Das aktuelle Heft
  (ab 27.07. am Kiosk)


Mehr G-Geschichte.de
Aktuelle Ausstellungen Austellungen im internet

Ergebnis 1 bis 6 von 6
  1. #1
    Gesperrt Rang: Großkanzler
    Registriert seit
    20.06.2011
    Ort
    Unterm Dach , buchstäblich
    Beiträge
    1.049

    Wiedervereinigung 1952 ?

    Ich will hier garnichts erreichen und die liebgewonnene Lichtgestalt als Gegener der deutschen Einheit diskreditieren, ich nenne nur Fakten, bin mir natürlich auch darüber im Klaren, dass eine Entscheidung über die sowjetischen Vorschläge nicht am Rhein gefallen wäre. Am Rhein hätten sie zumindest geprüft werden können. Das werfe ich Adenauer vor.


    Andererseits blieb der Mann sich treu, alles das, was irgendwie aus dem Osten kam, und damit meine ich nicht nur Osteuropa sondern auch den Osten Deutschlands, war ihm suspekt.
    Das entspricht natürlich seiner rheinisch-westlich orientierten Anschauung, er als Separatist von rechtswegen wegen Hochverrat 1920 vor ein ordentliches Gericht hätte gestellt werden müssen..
    Für Adenauer war Berlin bereits Sibirien.


    Falsch ist es auch, die Deutschlandpolitik ALLER Nachfolger Stalins unter gleicher Sicht zu sehen.
    Als am nach dem 23.10.1954 die Würfel gefallen waren, war eine mögliche Wiedervereinung auf unabsehbare Zeit nicht möglich und daran trägt Adenauer ein gerüttels Maß Schuld.


    Wiedervereinigung schon 1952 ?

    Hierzu sei auf den Betrag Wikipedia hingewiesen, „Stalin Noten“, der richtig, die kontroverse Sicht beschreibt, die aber im Tenor wohl eher die Aufrichtigkeit Stalins für eine Wiedervereinigung unter Preisgabe der DDR zeigt..
    (übrigens, auch Teile des damaligen Polens, z.B. Stettin und die Grenze der strittigen Glatzer/Lausitzer Neisse z.B. sollte dann wieder Deutschland zugeschlagen werden, )

    Es waren ja nicht nur die Stalin Noten, der Prozess zog sich bis weit in das Jahr 1954 hin, also zwischen den eigentlichen Stalin-Noten und den Vorschlägen seiner Nachfolger unterscheiden muss. Stalin starb im März 1953

    1.) Diese Noten erfolgten zu Lebzeiten Stalins, der offensichtlich an einem Ausgleich mit Deutschland interessiert ist. (Siehe Bemerkung)

    2.) Ein Wiederaufleben der Noten und das Interesse, mit Deutschland zu einem vernünfttigen Friedensvertrag zu kommen erfolgte am 24.5. 1953 nach dem Tode Stalins durch die Regierung der CCCP in einem Prawda-Artikel, in dem eine „koordinierte Deutschlandpolitik mit den Westmächten erklärt wird.

    3.) Am 3.6.1953 (kurz vor dem Aufstand) warnt die KPdSU die SED vor der Weiterführung des starren und scharfen Kurses, als Erneuerung ihrer Warnung v. 15.4.1953

    4.) Am 15.7. wird von der DDR-Regierung (sicher auf Weisung aus Moskau) der Vorschlag gemacht „Deutsche an einen Tisch“ Zeitgleich laden die Westmächte die CCCP für Ende September 1953 zu einer Auaßenministerkonferrenz über die Durchführung freier Wahlen und der Bildung einer gesamtdeutschen Regierung ein.

    5.) 4.8. 1953 Note der CCCP an die Westmächte: nicht 4-Mächte sondern 5 Mächte-Konferrenz unter Teilnahme Chinas : a) Milderung der intrnationalen Spannungen (ist ja nicht verkehrt) und b) Deutsche Frage einschl. der Wiederherstellung der deutschen Einheit und des Friedensvertrages.

