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Tags: 1961, berlin, oktober

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Alt 18.10.2011, 12:13   #1 (permalink)
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Berlin, Oktober 1961 Höchste Gefahr für den Weltfrieden

In diesen Tagen jährt es sich zum 50. mal, dass am Checkpoint Charlie die Panzer einander entgegenstanden.
Dass General Clay im US-Konvoi Ostzonen-Flüchtlinge aus der Exklave Steinstücken holte.
Dass US-Militärpolizisten mit durchgeladenen und entsicherten Gewehren als Geleitschutz für US-Diplomaten in Ostberlin unterwegs waren.

Chruschtschow testete durch laufenden weiter erhöhten Druck den neuen US-Präsidenten Kennedy.

Punkte über die ich hier gerne diskutieren würde.
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Alt 18.10.2011, 12:44   #2 (permalink)
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Zum Mauerbau und der heißesten Phase des Kalten Kriegs kann man Vieles diskutieren. Ich glaube nicht, dass Chruschtschow Kennedy nur testete, er wollte wirklich die UDSSR als Weltmacht Nr.1 etablieren und sah sich auf bestem Weg dahin.

Die Situation in Berlin muss man im Kontext sehen, damals war die UDSSR nicht der rückständige und marode Staat, den wir nach der "Bleiernen Zeit" kennen. Sputnik, Gagarin, H-Bombe, Kuba und Chruschtschow versprach, die USA binnen kurzer Zeit auch im Lebensstandard hinter sich zu lassen. Die UDSSR war auf der Überholspur und die Abschottung gegen den Westen hatte sicher nicht nur negative Motive.
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Alt 18.10.2011, 16:31   #3 (permalink)
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Die UdSSR ist wie unser Weltall oder unsere Sonne, sie dehnte sich zuerst infolge des WKII aus, um dann wieder in sich zusammen zu fallen. Deshalb auch die vielen Nachfolgestaaten der SU. Sogar die DDR wurde als der zehntgrößte Industriestaat angesehen.
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Geändert von dieter (19.10.2011 um 09:31 Uhr).
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Alt 18.10.2011, 17:20   #4 (permalink)
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Zitat:
Zitat von dieter Beitrag anzeigen
Die UdSSR ist wie unser Weltall oder unsere Sonne, sie dehnte sich zuerst infolge des WKII aus, um dann wieder in sich zusammen zu fallen. Deshalb auch die vielen Nachfolgestaatenn der SU. Sogar die DDR wurde als der zehntgrößte Industriestaat angesehen.
Sie sind nicht auf der Höhe des neusten Standes der Forschung, siehe Nobelpreis für Physik 2011 das Weltall dehnt sich nur aus, kontraktiert nicht, was Ihr Kentnisstand offensichtlich noch imemr ist .
Hätte ich Ihnen garnicht geschrieben , hätten Sie nicht den etwas dümmlichen Eingangssatz gebracht.
Und was haben Ihre Weisheiten nun mit dem Oktober 1961 zutun ?


Das, was dort am Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße in Berlin passiert ist, war Ausdruck einer von der BRD (Springerpresse, Adenauer) inszinieren Massenhysterie, „den Russen mal ordentlich was auf Maul zu hauen“ Mit dem Panzeraufmarsch hatten ja die Amerikaner angefangen , auf ihr sog. Recht aus Viermächtestatus pochend.
Die Drohgebärden der Amerikaner waren viel mehr als nur Drohgebärden. Es war die Verabschiedung vom 4 Mächtestatus Berlins. Spätestens Ende Oktober 1961 ist es allen Scharfmachern in der BRD klar geworden, die 3 Westmächte hatten sich mit der CCCP arrangiert, und würden nicht mehr dem Andern dreinreden.
Keiner der Beteiligten hatte ein Interesse an Konfrontation . Beide durften nicht ihr Gesicht verlieren: Die Amerikaner gegenüber ihrem Vasallen, der BRD und Chustchew gegenüber den Hardlinern im Kreml
Und so kam es zu dieser weisen Entscheidung des Kreml-Chefs, die Panzer nicht abzuziehen, was einem Gesichtsverlust gleichgekommen wäre , die Panzer lediglich außer Sichtweite der Mauer zu bringen.


Warum wusste denn die DDR Bescheid, dass die US-Panzer die Mauer nicht einreißen würden ?
Ganz klar durch die Haltung jendes Grenzsoldaten, der seelenruhig stehen bleibt, als der M 48 direkt an der Grenzlinie abbremnst., wenige Meter vor ihm, die Filmsequnezen hierzu beweisen es.


Der Versuch eines Einreißens der Mauer hätte wahrscheinlich auch nicht zu einem Krieg zwischen den USA und der CCCP geführt, dafür war die GSSD verglichen mit den Kontingenten der USA in Berlin zu stark. Die GSSD hätte die Amerikaner auf deren Sektorengrenze zurückgekämpft, mehr nicht.
Bedroht waren in Berlin keine Lebensinteressen der USA , anders als in Kuba.




Der Bau der Mauer war dann auch Ulbrichts Cannae, weil dieser es nicht verstanden hat, nach dem Tod Stalins seiner Bevölkerung eine Perspektive zu schaffen und die Massenflucht einzudämmen.



