Zitat:
Zitat von AlfredK Doch gab es nichtmal die Vermutungen, die Ägypter wären nach Amerika gekommen? |
Da werden aber zwei meiner Meinung nach gravierende Aspekte übersehen: Es wird immer nur diskutiert, ob die Ägypter, Phönizier etc. technisch in der Lage gewesen wären, eine Überfahrt zu bewerkstelligen. Ausgeklammert werden aber dabei zwei Aspekte:
1) Heyerdahl & Epigonen verfügen über umfassende Kenntnisse des Atlantiks, seiner Strömungsverhältnisse, des Windes und der Küstenverläufe. Sie können ihre Routen also optimal planen, und trotzdem glückten ihre Expeditionen nicht immer. Die antiken Völkerschaften hatten diese Kenntnisse noch nicht, die hätten auf gut Glück segeln müssen. Überhaupt fuhr man in der Antike immer nur an Küstenlinien entlang, selbst im vergleichsweise ruhigen Mittelmeer wagte man sich kaum einmal ins offene Meer hinaus.
2) Wieso sollten antike Völker überhaupt so weit in den Atlantik hinausfahren, dass sie Amerika erreichen könnten? Sie wussten ja nicht, dass da draußen etwas liegt. Kolumbus machte seine Reise auch nur, weil er damit rechnete, dass dort, wo in der Realität Amerika liegt, Asien liegen würde, und die Wikinger "hangelten" sich von Insel zu Insel.
In der frühen Antike jedoch, zu einer Zeit als die Kugelgestalt der Erde noch unbekannt war (das fanden ja erst die Griechen heraus), in den Atlantik hinauszufahren, wäre doch vollkommen bescheuert gewesen. Einzig plausible Erklärung wäre, dass ein Schiff einmal durch einen Sturm bis nach Amerika verschlagen wurde. Aber selbst wenn die Mannschaft das überlebt haben sollte (sie hatte ja wohl kaum Proviant für so eine lange Reise an Bord, und die Schiffe waren doch viel zu instabil für einen atlantischen Sturm), ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sie es bei ihrer Unkenntnis der Strömungsverhältnisse etc. wieder zurückgeschafft hätte.