    6.) 15.8. Konkretisierung der Note v. 4.8 der CCCP an die Westmächte.

    7.) 2.9. Antwortnote der Westmächte an die CCCP: Die CCCP wird zu einer Vierrer-Konferenz am 15.10.1953 nach Lugano eingeladen, zweck jedoch nur deutsche und die östereichische Frage.

    8.) Es folgen mehrer Notenwechsel zwischen den Westmächten und der CCCP, die anfangs immer noch auf eine 5 Mächte-Konferreunz besteht.

    9.) Am 6.11.1953 ist die CCCP bereit zu einer 4 Mächtekonferrenz, die von der CCCP in Berlin vorgeschlagen wird.
    Dieser Vorschlag wird am

    10. 8.12.1953 angenommen, wobei die Westmächte die CCCP darauf hinweisen, daß die „Politik der Stärke“ fortgesetzt wird, die auf der Konfrreznz auf den Bermudas v. 4. bis 7. Dezember 1953 gegenüber der CCCP festgeschrieben wurde. (Drohgebärden sind immer eine gute Voraussetzung vor einer Konferrenz)


    11. Am 26.12.1953 schläge die CCCP vor, die Konferrenz am 25. Januar 1954 in Berlin begeinnen zu lassen.

    12. Die Konferrenz endet am 18.2. ergebnislos. Grund: die CCCP akzeptiert freie und intrnational kontrollierte Wahlen erst NACH Bildung einer vorläufigen gesamtdeutschen Regierung durch die Parlamente der BRD und der DDR., Erlaß eines Wahlgesetzes durch diese vorläufige Regierung ohne fremde Überwachung , Abzug der Besatzungstruppen VOR !!! der Durchführund dieser Wahlen.
    Als die Westmächte das ablehnen , bietet sie eine Neutralisierung beider Teile Deutschlands aufgrund eines Viermächteabkommens und einen ständigen Interventionsrecht aller ehemaligen Besatzungsmächte bei Verstoß gegen die Neutralität.
    Ferner schlägt sie vor, anstelle der EVG (Europäischen Verteidigungsgemeinschaft) einen europäischen Sicherheitspakt für 50 Jahre zu schaffen, an dem beide Teile Deutschlands beteiligt werden sollen.


    ------------------------------

    Am 7.5.1954 lehnen die Westmächte das Ersuchen der CCCP auf NATO Mitgliedschaft ab

    Am 24.7 wird dieser Antrag dr CCCP zur Aufnahme in die NATO erneut abgelehnt

    Am 4.8.1954 schlägt die CCCP kurzfristig die Einberufung einer Konferrenz zur deutschen Wiedervereinigung vor
    Am 10.9. Antwort an die CCCP, die Westmächte der erneuten Konferrenz nur von der Bereitschaftr der CCCP auf freie gesamtdeutsche Wahlen unter internationaler Aufsicht zustimmen können.

    Am 23.10.1954 richtet die CCCP überraschend eine Note an die Westmächte, wonach sie auch die westlichen Vorschläge (zuerst freie Wahlen) akzeptiert.
    Das war ja bei den vorangegangenen Noten der Knackpunkt gewesen, den die Westmächte als unabdingbar ansahen.
    Am gleichen Tag werden die Verträge von Paris, die Aufnahme Westdeutschlands in das Verteidigungssystem der westlichen Staaten unterzeichnet.

    Damit war der Vorhang gefallen.


    Warum wollten Stalin und später seine Nachfolger die Einbindung der BRD in die NATO verhindern ?

