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20.12.2011, 19:29
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Polizeistaat BRD? Polizeistaat BRD?
Persönliches Stimmungsbild vom Anfang der 70er
Es war in einer Aprilnacht des Jahres 1971. Ich hatte eine Exkursion ins Parteilokal der Judos unternommen.
Vielleicht sollte man noch einfügen, dass die Judos damals, zumindest bei uns, ein paar recht kluge Köpfe hatten, und die Diskussionen recht lebhaft verlaufen sind. Außerdem konnte man die mit der braunen Vergangenheit ihrer Ex-Spitze immer so schön frotzeln.
Soviel der Vorrede.
Zusammen mit einem damaligen Freund (heute Rollstuhlfahrer) war ich auf dem Heimweg, Man war fröhlich, natürlich auch angetrunken und erging sich im zu der Zeit in unseren Kreisen aktuellen Liedgut. Wir verrichteten im Stadtpark unsere Notdurft in einen Busch und sangen dabei die Internationale. (leeres Wort, der Armen Rechte…) Es kam eine „Polizeistreife zu Fuss“, vermutlich die einzige der ich jemals begegnet bin, man nahm das gesetzlich vorgeschriebene Ärgernis, die Nachtruhestörung war eh unüberhörbar gewesen.
Die beiden Polizisten, ein sehr junger und ein sehr alter, machten nicht lange rum, als Straßmaß wurden uns jedem 10 DM aufgebrummt, zu bezahlen am Montagabend 18 Uhr auf der Wache.
Eine immense Strafhöhe, solche Delikte bekam man ansonsten für 1-2 DM. ( Ich hatte den leisen Verdacht, dass der „Westerwald“ oder „Boomben auf Engeland“ ein wesentlich verständnisvolleres Strafmass gefunden hätten)
Darüber, und über den Zeitpunkt der Bezahlung entwickelte sich eine Diskussion, die der ältere Polizist plötzlich mit Ohrfeigen beendete. Zuerst ohrfeigte er meinen Freund, dann als ich lautstark seine Dienstnummer verlangte, damals durfte man einen Polizisten nicht nach seinem Namen fragen, ohrfeigte er auch mich. Wenn ich mich richtig erinnere, jeden um die zehnmal.
Meine Gefühle in dem Moment sind schwer zu beschreiben, Zorn, unglaubliche Wut, aber vorherrschend Schock. Bei aller Kritik die man sich erlaubte, lebte man doch in einem Staat hinter dem man stand, die freiheitlich demokratische Grundordnung war doch außerhalb jeder Diskussion. Und dann das.
Es war ja so, dass ich damals durchaus Demoerfahren war, nie in der ersten Reihe, aber immerhin. Das war aber etwas völlig anderes, klare Feind-Freund Verhältnisse.
Man wusste, was zu erwarten war.
Hier jedoch, die Polizei, dein Freund und Helfer verprügelt zwei 19jährige die auf dem Heimweg waren.
Wir wurden festgenommen, und mussten mit zur Wache.
Rein zur Tür, lautstark „wir wollen Anzeige erstatten“ Körperverletzung durch einen Polizisten.
Dort war man der Situation gewachsen. Der Ohrfeigenspender und sein Kollege wurden sofort weggeschafft und traten nicht mehr in Erscheinung. Wir wurden um Verständnis für den älteren Kollegen gebeten, und schließlich traf man ein „Gentleman-Aggrement“ keine Anzeige wegen Körperverletzung, keine Nachtruhestörung und Erregung öffentlichen Ärgernisses.
So weit so gut.
Nun aber beging ich einen Fehler.
Mein Bekannter war klüger, er hielt sich zurück, aber ich habe den Herrn der Staatsgewalt einen Vortrag über Bürgerrechte und Grundgesetz gehalten, der es in sich hatte.
Ich war 19, stocksauer und politisch sehr engagiert.
Schließlich wurde ich aber fertig, und wir gingen nach Hause.
In den nächsten Wochen hat man mir dann beigebracht, wen ich da geärgert hatte.
Verkehrskontrolle, kein Führerschein dabei, nach Hause laufen, Führerschein holen, zur Wache dort den Führerschein vorzeigen, damit ich den Autoschlüssel wiederbekam. Zum Auto latschen….
Abends in der Stadt mit einem Mädchen zum Autofenster raus unterhalten, Polente fährt vor, Kontrolle, „Herr ….., woher kenne ich sie?“ weiß doch ich nicht „stellen sie den Wagen rechts ran, kommen sie zur Wache“, dort „jetzt weiß ich wieder woher ich sie kenne, von dem Theater mit dem Kollegen X vor zwei Wochen“. Konnte ich wieder zur Karre latschen
Keine Ahnung was das Mädchen von mir dachte, aber bestimmt nichts Gutes.
