Zitat:
Zitat von Khan Leute,
was denken sie über die judische Rolle in der Verfolgung frühen Christen? |
Ein relativ "normaler" Konflikt zwischen einer alten Religion und einer sich gerade abspaltenden Sekte. Später dann zwischen Mutter- und Tochterreligion, wobei die Tochterreligion (das Christentum) von den Juden immer noch als Sekte von Ketzern gesehen wurde.
Die Juden duldeten die Ketzer nicht bei sich und waren auch allergisch dagegen, dass diese Ketzer ständig behaupteten, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, während die "Mehrheitsjuden" so bescheuert seien, dass sie die Bibel nicht richtig lesen (und interpretieren) könnten. Damit trieben sie die frühen Christen, die eigentlich viel lieber bei den jüdischen Gemeinden ihrer Zeit geblieben wären, in das nichtjüdische "Ausland" (innerhalb des römischen Reichs) und lieferten denen unter den Christen, die ihre Glaubensgemeinschaft für Nichtjuden öffnen wollten (wie Paulus), eine Steilvorlage.
Noch später wurden die Christen zu den Überlegenen und Aggressoren, die im Judentum mißliebige Konkurrenz und "Ewig-Gestrige" sahen; dazu kam dann noch ein früher Antisemitismus, basierend auf der Tatsache, dass es Juden waren, die Christus töteten. Dabei "vergaßen" die Christen allerdings, dass Christus selber Jude war (und sich auch als solcher verstand) und "die" Juden (vielmehr ihre Führungsclique) keineswegs den zukünftigen Ahnherren einer Konkurrenzreligion töteten, sondern einen Propheten, der gegen eben diese Führungsclique aufmüpfig und ihr lästig geworden war.
VG
Christian