    Sicherlich nicht aus Angst vor einem autarken Deutschland !!! Ein Deutschland mit oder ohne Nato wäre militärisch kein ernst zu nehmender Gegener für die CCCP gewesen (trotz der albernen Rede Adenauers vor dem Bundestag, wonach sich die Sowjetuinion vor einem Angriff auf die BRD „hüten“ müsse)

    Stalin und seine Nachfolger sahen damals m.E. bei dem Abdriften der BRD in den Militärbereich der Westmächte mit der dann folgenden Aufrüstung die Notwendigkeit, dann Entsprechendes auch in der DDR vornehmen zu müssen, Ferner bestand 7 Jahre nach Ende des Krieges die Befürchtung, die BRD konnte sich zusammen mit der NATO in militärische Abenteuer gegen die CCCP stürzen. (Eine Begründung, die so absurd ja nicht war, sehen wir uns die Aktivitäten nach dem Bau der Mauer 1961 an)

    In Bezug auf die freien Wahlen ist der CCCP und auch dem Westen vorzuwerfen, daß beide die wirklichen Auswirkungen freier Wahlen , aus unterschiedlicher Position völlig falsch gedeutet haben.. Beide, der Westen und die CCCP meinten wahrscheinlich, freie Wahlen wären der Garaus für eine kommunsitische Partei in der DDR.
    Das glaube ich nicht. Sowohl in der DDR als auch in der BRD gab 1952 so etwas wie einen Konsens, ähnliches, was sich im 1. Weltkrieg und dann vor und wärend des 2. Weltkrieges gezeigt hat, nie mehr zuzulassen, wirklich einen anderen deutschen Staat aufzubauen., „es“ also nicht anders oder besser machen zu wollen, sonder „es einmal ganz bleiben zu lassen., und stattdessen mal etwas ganz anderes zu machen – Friedenspolitik nämlich .

    Ein Aufeinanderzugehen der beiden Teile Deutschlands schon 1952 hätte sicher einen 17. Juni 1953 verhindert. Und in dem Zusammenhang müssen auch die Aktivitäten der CCCP im Herbst 1953 und im Jahr 1954 gesehen werden, die Sicherung des Friedens (nach dem schrecklichen Aderlass der CCCP zwischen 1941 und 1945) musste oberstes Ziel der CCCP sein..

    Ob nun Adenauer, wie die Protagonisten der westlichen Haltung meinen , wenig Einflussmöglichkeit 1952 hatte, sei dahin gestellt.
    Welche Sanktionen hätten denn die Westmächte gehabe, wäre Adenauer im Alleingang auf die CCCP zugegangen, um Deutschland willen ?
    Militärdiktatur über Deutschland ? Verhaftung der Bundesregierung ?, Auflösung des Parlaments ?
    Antwort

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
    Registriert seit
    13.04.2009
    Ort
    Solms-Albshausen
    Beiträge
    1.288
    Ich hatte auch mal gelesen, Adenauer sei Separatist gewesen. Das hatte micht gegen ihn eingenommen. Jetzt habe ich aber gelesen, er hätte sich nur für die Errichtung eines Westdeutschen Bundeslandes innerhalb der Weimarer Republik eingesetzt.
    rbb Preußen-Chronik | Konrad Adenauer
    Das wäre dann doch kein Separatismus.
    Anrüchig wäre der Zeitpunkt, während der französischen Besatzungszeit.
    Wahrscheinlich hat Adenauers Position zum Saarstatut ihm den Ruf des Separatisten eingebracht. Sie wird im Nachhinein als Unklar bewertet.
    DER SPIEGEL*36/1955 - Adenauer überall
    Letztlich wundere ich mich schon, das er Bundeskanzler werden konnte.