Dann der Knaller:
Freitag Vormittag, Mathesestunde, der Direx kommt, holt mich raus, draußen ein Herr von der Kriminalpolizei. Zeugenvernehmung, ich kannte flüchtig einen, der seinen Arbeitgeber kräftig bestohlen hatte. (Als die Sache hoch kam, war er ein paar Wochen untergetaucht, die Suche seiner Eltern hatte ich mitbekommen) Zur Aufklärung konnte ich nichts beitragen, aber hinterher zum Direx, zum Klassenlehrer, zum Matheselehrer, allen verdeutlichen, dass ich nichts, aber auch gar nichts ausgefressen hatte.
Der Direx kannte meinen Papa aus diversen Gesprächen über den missratenen Sprössling, der hat die „Polizeiprobleme“ dann meinem alten Herrn gesteckt.
Mein Vater hat die „Hetzjagd“ mit einem Telefonat beendet, kein Schimmer ob NSKK- oder Feldgraue-Schiene.
Meine damaligen Kumpels wissen bis heute nichts von dieser väterlichen Intervention. |
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20.12.2011, 19:47
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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Beiträge: 879
| Zitat:
Zitat von Suebe Zusammen mit einem damaligen Freund (heute Rollstuhlfahrer)... | Alter Schwabe, aber ich vermute dass dieser heutige schwäbische Rollstuhlfahrer nicht uns allen bekannt ist und in Berlin ein sehr wichtiges Amt bekleidet? Alter würde auch passen, das wäre doch der Brüller der Story.  
Geändert von Obotrit (20.12.2011 um 19:51 Uhr).
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20.12.2011, 20:10
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Obotrit Alter Schwabe, aber ich vermute dass dieser heutige schwäbische Rollstuhlfahrer nicht uns allen bekannt ist und in Berlin ein sehr wichtiges Amt bekleidet? Alter würde auch passen, das wäre doch der Brüller der Story.   |
Au nein, der, den du meinst, ist aus Hornberg im Schwarzwald, nicht aus der Alb.
Mein Kumpel ist ein Weiberheld wo ihn die Haut anregt, zwischendrin hat er sich manchesmal dem Suff ergeben, und ist dann vorsichtshalber mit dem Velosolex durch die Lande getuckert, und hierbei hat ihn ein nüchterner in den Rollstuhl befördert.
Seinem Charisma bei den Damen hat der Rollstuhl aber gar keinen Abbruch getan. Der lebt in der xten-Beziehung und es geht ihm bestens. Lebt, siehe Velosolex, seit langem in den gesegneten Gegenden Frankreichs. Cote Azur, Burgund, auch mal Lothringen, wo die jeweilige Herzensdame halt domiziliert.
Man wird den Neid spüren....
Die obige Geschichte hat nämlich eine Fortsetzung mit den gleichen beiden Hauptdarstellern, ganz im Süden Frankreichs.
aber die kommt halt jetzt erst im Neuen Jahr.
Bleibt Gesund, seid anständig, und fasst keine guten Vorsätze. Ihr haltet sie ja doch nicht.
Der Suebe spricht aus Erfahrung. 
Geändert von Suebe (20.12.2011 um 20:15 Uhr).
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20.12.2011, 21:28
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#4 (permalink)
| | Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 29.11.2011 Ort: Moguntia,Magenza,Mayence,Mainz
Beiträge: 45
| Nun,hier zu Lande wurde wenigstens der Anschein von Recht und Gesetz gewahrt und es gab auch klare Beschwerdemöglichkeiten, selbst wenn dich jeder Mensch in Grün anhielt,wenn du mit entsprechender Montur und Kutte auf dem Moped vorbeifuhrst.
Und daß es bei der Polizei noch etliche Zucht- und Ordnungsfanatiker aus anderer Zeit gab war auch klar
Aber in anderen Ländern war das noch krasser
Mitte der Siebziger, Franco war noch Chef in Spanien, war ich auf Interrail-tour
und fuhr bis Gibraltar und dann rüber nach Marokko
Nach zwei Tagen Rückfahrt nach Spanien.An Bord der Fähre waren ungefähr 50 Inter Railer .Darunter zwei Holländer und von denen hatte einer Stoff dabei und fiel dem spanischen Zoll auf . Die Folge war, daß die GC alles,was lange Haare und nen Rucksack hatte festsetzte ,mich eingeschlossen,und drei Tage in den Bau ,genauer gesagt in zwei Gemeinschaftszellen steckte- kein Verfahren,keine Anklage,kein Haftgrund, kein begründeter Verdacht-war denen alles egal. Auch das Verlangen,einen Anwalt oder den Konsul sprechen zu wollen wurde ignoriert.
