprechen würde, was es nicht tut. Genau auf diesem Vergleich mit Sri Lanka beruhen allerdings die ZDF-"Berechnungen" der Schäden, die der Thera-Tsunami auf Kreta angerichtet habe...)
Hier noch die gleichen Karten in immer größerem Maßstab: http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_3.jpg http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_4.jpg http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_5.jpg http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_6.jpg http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_7.jpg
Zu guter Letzt noch einmal die erste Karte, aber diesmal sind die 28m-Höhenlinie (so hoch soll der Thera-Tsunami wahrscheinlich gewesen sein) und die 40m-Höhenlinie (so hoch war der Thera-Tsunami maximal) eingezeichnet: http://www.minoanatlantis.com/pix/Cr...undation_2.jpg
VG
Christian
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27.10.2011, 22:05
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#16 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Vielen Dank für diese Informationen. Das deckt sich ja dann doch mit der Einschätzung anderer Geologen, von denen ich das eine oder andere gelesen habe.
Irgendwie sind Katastrophenszenarien sehr beliebt als Gründe für den Untergang von Zivilisationen, aber manchmal kommt es einem so vor, als würde man heute behaupten, der Ausbruch des Vesuv 79 n Chr. habe zum Untergang des Römischen Reiches vierhundert Jahre später geführt...
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Wilhelm Busch |
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28.10.2011, 00:23
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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Beiträge: 6.625
| Es hatte aber in grauer (vormenschlicher) Vorzeit Tsunamis, die waren ein paar Kilometer hoch und rollten über die Nordsee bis über den Bodensee hinaus.
Und Kawentsmänner hatte man bis vor wenigen Jahren sternhagelvollen Steuermännern angedichtet, bis die Bohrinseln und Satelliten solche Teile alle paar Tage aufzeichneten (und nicht alle paar Jahrtausende).
Da ist m.E. immer ein bisschen Spiel drin ....
LG |
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28.10.2011, 10:07
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#18 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Katastrophen kommen mit Sicherheit häufig vor, und sie treten auch wohl häufiger auf, als man das manchmal wahrhaben möchte.
Ob sie aber gar so oft am Untergang von Zivilisationen beteiligt sind, wie das manche gerne hätten, das wage ich dann doch zu bezweifeln. Intakte Zivilisationen können mit einer Naturkatastrophe umgehen- man denke an den Tsunami von 2004...
Kannst du mir das mit dem Tsunami bis zum Bodensee genauer sagen? Irgendwie tue ich mich ein bißchen schwer mit der Vorstellung, daß so ein Tsunami die ganzen Mittelgebirge überrollt. (Daß Norddeutschland bis zum Sauerland überrollt worden sein soll, das glaube ich unbesehen...)
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Wilhelm Busch |
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21.01.2012, 16:48
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#19 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
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Beiträge: 124
| Eine Frage mal anbei, ab wann ist denn Akrotori wieder zu besichtigen?
Seit Jahren will ich mal nach Santorin und seit dem tödlichen Unfall ist die Ausgrabungsstätte geschlossen. Trotz EU Gelder zum Wiederaufbau läuft dort nichts, weil ein Rechtsstreit immer noch im Gange sein soll. Weiß einer Näheres ?
solon |
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16.02.2012, 18:08
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#20 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Zitat:
Zitat von 913Chris Servus!
Zum angeblich so tödlichen Tsunami nach der Thera-Explosion hat W. Sheppard Baird, (...) einige Thesen veröffentlicht, | Wollte nur noch mal nachschicken, dass Baird seine Webpage mittlerweile aktualisiert hat: The "Sinking Atlantis" Tsunami Myth Debunked
VG
Christian
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