  3. #3
    Gesperrt Rang: Großkanzler
    Registriert seit
    20.06.2011
    Ort
    Unterm Dach , buchstäblich
    Beiträge
    1.049
    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Ich hatte auch mal gelesen, Adenauer sei Separatist gewesen. Das hatte micht gegen ihn eingenommen. Jetzt habe ich aber gelesen, er hätte sich nur für die Errichtung eines Westdeutschen Bundeslandes innerhalb der Weimarer Republik eingesetzt.
    rbb Preußen-Chronik | Konrad Adenauer
    Das wäre dann doch kein Separatismus.
    Anrüchig wäre der Zeitpunkt, während der französischen Besatzungszeit.
    Wahrscheinlich hat Adenauers Position zum Saarstatut ihm den Ruf des Separatisten eingebracht. Sie wird im Nachhinein als Unklar bewertet.
    DER SPIEGEL*36/1955 - Adenauer überall
    Letztlich wundere ich mich schon, das er Bundeskanzler werden konnte.


    Man (die Westalliierten) schätzten Adenauer richtig ein, favorisierten mit ihren nicht unerheblichen Möglichkeiten Adenauer als Kanzler, weil dieser Ihre Interessen in Deutschland besser vertreten konnte als ein Sozialdemokratischer oder "Linker" Kanzler, nichts, die Politik und Haltung Adenauers treffender charakterisiert als der Vorwurf: "Kanzler der Alliiierten"

    Zur Frage der Wahl: diese durch seine eigene Stimmt erfolgt ist, er damit gegen einen ungeschriebenen parlamentarischen Ehrencodex verstieß, sich bei einer Wahl nicht selber zu wählen. (es gab noch einen Abweichler, vond der Opposition was aber nebensächlich ist Es war war seine eigene Stimme, die ihn die Wahl gewinnen ließ, hätte er nicht für sich gestimmt, wäre es ein Patt geworden.



    Zum Separatismus:

    Bei jedem der sog. großen Politiker Deutschlands der Nachkriegszeit – Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl – wird je nach politischem Standort, irgend ein Haar in der Suppe gefunden werden..


    Brandt wird von nicht Wenigen in Deutschland als ein Hochverräter.klassifiziert , nicht zufällig von den gleichen Kreisen, die dieses auch von . Stauffenberg vorwerfen.
    Auch für Adenauer kann dann dieser Vorwurf gelten.

    Brandt als Kurier unter Lebensgefahr, beging Hochverrat gegenüber den Nazis, Adenauer als rheinischer Separatist gegenüber der Weimarer Republick. Alleine aber schon durch den Adressaten der Handlung ist Brandt ein Vorbild , Adenauer eigentlich diskreditiert.
    Googeln unter „Rheinische Republik“ dort ist Adenauers fragwürdig Haltung beschrieben.
    Zwar keine Loslösung von Deutschland, aber eine Loslösung von Preußen, was natürlich einen „himmelweiten Unterschied“ für Rechtsfanatiker macht, Adenauer vom „bösen Geist des Ostens“ spricht.


    Unter Hochverrat § 81 STGB wird ja u.a. verstanden, die verfassungsmäßige Ordnung des Staates durch Handlungen zur verändern , also nicht nur Kriegshandlungen gegenüber dem eigenen Staat oder die Ermordung des Staatsoberhauptes. .


    Bei genauer Betrachtung durch Rechtsfanatiker erfüllt auch die einseitige Ausrichtung der Westintegration Deutschlands durch Adenauer den Tatbestand des Hochverrates. Der Westintegration halber der Verzicht auf die mögliche deutsche Einheit schon früher.


    Adenauer ist sich also zeitlebens treu geblieben: kein Sachsen, kein Thüringen, kein Pommern und letztlich auch kein Schlesien.


    Adenauer vom Vorwurf des Hochverrates darum freizusprechen, weil es vor der Westintegration keine verfassungsmäßige Ordnung für Deutschland gab, steht auf tönernen Beinen, weil sich die BRD als Nachfolgestaat des 3. Reiches gesehen hat und die Grundsätze der Gerichtrsbarkeit aus Weimar nach wie vor galten. Das hat nichts damit zutun, dass das GG vor der Wahl Adenauers berabschiedes wurde.
    Außerdem enthält die Eidesformel „Schaden von Deutschland zu wehren, seinen Nutzen mehren uswe…..ausreichende, aber natürlich auch interpretierbare Gründe für die Verpflichtung .