@triton

nun gehöre ich sicher nicht zu den massiven Kritikern der CCCP , aber ein Erreichen des Lebensstands der USA durch die CCCP, gar ein Überflügeln gehört doch in den Bereich der Wunschvostellung, wenn wir nach westlichem Denken vorgehen.
Wer sich allerdings den Lebensstandard der USA als Traumziel, als ewig seeligmachende Offenbarung sieht, der verkennt, dass zum Lebensstandard auch Kultur für ALLE gehört und nicht nur für einige Auserwählte.
Dann allerdings überflügelte die CCCP die USA schon lange vor 1961
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Alt 18.10.2011, 19:12   #5 (permalink)
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Kennedy wollte schlicht Ruhe in Berlin.
Zuvor hat er auf Kuba, Schweinebucht, voll ins Klo gegriffen.
In Wien hat er dann Chruschtschow zugesichert, dass er in "seinem" Teil Deutschlands tun und machen kann, was er für richtig hält. 4-Mächte-Status von Berlin muss bleiben, und die freien Zugänge von Westdeutschland her. Im übrigen soll er tun was er für nötig hält.
Womit er definitiv US-Zusicherungen der BRD gegenüber von Anfang der 50erjahre die Wiedervereinigung betreffend gebrochen hat.
Man beachte Stalins Deutschland-Initiative, die nur deshalb von der BRD so lässig zurückgewiesen werden konnte.

Kennedy war zdZ frisch gewählt, und wenn man so will, "Weltpolitischer-Lehrling".
Chruschtschow hat dies voll ausgenützt, und Kennedy das ganze Jahr 1961 laufend "vorgeführt".
Suebe ist offline  
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Alt 19.10.2011, 09:33   #6 (permalink)
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Lieber Suebe,
so isses.
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Alt 19.10.2011, 11:31   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
.
Womit er definitiv US-Zusicherungen der BRD gegenüber von Anfang der 50erjahre die Wiedervereinigung betreffend gebrochen hat.
Man beachte Stalins Deutschland-Initiative, die nur deshalb von der BRD so lässig zurückgewiesen werden konnte.

rgeführt".
Sie wissen hoffentlich, dass Sie sich mit Ihrer Meinung zur Stalin-Note aus 1952 und der Handhabung AUCH !! durch die BRD hier bei einigen usern auf empörten Widerstand stoßen (siehe Thema "Wiedervereinigung schon 1952 " ?
Auch wird sofort ein Weltuntergangsszenario an die Wand gemalt , rutscht einem der Name Stalin heraus.
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Alt 19.10.2011, 20:13   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
Sie wissen hoffentlich, dass Sie sich mit Ihrer Meinung zur Stalin-Note aus 1952 und der Handhabung AUCH !! durch die BRD hier bei einigen usern auf empörten Widerstand stoßen (siehe Thema "Wiedervereinigung schon 1952 " ?
Auch wird sofort ein Weltuntergangsszenario an die Wand gemalt , rutscht einem der Name Stalin heraus.
Hoi, Siezt man sich hier?
also mir persönlich ist es lieber man duzt mich.

Die Stalin-Note ist ein anderes Thema. Ein allerdings sehr interessantes.
Müssen wir uns auch mal darüber unterhalten.

Kennedys zeitweilige Preisgabe der Wiedervereinigungsoption hat zu ganz erheblicher Irritation in Deutschland und insbesondere in Berlin geführt.
Mit ein Grund, dass die deutsch-franz. Freundschaft in der Zeit richtig Power bekam. De Gaulle hat diese Irritationen genutzt.

Im Herbst hat Kennedy dann umgeschalten, Szenarien durchspielen lassen mit Atomschlägen auf die Sowjetrüstung, es berührt einen seltsam, wenn man heute davon liest, dass 1961 das sowjetische Atomarsenal geschätzt mit der Inkaufnahme von 2-4 Millionen Toten zu erkaufen gewesen sein soll.

Als Chruschtschow 1962 Kuba als Raketenbasis ausbauen wollte, ist im ein anderer Kennedy entgegengetreten.
Seinen Berlinbesuch 1963 "Ich bin ein Berliner" hat er dann wohl selbst als Höhepunkt seiner Karriere gesehen.
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Alt 19.10.2011, 22:35   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
Seinen Berlinbesuch 1963 "Ich bin ein Berliner" hat er dann wohl selbst als Höhepunkt seiner Karriere gesehen.
Glaube ich gar nicht. Ihm waren die unreflektierten Jubelstürme der deutschen Bevölkerung eher suspekt, er verglich sie sogar mit der extatischen Begeisterung im 3.Reich.

Zu Beginn der 60er Jahre waren die USA in Gefahr, gegenüber der UDSSR ins Hintertreffen zu geraten. Das passte nicht ins amerikanische Selbstverständnis und deshalb wurde wohl gerade Westdeutschland als wichtiger Bündnispartner gesehen und aufgebaut. Rein strategisch hätte man es sich locker erlauben können, die BRD nur mit Besatzungstruppen auszustatten statt mit Kampftruppen. Einen Angriff der UDSSR verhinderte allein schon das Atomwaffenarsenal wirkungsvoller als jede konventionelle Armee.

Um die UDSSR zu schwächen, nicht aus Liebe zur BRD, wurde der Truppenstandort Deutschland hochgepäppelt. Kennedy wusste, dass die Rote-Armee-Truppen, die in der DDR gebunden waren, Elitetruppen sein mussten und deshalb Chruschtschows Blick weg von anderen Schauplätzen lenkten.
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Alt 19.10.2011, 22:40   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Triton Beitrag anzeigen
...
Zu Beginn der 60er Jahre waren die USA in Gefahr, gegenüber der UDSSR ins Hintertreffen zu geraten.
...
Also, wenn das damals common sense war, dann Hut ab vor den Kommunikationserfolgen der UdSSR.


Abgesehen von Errungenschaften anderer in Punktdisziplinen seh' ich die USA bisher in jedem Zeitabschnitt vorn, aber nicht nur im Verhältnis 1:2 oder 1:10.




LG
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