Nach drei Tagen und einige n sehr ruppigen Verhören,als es wohl selbst der GC zu sehr stank,haben sie uns dann rausgeschmissen.Soviel zum Thema Polizeistaat. |
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21.12.2011, 10:51
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Da hast Du natürlich völlig recht zB
Nur bitte ich zu bedenken, dass der Polizeistaat Franco-Spanien damals durchaus bekannt war.
Ein dort lebender Schwede erzählte mir in den 70ern, in einem 1.000 Seelen-Städtchen Spaniens hätten sie mehr Polente wie in ganz Stockholm.
Und auch heute wartet in so manchem Staat Südostasiens der Henker auf den Delinquenten, bei Vergehen die in Deutschland max. eine Bewährungsstrafe mit Therapieanordnung nach sich ziehen würden.
Mein Erlebnis war aber in der Bundesrepublik Deutschland, mit ihrer freiheitlich demokratischen Grundordnung, und ich war damals richtiggehend geschockt. |
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21.12.2011, 11:14
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.263
| Erst einmal vielen Dank für deinen interessanten, sehr lebendig geschriebenen Bericht.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob du da mit "Polizeistaat" auf dem richtigen Eeg bist. Bei der Polizei sollte es so etwas natürlich in einem freiheitlichen Land nicht geben, aber dein Bericht liest sich ähnlich wie ein Mobbingbericht aus irgendeinem großen Unternehmen.
Wenn man halt das falsche Würstchen irgendwie an der Ehre packt, dann wird sich derjenige ganz furchtbar rächen, damit keiner merkt, was er für ein armes Würstchen ist.
Polizisten sind auch nur Menschen, und wenn ich mich an die Zeit zurückerinnere, dann hatten die Polizisten damals schon einen besonderen Achtungsanspruch sich selbst gegenüber. (Mein Nachbar war Polizist, soweit ganz nett, besonders zu uns armen Halbweisen, aber wehe, wehe einer hat keinen Respekt gezeigt vor der Uniform. Dann konnte der auch ganz anders werden.)
Ich hatte ähnlich unter einer Lehrerin zu leiden, die das gesamte Kollegium gegen mich aufgebracht hat, weil sie im Clinch lag mit meiner Tante, die an einer anderen Schule Lehrerin war (und die sie darüber hinaus für meine Mutter hielt...). Das hieß auch- wegen jeder Kleinigkeit vor dem Direx antreten, aus dem Unterricht geholt werden, auf dem Schulhof bei einer Remepelei mit Strafarbeiten bedacht werden, wo andere bei stärkeren Delikten etc.
Es gibt einfach Menschen, die, wenn sie die Macht haben, sich zu rächen, auch genau dies tun werden- und dafür auch jede Möglichkeit nutzen, die ihnen zur Verfügung steht.
Ich weiß nicht, ob es da ein System gibt, das davon frei ist...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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21.12.2011, 11:31
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Rohana Erst einmal vielen Dank für deinen interessanten, sehr lebendig geschriebenen Bericht.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob du da mit "Polizeistaat" auf dem richtigen Eeg bist. . | Danke für das Lob.
Mit dem "Polizeistaat" habe ich zweifellos einen sehr provozierenden Titel gewählt.
Aber ich sah das damals so.
Ich bin mir heute auch keineswegs mehr sicher, ob das tatsächlich eine "Hetzjagd" gegen mich war. (Mein Begleiter hatte allerdings nichts mit der Polizei zu tun, in den folgenden Wochen und Monaten...)
Ich vermute mal, dass schlicht mein Name im Wachbuch bei anderen Gelegenheiten für einen "aha-Effekt" sorgte.
Aber wie gesagt, es wird noch eine Fortsetzung geben. |
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21.12.2011, 11:43
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#8 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Da hat jeder so seine persönlichen Erlebnisse.
Es stimmt, dass es bei der Polzei antidemokratische Übergriffe gibt.leider
Es stimmt auch, dass dann eine Beschwerde und interne Ermittlung häufig im Sande verläuft, weil eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, leider.
Von einem Polizeistaat der BRD zu sprechen ist aber absolut falsch, absolut !!