    Auch war Adenauers Demokratieverständnis sicher nicht so wie bei Brandt.

    Für sehr fragwürdig halte ich das Vorgehen Adenauers in der Sache Bundesstimmrecht für die Westberliner, er es über den französischen Westalliierten einfädelte, dass die Westberliner kein Stimmrecht in der BRD erhalten.
    Das natürlich nicht uneigennützig, der relativ hohe SPD-Stimmanteil im damaligen Westberlin hätte seine Kanzlerschaft sehr gefährden können.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
    Registriert seit
    31.01.2008
    Ort
    Ingolstadt
    Beiträge
    9.236
    Zitat Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
    Für sehr fragwürdig halte ich das Vorgehen Adenauers in der Sache Bundesstimmrecht für die Westberliner, er es über den französischen Westalliierten einfädelte, dass die Westberliner kein Stimmrecht in der BRD erhalten.
    Das natürlich nicht uneigennützig, der relativ hohe SPD-Stimmanteil im damaligen Westberlin hätte seine Kanzlerschaft sehr gefährden können.
    Inwiefern soll da Adenauer die Hände im Spiel gehabt haben? Es wäre doch in seinem Interesse gewesen, wenn die WestberlinerBundesbürger auch per Stimmrecht geworden wären, um so deutlicher hätte er den bundesdeutschen Anspruch auf Westberlin erheben können.
    So weit ich weiß, waren es die Alliierten, die den Westberlinern den Sonderstatus erhalten haben, und zwar deswegen, weil die Sowjets was dagegen hatten, Westberlin zu eindeutig der BRD zuzuordnen. Wenn es nach den Sowjets gegangen wäre, hätten in Westberlin alleine die Westalliierten was zu sagen gehabt...oder noch besser, alle Alliierten gemeinsam, inklusive der Sowjets.

    VG
    Christian

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
    Registriert seit
    01.08.2010
    Beiträge
    593
    Zitat Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
    Ich will hier garnichts erreichen und die liebgewonnene Lichtgestalt als Gegener der deutschen Einheit diskreditieren, ich nenne nur Fakten, bin mir natürlich auch darüber im Klaren, dass eine Entscheidung über die sowjetischen Vorschläge nicht am Rhein gefallen wäre. Am Rhein hätten sie zumindest geprüft werden können. Das werfe ich Adenauer vor.


    Andererseits blieb der Mann sich treu, alles das, was irgendwie aus dem Osten kam, und damit meine ich nicht nur Osteuropa sondern auch den Osten Deutschlands, war ihm suspekt.
    Das entspricht natürlich seiner rheinisch-westlich orientierten Anschauung, er als Separatist von rechtswegen wegen Hochverrat 1920 vor ein ordentliches Gericht hätte gestellt werden müssen..
    Für Adenauer war Berlin bereits Sibirien.


    Falsch ist es auch, die Deutschlandpolitik ALLER Nachfolger Stalins unter gleicher Sicht zu sehen.
    Als am nach dem 23.10.1954 die Würfel gefallen waren, war eine mögliche Wiedervereinung auf unabsehbare Zeit nicht möglich und daran trägt Adenauer ein gerüttels Maß Schuld.


    Wiedervereinigung schon 1952 ?

    Hierzu sei auf den Betrag Wikipedia hingewiesen, „Stalin Noten“, der richtig, die kontroverse Sicht beschreibt, die aber im Tenor wohl eher die Aufrichtigkeit Stalins für eine Wiedervereinigung unter Preisgabe der DDR zeigt..
    (übrigens, auch Teile des damaligen Polens, z.B. Stettin und die Grenze der strittigen Glatzer/Lausitzer Neisse z.B. sollte dann wieder Deutschland zugeschlagen werden, )

    Es waren ja nicht nur die Stalin Noten, der Prozess zog sich bis weit in das Jahr 1954 hin, also zwischen den eigentlichen Stalin-Noten und den Vorschlägen seiner Nachfolger unterscheiden muss. Stalin starb im März 1953

    1.) Diese Noten erfolgten zu Lebzeiten Stalins, der offensichtlich an einem Ausgleich mit Deutschland interessiert ist. (Siehe Bemerkung)

    2.) Ein Wiederaufleben der Noten und das Interesse, mit Deutschland zu einem vernünfttigen Friedensvertrag zu kommen erfolgte am 24.5. 1953 nach dem Tode Stalins durch die Regierung der CCCP in einem Prawda-Artikel, in dem eine „koordinierte Deutschlandpolitik mit den Westmächten erklärt wird.

    3.) Am 3.6.1953 (kurz vor dem Aufstand) warnt die KPdSU die SED vor der Weiterführung des starren und scharfen Kurses, als Erneuerung ihrer Warnung v. 15.4.1953

    4.) Am 15.7. wird von der DDR-Regierung (sicher auf Weisung aus Moskau) der Vorschlag gemacht „Deutsche an einen Tisch“ Zeitgleich laden die Westmächte die CCCP für Ende September 1953 zu einer Auaßenministerkonferrenz über die Durchführung freier Wahlen und der Bildung einer gesamtdeutschen Regierung ein.

    5.) 4.8. 1953 Note der CCCP an die Westmächte: nicht 4-Mächte sondern 5 Mächte-Konferrenz unter Teilnahme Chinas : a) Milderung der intrnationalen Spannungen (ist ja nicht verkehrt) und b) Deutsche Frage einschl. der Wiederherstellung der deutschen Einheit und des Friedensvertrages.

    6.) 15.8. Konkretisierung der Note v. 4.8 der CCCP an die Westmächte.

    7.) 2.9. Antwortnote der Westmächte an die CCCP: Die CCCP wird zu einer Vierrer-Konferenz am 15.10.1953 nach Lugano eingeladen, zweck jedoch nur deutsche und die östereichische Frage.

    8.) Es folgen mehrer Notenwechsel zwischen den Westmächten und der CCCP, die anfangs immer noch auf eine 5 Mächte-Konferreunz besteht.

    9.) Am 6.11.1953 ist die CCCP bereit zu einer 4 Mächtekonferrenz, die von der CCCP in Berlin vorgeschlagen wird.
    Dieser Vorschlag wird am

    10. 8.12.1953 angenommen, wobei die Westmächte die CCCP darauf hinweisen, daß die „Politik der Stärke“ fortgesetzt wird, die auf der Konfrreznz auf den Bermudas v. 4. bis 7. Dezember 1953 gegenüber der CCCP festgeschrieben wurde. (Drohgebärden sind immer eine gute Voraussetzung vor einer Konferrenz)


    11. Am 26.12.1953 schläge die CCCP vor, die Konferrenz am 25. Januar 1954 in Berlin begeinnen zu lassen.

    12. Die Konferrenz endet am 18.2. ergebnislos. Grund: die CCCP akzeptiert freie und intrnational kontrollierte Wahlen erst NACH Bildung einer vorläufigen gesamtdeutschen Regierung durch die Parlamente der BRD und der DDR., Erlaß eines Wahlgesetzes durch diese vorläufige Regierung ohne fremde Überwachung , Abzug der Besatzungstruppen VOR !!! der Durchführund dieser Wahlen.
    Als die Westmächte das ablehnen , bietet sie eine Neutralisierung beider Teile Deutschlands aufgrund eines Viermächteabkommens und einen ständigen Interventionsrecht aller ehemaligen Besatzungsmächte bei Verstoß gegen die Neutralität.
    Ferner schlägt sie vor, anstelle der EVG (Europäischen Verteidigungsgemeinschaft) einen europäischen Sicherheitspakt für 50 Jahre zu schaffen, an dem beide Teile Deutschlands beteiligt werden sollen.