Wer davon redet, redet den Kräften das Wort, die diesen Staat abschaffen wollen und DANN, dann haben wir wirklich einen Polizeistaat. |
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21.12.2011, 15:04
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Lieber Schwabe,
Polizeistaat ist sicherlich übertrieben. Hatte auch mehrmals Ärger. Einmal, dass am meinen Wagen wegen falschen Parkens aufgeschrieben hatte, trotzdem, kein Parkverbotsschild zu sehen war. Konnte es auf der Wache auch nicht klären, machte eine schriftliche Dienstaudichtsbeschwerde beim Polizeipräsidenten und der Reviervorsteher begab sich zu uns nach Hause.
Einmal beim Einbruch am Tage in unserer Wohnung,ich war an der Arbeit und meine liebe Frau beim Einkaufen. Sie meldete das sofort.Wer nicht kam war die Polizei. Nach zwei Stunden rief ich beim Revier an sagte, dass ich Oberispktor wäre, was ich damals tatsächlich war, und drohte mit Dienstaufsichtsbeschwerde. Innerhalb einer Stunde waren sie bei uns zu Hause und meine liebe Frau konnte den Schreiner holen, damit die aufgebrochene Tür repariert werden konnte. Abends kamen sie dann nochmal wegen Fingerabdrücken.
In meinem Käfer, den ich damals noch hatte wurde wegen des Dreiecksfenstes vorne mehrmals eingebrochen. Ging zur Polizei, die nahm die Anzeige auf und nach vier Wochen kam die Mitteilung, dass das Verfahren eingestellt worden war. Beim nächsten Mal sollte ich aufs Revier kommen, da aber wieder nichts aus dem Auto geklaut worden war, weil ich das Radio immer Abends rausgenommen hatte und nur meine Kopfstütze in Nachbars Garten lag, wolten sie unbedingt dass ich aufs Revier komme und Anzeige mache, ich sagte ihnen, dass sowiesio dabei nichts rauskommt und verließ das Revier ohne auf die Zurufe zu warten, dass ich bleiben sollte.
Fazit: Die Polizei kann nicht differenzieren und ist teilweise zu bequem was zu unternehmen.Man muß denen nur mit einem Verfahren drohen und dann knicken sie ein. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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02.01.2012, 21:40
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Erregung öffentlichen Ärgernisses Zitat:
Zitat von Suebe ...Wir verrichteten im Stadtpark unsere Notdurft in einen Busch und sangen dabei die Internationale. (leeres Wort, der Armen Rechte…) Es kam eine „Polizeistreife zu Fuss“, vermutlich die einzige der ich jemals begegnet bin, man nahm das gesetzlich vorgeschriebene Ärgernis, die Nachtruhestörung war eh unüberhörbar gewesen.
.. | Servus Suebe.
Solche Schlingeln .
Gleich zwei Delikte .
1. Laut und falsch Singen ( nächtliche Ruhestörung ).
Und 2. noch viel schlimmer , Erregung öffentlichen Ärgernisses .
(pinkeln ins städtische Gemüse ) .
Keine Ehrfurcht vor den Gesetzen ?
Und da wunderst Du Dich , daß die verlängerte Arme des Gesetzes , Kraft ihres Amtes , einschreiten mußten .
Ich erinnere mich eines ähnlichen Vergehens .
Der Park vor einer Bankdirektion war zu sehr verlockend .
Es war ca 2h. Früh und mein Bedürfniss enorm .
Da standen die Büsche so einladend und von der Strasse nicht einsehbar .
Zwei Polizisten fuhren Streife und stiegen aus .
Sie fragten mich was ich bei der Bank vorhatte
( ohne Werkzeug ? ) .
Meine Leidensgeschichte erzählend antwortete ich ,
nichts Böses ahnend , daß ich pinkeln war .
Worauf sie mich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses bestrafen wollten .
Ich fragte sie , ob sie mich beim Pinkeln gesehen hätten , was sie verneinten .
Da keine Pasanten unterwegs waren und sie mich nicht sahen , wo war denn da die Öffentlichkeit , die sich erregt hatte ?
Und da sie im Dienst waren und sowieso nichts Besseres vorhatten diskutierten wir , ca. eine halbe Stunde ,
über den Tatbestand " Öffentlichkeit " .
Aber wie es nun mal ist , alles Interessante geht mal vorbei .
Denn sie wurden zu einem Einsatz gerufen und brachen unsere Diskusion leider einseitig ab .
Sie stellten mir freundlicherweise einen Strafzettel aus , über 25- Schillinge , die ich freudig bezahlte ,
grüßten zum Abschied und fuhren weg.
Die 25. Schilling war mir die Unterhaltung wert ,
denn ich glaube kaum daß ich um diese Uhrzeit in einer Bar ein so lustiges und anregendes Gespräch erlebt hätte .
Es hat auch manch Unangenehmes seine netten Seiten .
G. v. Luki.
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Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (03.01.2012 um 00:03 Uhr).
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