    ------------------------------

    Am 7.5.1954 lehnen die Westmächte das Ersuchen der CCCP auf NATO Mitgliedschaft ab

    Am 24.7 wird dieser Antrag dr CCCP zur Aufnahme in die NATO erneut abgelehnt

    Am 4.8.1954 schlägt die CCCP kurzfristig die Einberufung einer Konferrenz zur deutschen Wiedervereinigung vor
    Am 10.9. Antwort an die CCCP, die Westmächte der erneuten Konferrenz nur von der Bereitschaftr der CCCP auf freie gesamtdeutsche Wahlen unter internationaler Aufsicht zustimmen können.

    Am 23.10.1954 richtet die CCCP überraschend eine Note an die Westmächte, wonach sie auch die westlichen Vorschläge (zuerst freie Wahlen) akzeptiert.
    Das war ja bei den vorangegangenen Noten der Knackpunkt gewesen, den die Westmächte als unabdingbar ansahen.
    Am gleichen Tag werden die Verträge von Paris, die Aufnahme Westdeutschlands in das Verteidigungssystem der westlichen Staaten unterzeichnet.

    Damit war der Vorhang gefallen.


    Warum wollten Stalin und später seine Nachfolger die Einbindung der BRD in die NATO verhindern ?

    Sicherlich nicht aus Angst vor einem autarken Deutschland !!! Ein Deutschland mit oder ohne Nato wäre militärisch kein ernst zu nehmender Gegener für die CCCP gewesen (trotz der albernen Rede Adenauers vor dem Bundestag, wonach sich die Sowjetuinion vor einem Angriff auf die BRD „hüten“ müsse)

    Stalin und seine Nachfolger sahen damals m.E. bei dem Abdriften der BRD in den Militärbereich der Westmächte mit der dann folgenden Aufrüstung die Notwendigkeit, dann Entsprechendes auch in der DDR vornehmen zu müssen, Ferner bestand 7 Jahre nach Ende des Krieges die Befürchtung, die BRD konnte sich zusammen mit der NATO in militärische Abenteuer gegen die CCCP stürzen. (Eine Begründung, die so absurd ja nicht war, sehen wir uns die Aktivitäten nach dem Bau der Mauer 1961 an)

    In Bezug auf die freien Wahlen ist der CCCP und auch dem Westen vorzuwerfen, daß beide die wirklichen Auswirkungen freier Wahlen , aus unterschiedlicher Position völlig falsch gedeutet haben.. Beide, der Westen und die CCCP meinten wahrscheinlich, freie Wahlen wären der Garaus für eine kommunsitische Partei in der DDR.
    Das glaube ich nicht. Sowohl in der DDR als auch in der BRD gab 1952 so etwas wie einen Konsens, ähnliches, was sich im 1. Weltkrieg und dann vor und wärend des 2. Weltkrieges gezeigt hat, nie mehr zuzulassen, wirklich einen anderen deutschen Staat aufzubauen., „es“ also nicht anders oder besser machen zu wollen, sonder „es einmal ganz bleiben zu lassen., und stattdessen mal etwas ganz anderes zu machen – Friedenspolitik nämlich .

    Ein Aufeinanderzugehen der beiden Teile Deutschlands schon 1952 hätte sicher einen 17. Juni 1953 verhindert. Und in dem Zusammenhang müssen auch die Aktivitäten der CCCP im Herbst 1953 und im Jahr 1954 gesehen werden, die Sicherung des Friedens (nach dem schrecklichen Aderlass der CCCP zwischen 1941 und 1945) musste oberstes Ziel der CCCP sein..

    Ob nun Adenauer, wie die Protagonisten der westlichen Haltung meinen , wenig Einflussmöglichkeit 1952 hatte, sei dahin gestellt.
    Welche Sanktionen hätten denn die Westmächte gehabe, wäre Adenauer im Alleingang auf die CCCP zugegangen, um Deutschland willen ?
    Militärdiktatur über Deutschland ? Verhaftung der Bundesregierung ?, Auflösung des Parlaments ?
    Antwort
    Als die Vertragswerke von Bonn und Paris unterzeichnet wurden, war noch keineswegs sicher, ob sie auch tatsächlich ratifiziert werden würden. Sowohl in der Bundesrepublik als auch in Frankreich hatte es bis unmittelbar vor der Unterzeichnung der Verträge Bedenken, Widerstände und Vorbehalte gegen das vereinbarte Arrangment gegeben; und dann lag seit dem 10.März 1952 ein Verhandlungsangebot auf dem Tisch, von dem viele meinten, es eröffne die Aussicht auf eine Alternative zu den ungeliebten Verträgen: Stalins Vorschlag einer Neutralisierung Deutschlands. Wie wir wissen, kam diese Alternative nicht zum Zuge.
    Erst einmal war die sowjetische Reaktion auf alliierte Truppen ja nur die Forderung nach einem "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat". Erst der Bundestag (einschließlich Opposition) forderte daraufhin gesamtdeutsche Wahlen, die nach Drängen der Sowjetunion die Alliierten und nicht die UN beaufsichtigen solten. Ich zitiere hinsichtlich der Notenkampange Stalins mal Hermann Graml: "Die Notenkampange sollte (...) offenbar die Initiative im Propagandakrieg zurückgewinnen und hinter dem Schirm einer Schuldzuweisung an den Westen die Stabilisierung- nicht zuletzt militärische Stabilisierung- der DDR als Glied des Ostblocks erleichtern. Außerdem sollte sie den westlichen Gegnern der westeuropäischen Integrationspolitik Argumente liefern."

  6. #6
    Gesperrt Rang: Großkanzler
    Registriert seit
    20.06.2011
    Ort
    Unterm Dach , buchstäblich
    Beiträge
    1.049
    Die Widerstände in Frankreich lagen wohl mehr in seiner ursprünglichen Intension, die EVG zu schaffen, also eine Verteidigungsgemeinschaft in Europa unter französicher Führung anstatt einer panatlantischen unter Führung der USA , de Gaule auch später nie ein Hehl daraus gemacht hat, was favorisiert war.
    Die Aussöhnung mit Deutschland (mit EVG, oder Nato oder Neutralität) wäre in jedem Fall gekommen.

    Ihre Hinweis auf das Jahr 1952 und auf die "reinen Stalinnoten" zeigt mir dass Sie die Noten, die wichtigeren Noten nach dem Tod Stalins nicht werten.
    Gerade diese Noten nach dem Tod Stalins sind die wichtigeren.

    Die Noten Stalins waren von einer , aufgrund des Vernichungskrieges Deutschlands gegen die UdSSR ja von nicht unverständlichen Angst getragen, ein starkes Deutschkland, das es nach Stalins Einschätzung wieder werden würde, an der Seite antikommunistisch eingestellter anderer Staaten in Westeuropa zu sehen .
    Die Unnachgiebigkeit Stalin zu Lebzeiten, seine mangelnde Bereitschaft zu einem Kompromiss töricht..Was dan auch von seinen Nachfolgern gesehen wurde.

    Seine Nachfolger waren da realistischer und sind schrittweise den von den ehemaligen Alliierten geforderten Voraussetzungen entgegen gekommen.
    Bis hin zur Frage der Freien Wahlen.

    Darum dürfen nicht nur die eigentlichen Stalin-Noten als Maßstab für die Bereitschaft der UdSSR für eine Wiedervereinigung gesehen werden.

Ähnliche Themen

  1. Die Wiedervereinigung in Erlebnissen
    Von Talley im Forum BRD und DDR
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 26.12.2008, 13:52

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •